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Wolfram-Versorgung: Trumps Metall-Restriktionen können Geheim-Inflation auslösen

Дата публикации: 21-09-2026 16:54:00

Die USA halten das wichtige Metall Wolfram zurück. Der Preis hat sich vervielfacht. Für Europa bedeutet das zwei große Probleme.

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Die USA halten das wichtige Metall Wolfram zurück. Die Einkaufskosten sind rapide gestiegen. Für Europa bedeutet das zwei große Probleme.

Anfang August gab das US-amerikanische Bureau of Industry and Security (BIS) bekannt, dass inländische Verkäufer von Wolframabfällen und -schrott ihre gesamten monatlichen Verkäufe an US-Käufer liefern müssen. Die Maßnahme sollte am 27. August beginnen und exakt ein Jahr lang wirken. Damit verschärfen die USA eine Situation, die schon wegen China angespannt ist. In Deutschland geht es um Unternehmensexistenzen – und die Preise im Handel.

Wolfram im Überblick

  • Bedeutung für Deutschlands Wirtschaft: 75 Prozent des Verbrauchs kommen aus der Werkzeugherstellung
  • Schmelzpunkt: 3400° C
  • Beginn der chinesischen Exportrestriktionen: November 2024
  • Preissteigerung von Wolfram: 622 Prozent zwischen Januar 2025 und April 2026
  • Globaler Verbrauch: 120.000 Tonnen, 45.000 davon entfallen auf Europa und USA
Was Wolfram so wichtig macht

Wolfram ist wegen verschiedener Eigenschaften für eine größere Bandbreite an Produkten und neuer Technologien unverzichtbar. Es schmilzt erst bei 3400° Celsius, ist dichter als Blei und in Form von Wolframcarbid ist es fast so hart wie Diamant. Für gewöhnlich kommt Wolframcarbid in Werkzeugen vor, die besonders hart und hitzebeständig sein müssen. Darunter fallen Hartmetallbohrer für Platinen oder welche für Tunnel- und Gesteinsbearbeitung. 75 Prozent des europäischen Verbrauchs fließen in die Werkzeugproduktion.

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„Zukunftsmärkte sind die Batterietechnologie, wo Wolfram zu schnelleren Ladezyklen beitragen kann, die Halbleiterfertigung und die Fusionstechnologie“, heißt es von H.C.Starck.

Verbraucher merken den ganzen Konflikt zwangsweise beim Einkauf. Die Hersteller warnen davor, dass Wolframprodukte teurer werden. Es geht dabei nicht immer um große Summen, denn in einigen Anwendungen kommen nur sehr geringe Mengen Wolfram vor. Wenn aber zum Beispiel der Chip, das Gerät für die Vibrationsfunktion und der Kühlkörper in einem Smartphone jeweils um einige Cent teurer werden, addiert es sich.

China schließt die Faust um Wolfram-Versorgung

Ein kurzer Blick auf die Gesamtsituation: Seit vielen Jahren hat sich China als wichtiger Hersteller für seltene Rohstoffe positioniert, darunter eben auch Wolfram. Üblicherweise fördert, verarbeitet und verkauft das „Reich der Mitte“ diesen Rohstoff – 80 Prozent des globalen Wolframabbaus entfallen auf China. Vor etwa eineinhalb Jahren war jedoch Schluss: China hat Exportrestriktionen eingeführt, die die Ausfuhr in den Westen deutlich erschweren.

Und das war noch nicht alles. Peking begann damit, so viel Wolfram auf dem Markt zu kaufen, dass China seit 2025 ein Nettoimporteur des Metalls ist. Für den Westen hieß das: Das Material wird knapp, und zwar schnell. Der Preis für die Tonne Wolfram hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als versechsfacht.

