Ihr Kontostand sieht gut aus, doch Ihr Geld kann trotzdem täglich an Wert verlieren. Das steckt hinter dem unsichtbaren Geldverlust.
Auf dem Konto sieht alles gleich aus. Trotzdem kann Ihr Vermögen täglich an Wert verlieren. Der Grund: die schleichende Geldentwertung.
Die meisten Menschen glauben, dass sie erst dann Geld verlieren, wenn ihr Kontostand sinkt. Doch das ist ein Irrtum. Sie können jahrelang denselben Betrag auf dem Konto haben und trotzdem Jahr für Jahr ärmer werden. Nicht, weil Sie Ihr Geld ausgeben oder es Ihnen jemand wegnimmt, sondern weil Ihr Geld jedes Jahr ein Stück weniger wert wird.
Dr. Carmen Mayer ist Expertin für Anlagestrategien, Aktieninvestments und finanzielle Unabhängigkeit. Sie ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.
In meinen Finanzkursen und meinem Buch „Mami Goes Millionär“ erkläre ich die Inflation am liebsten anhand einer Eisdiele. Dort kostete eine Kugel Eis vor 30 Jahren umgerechnet rund 25 Cent. Heute zahlt man vielerorts 2,50 Euro. Das entspricht dem Zehnfachen und einer jährlichen Preissteigerung von etwa acht Prozent.
Eine Kugel Eis ist natürlich kein offizieller Inflationsindex. Aber sie macht für jeden im Alltag sichtbar, was Kaufkraftverlust bedeutet: Hätten Sie oder Ihre Eltern damals umgerechnet 2.000 Euro netto verdient und wären Ihre gesamten Lebenshaltungskosten genauso gestiegen wie der Eispreis, müssten Sie heute 20.000 Euro im Monat verdienen, um sich denselben Lebensstandard zu leisten. Das Problem ist, dass unser Vermögen meist nicht genauso schnell wächst, wie die Preise steigen.
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Wie stark Geld, das auf dem Konto liegt, jeden Tag an Wert verliert, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Das liegt unter anderem daran, dass die offiziell ausgewiesene Inflationsrate nicht das vollständige Bild zeigt.
Nach heutigem Stand (10.8.2026) lag diese für Juli 2026 voraussichtlich bei 2,8 Prozent. Das klingt erst einmal nicht so dramatisch, doch beim Blick auf die Preise im Supermarkt wird schnell deutlich, dass die Inflation höher ist, als die Zahlen suggerieren.
Grund dafür ist, dass der sogenannte Warenkorb verzerrt ist. Er ist das fiktive Konzept, das für die Berechnung der deutschen Inflationsrate genutzt wird. In diese Berechnung fließen auch theoretische Kennzahlen wie eine Qualitätsverbesserungen ein. So kostet ein Laptop heute beispielsweise oft genauso viel wie vor einigen Jahren, bietet aber mehr Leistung und Speicher.
Statistisch gilt dieser Qualitätsgewinn als Preissenkung, obwohl Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin denselben Betrag zahlen. Diese eingerechnete „Deflation“ (mehr Speicher für das gleiche Geld) überdeckt den realen Kaufkraftverlust bei Butter, Obst und Co. So fällt die offiziell gemessene Inflation niedriger aus, als der persönliche Kaufkraftverlust im Alltag tatsächlich ist.
Schauen Sie daher nicht auf eine Zahl in der Statistik, sondern fragen Sie sich: Was kann ich mir mit meinem Geld morgen noch leisten?
Während die Kugel Eis und viele andere Dinge jedes Jahr teurer geworden sind, sind zahlreiche Unternehmen im selben Zeitraum gewachsen – zum Vorteil aller, die in diese investiert waren.
Der amerikanische Aktienmarkt, gemessen am Aktienindex S&P 500, hat sich in den vergangenen 30 Jahren beispielsweise mehr als verelffacht. Während aus 25 Cent für eine Kugel Eis also 2,50 Euro wurden, wurden aus 1 Euro im S&P 500 mehr als 11 Euro. Einfach ausgedrückt könnte man auch sagen: Die Inflation arbeitet gegen Ihr Geld. Unternehmen arbeiten für Ihr Geld.
Zum Beispiel:
Ich investiere deshalb bewusst nicht breit gestreut in den gesamten Markt, sondern konzentriere mein Geld gezielt auf einzelne Unternehmen, die wirtschaftlich besonders solide aufgestellt sind und zugleich das größte Wachstumspotenzial mitbringen. Nur so können Anlegerinnen und Anleger wirklich an Entwicklungen wie bei Apple oder Amazon teilhaben.
Deutschland ist ein Land der Sparer. Doch während das früher genug war, reicht die Verzinsung klassischer Sparformen (zum Beispiel Tagesgeldkonto) heute nicht mehr aus, um den Verlust der Kaufkraft auszugleichen. Das klassische Sparen schafft lediglich eine Illusion von Sicherheit. Echtes Vermögen entsteht aber erst, wenn Ihr Geld dauerhaft mehr erwirtschaftet, als die Preise steigen und Ihre Kaufkraft erhalten bleibt.
Die entscheidende Frage für Ihre finanzielle Zukunft sollte daher nicht lauten: Wie viel Geld habe ich auf dem Konto? Sondern: Wie kann mein Vermögen langfristig schneller wachsen als die Inflation? Denken Sie groß und trauen Sie sich an die Börse, um Ihre finanziellen Ziele zu erreichen!
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