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Raketen und Hitzewelle setzen Getreidemarkt unter Druck: „Die Versorgung in Deutschland ist nicht gefährdet”

Дата публикации: 05-09-2026 06:38:00

Weltweit werden Weizen und Getreide knapper. Ein Auslöser dafür ist der Ukraine-Krieg. Deutschland soll aber glimpflich davonkommen.

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Weltweit werden Weizen und Getreide knapper. Ein Auslöser dafür ist der Ukraine-Krieg. Deutschland soll aber glimpflich davonkommen.

Russland und die Ukraine zerstören gegenseitig die Exportkapazitäten des jeweils anderen. Mitte August berichteten internationale Medien, dass Russland wichtige Hafenterminals der Ukraine angegriffen hat. Nur wenige Tage später erwiderte die Ukraine das Feuer und schaltete mittels Drohnenangriffen 90 Prozent der russischen Schwarzmeer-Exportkapazitäten für Getreide aus. Das bedeutet: Der Druck auf dem Weltmarkt für Getreide steigt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die globale Getreideversorgung steht unter Druck.
  • Einerseits liegt das am Krieg zwischen der Ukraine und Russland, andererseits an der sommerlichen Dürre.
  • Der globale Weizenpreis steigt an wichtigen Börsen wie der Pariser Matif.
  • Deutschland aber ist aus einem besonderen Grund resilient.
Ukraine und Russland liefern Getreide in alle Welt

Das große Problem beim Getreidehandel ist, dass sowohl Russland als auch die Ukraine unter den größten Getreide- und Weizenexporteuren der Welt sind. Russland liegt laut „Worlds Top Exports“ auf dem vierten Platz und hat 2025 Weizen im Wert von fünf Milliarden US-Dollar verschifft. Die Ukraine, trotz deutlicher Schwächung, lieferte Weizen im Gegenwert von 2,1 Milliarden Dollar aus – Platz Sieben. Vom reinen Volumen her ist Russland Platz Eins, verkauft das Getreide aber vergleichsweise billig.

Zusammen stellen die beiden Länder 14,8 Prozent der globalen Weizenexporte. Die russischen Weizenexporte sind derartig wichtig für die globale Versorgung, dass der Westen gar darauf verzichtet hatte, sie zu sanktionieren.

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„Praktisch alle russischen Getreideexporte über das Asowsche und Schwarze Meer sind zum Erliegen gekommen“, zitiert die „Moscow Times“ Andrei Sitzow von der Agrar-Beratungsfirma SovEcon.

Nun ist nicht klar, wann die beschädigten Terminals die Arbeit wiederaufnehmen können – und ob die Ukraine nicht einfach erneut angreift. Noch hofft der Markt darauf, dass die großen weltweiten Vorräte und der schwache Bedarf die Preise unten hält.

Krieg zwischen Getreide-Giganten macht Weizen teuer

Die große Sorge hinter der Entwicklung am Schwarzen Meer ist, dass der Ukraine-Krieg die Preise für Weizen und Getreide hochtreiben könnte. Und tatsächlich ist Weizen auf globaler Ebene bereits teurer als noch vor ein paar Jahren. Der „Food Price Index“ der Vereinten Nationen stand im Juli bei über 131 Punkten, ein Dreijahresrekord. Dieser Index verfolgt die Preisentwicklung eines Korbs an Nahrungsmitteln, darunter Zucker und eben Getreide.

Die Pariser Börse Matif zeigt am 24. August einen Weizenpreis von 228 Euro pro Tonne. Das ist zwar deutlich weniger als in früheren Kriegsjahren, aber verglichen mit Dezember 2025 erhöht. Für Verbraucher stellt sich weniger die Frage danach, ob Weizen und andere Getreidearten weltweit teurer werden, sondern ob diese Teuerung sich auf deutsche Endprodukte auswirkt – darunter Erzeugnisse wie Brot oder Hafermilch.

„Versorgung in Deutschland ist nicht gefährdet“

Deutschland ist hier in gewisser Hinsicht sicher – zumindest normalerweise. Als Netto-Exporteur produziert die Bundesrepublik in der Regel mehr Getreide als sie verbraucht. „Wir sind in der Lage, das Getreide im Land zu halten, das wir brauchen“, sagt Peter Haarbeck, Geschäftsführer vom Verband Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS, zu FOCUS online. Etwa ein Viertel des weltweit erzeugten Getreides werde gehandelt – drei Viertel brauchen die Länder für den Eigenbedarf.

Ausschließlich das gehandelte Getreide mache den Börsenpreis aus, und hier spielen die Ukraine und Russland eine besonders wichtige Rolle.

„Die Versorgung in Deutschland ist nicht gefährdet“, sagt Haarbeck. „Die Weizenernte ist trotz Hitze und Trockenheit glimpflich abgelaufen.“

Voraussetzungen für „nationale Notlage“?

Anfang August hatte das noch etwas anders ausgesehen: Der VGMS hatte vermeldet, dass bei Weizen regional Ertragseinbußen von bis zu 20 Prozent und teilweise darüber gemeldet wurden. Hermann Färber, der CDU-Agrarausschuss-Vorsitzende, forderte im weiteren Verlauf den Ausruf einer nationalen Notlage. „Aus meiner Sicht sind die Voraussetzungen dafür gegeben, eine nationale Notlage auszurufen“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“. Er erwartete entsprechende Hilfen vom Bund.

Haarbeck sieht die Sache für die Mühlen weniger ernst: „Die Dürre hat für kleinere Körner gesorgt, was für den Müller eine geringere Ausbeute bedeuten kann, aber das ist nicht flächendeckend passiert.“

Verbraucher könnten das unter Umständen bemerken, wenn zum Beispiel die Haferflocken kleiner sind als üblich. Die Hafermühlen würden aber alles tun, damit das nicht passiert.

Anders sieht das bei den spät reifenden Kulturen wie Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben aus. Hier schlägt der Joachim Rukwied, Präsident des Bauernverbands, Ende August Alarm.

Die Hafermilch wird nicht knapp

Deutsche Verbraucher müssen sich nach aktuellem Stand keine großen Sorgen darüber machen, ob Hafermilch, Brot oder andere Getreideerzeugnisse dieses Jahr durch die Hitze teurer werden. Ein Sprecher der Supermarktkette Rewe äußerte sich vorsichtig optimistisch.

„Aktuell sehen wir weder Auswirkungen auf die Warenverfügbarkeit noch auf die Preise in unseren Märkten“, teilte er auf FOCUS-Anfrage mit.

Es herrsche enger Austausch mit den Lieferanten und Erzeugerbetrieben. Zur zukünftigen Preisgestaltung wollte der Konzern keine Angaben machen.

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Классификация: Экономика. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 11.07. Источник: rss.focus.de.