Recycling als Lösung für Wolfram-Problem

Westliche Länder wie die USA und die Mitglieder der EU versuchen jetzt, über Recycling von Wolframschrott an das wichtige Metall heranzukommen. Beide Wirtschaftsräume zusammen haben in etwa eine Recyclingquote von 40 Prozent, wobei der EU-Anteil etwas höher ist. „Mit der Verknappung kritischer Rohstoffe, zu denen Wolfram gehört, hat der Wert von Schrotten, die solche Materialien enthalten, enorm zugelegt“, teilt der Wolframverarbeiter H.C.Starck mit.

Der große Vorteil gegenüber „primärem“ Wolfram ist, dass die Wolframschrotte sich bereits im Westen befinden. China kann also weniger direkten Einfluss ausüben.

Kein Wunder, dass die USA jetzt die Reißleine ziehen und diese wichtigen Rohstoffe für sich behalten wollen. Allerdings ist noch nicht so ganz klar, wie die Restriktionen der USA genau aussehen und ob es vielleicht Ausnahmen gibt.

„Weit von Strategie entfernt“

Karlheinz Wex aus dem Vorstand der Plansee Group warnt, dass die EU eigene Maßnahmen zum Schutz der Wolframschrott-Reserven einsetzen muss. „Ich frage mich, warum wir unsere Wolframressourcen nicht schützen“, sagt er zu FOCUS online. Zwar gibt es den Critical Raw Materials Act, der langfristig dazu führen soll, dass die EU unabhängiger von einzelnen Zulieferern wird, aber der fungiert eher als Rahmenwerk und liefert keine konkreten Vorgaben. „Wir sind als Europa weit davon entfernt, überhaupt eine Strategie zu haben, wie wir den Kontinent in der Versorgung absichern.“

Ein Blick in Richtung Solarindustrie, Textilindustrie und Seltene Erden zeigt, worauf das hinauslaufen kann. Sie alle eint, dass westliche Unternehmen trotz einstiger Stärke von chinesischer Konkurrenz aus dem Markt gedrängt werden. Unterstützt von massiven Subventionen aus Peking, konnte diese Konkurrenz eine langjährige Preisschlacht gewinnen und so über Jahrzehnte den Westen dazu bringen, stattdessen chinesische Produkte zu kaufen.

„Marktteilnehmer haben kein Material mehr“

Das droht jetzt auch beim Wolfram. Die Verarbeiter sind die ersten, die das spüren.

„Es gibt Marktteilnehmer, die haben kein Material mehr und können schon nicht mehr produzieren“, mahnt Wex.

Zwar ist die Versorgung aktuell noch gegeben, aber vor allem Unternehmen, die sich auf die chinesischen Lieferungen verlassen haben, stehen vor Engpässen.

Im zweiten Schritt wären die Hersteller der Endprodukte betroffen. Weil Hartmetallbohrer in China wegen des dort niedrigeren Wolframpreises billiger produziert werden, kaufen Industrieunternehmen sie eben von dort. Deutsche Werkzeughersteller hätten hier das Nachsehen. Darüber hinaus drohen Werksschließungen und Stellenabbau, aber das ist nochmal ein ganz eigenes Problemfeld.

Siegen lernen von China?

Was kann die EU tun? Die Wolframverarbeiter wollen ein Eingreifen der Politik, damit die Sekundärrohstoffe, die sich innerhalb der EU befinden, nicht nach China oder in die USA abfließen.

Wex fordert, dass die EU den Export von Wolfram-Units beschränken müsste, genau wie China es tut. Mögliche Ausnahmeregeln könnte es durchaus geben. Europa müsse aber genau wissen, welche Ressourcen der Kontinent in welchem Umfang braucht und wie sich diese über die kommenden fünf bis zehn Jahre beschaffen lassen.

Wolfram befindet sich auf der Liste der kritischen Materialien der EU. Daneben sind Metalle wie Kupfer und Nickel, aber auch seltene Rohstoffe wie Scandium, Hafnium und Antimon gelistet. Auf viele von diesen hat China ein Quasi-Monopol – worauf der Westen seit einiger Zeit Antworten sucht.

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