Die Hitzewellen haben die Ernte deutscher Bauern angegriffen. Unter anderem betrifft das Kartoffeln und Zuckerrüben. Es gibt eine teilweise Entwarnung.
Die Hitzewellen haben die Ernte deutscher Bauern angegriffen. Unter anderem betrifft das Kartoffeln und Zuckerrüben. Es gibt eine teilweise Entwarnung.
Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln: Drei wichtige deutsche Erzeugnisse haben unter wochenlangem Wassermangel gelitten. Mittlerweile hat es in vielen Regionen Deutschlands wieder viel geregnet, aber die Schäden sind angerichtet. Eines von Deutschlands wichtigsten Gütern ist von der Dürre gezeichnet. Auf Verbraucher kommen die Konsequenzen mehrerer Hitzewellen zu.
Das geht bei den Kartoffeln los. Schon früh im August hatte die Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. (Unika) davor gewarnt, dass die „bislang gutaussehenden Kartoffelbestände“ Schaden genommen hätten. Die Sonneneinstrahlung habe die Stängel beschädigt und die typischen Erddämme, in denen die Kartoffeln stecken, „stark“ aufgeheizt. In einigen Regionen seien Temperaturen von über 50 Grad gemessen worden.
Olaf Feuerborn, der Vorsitzende der Unika, sagt zu den wiederholten Hitzewellen: „So etwas ist auch für uns Landwirte, die gelernt haben, mit Wetterextremen umzugehen, völlig neu.“ Die Bestände hätten sich „sehr unterschiedlich“ entwickelt, und es sei absehbar, dass die „außergewöhnlichen Witterungsbedingungen“ sich auf den Ertrag auswirken würden.
Gegenüber FOCUS online erklärt Feuerborn, dass die beiden größeren Hitzewellen eine enorme Wirkung auf die verschiedenen Erntephasen bei Kartoffeln hatten. Die Juni-Hitzewelle habe viele Kartoffeln in der Jugendentwicklung erwischt. Durch die zweite Hitzewelle sollen größere Mengen der Knollen ihr Wachstum eingestellt haben. „Die Kartoffeln sind dadurch kleiner“, erklärt der Unika-Chef.
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Das gilt für alle Phasen der Kartoffelernte:
Die für 2026 erwartete Anbaufläche liegt bei 268.300 Hektar. Zum Vergleich: 2023 hatte sie bei 264.700 Hektar gelegen, 2025 dann bei über 300.000 Hektar. Feuerborn sieht insgesamt keine drastischen Auswirkungen auf Verbraucher zukommen: „Die Preise im Lebensmittelhandel können leicht nach oben gehen, aber ich erwarte nichts Gravierendes.“ Das gilt für Kartoffeln aller Erntephasen.
Deutschland ist eines der wichtigsten Kartoffel-Länder der Welt. Im Wirtschaftsjahr 2024/2025 lag der Selbstversorgungsgrad bei 145 Prozent – das heißt, Deutschland produziert viel mehr Kartoffeln, als es überhaupt verbrauchen kann. Die übrige Menge fließt in den Export. Die Anbaufläche war rund 301.800 Hektar groß und warf knapp 14 Millionen Tonnen Erntemenge ab.
Die regionalen Zuckerrübenbauern dagegen schlagen Alarm. Speziell in Süddeutschland droht eine „historische Missernte“, teilte der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer (VSZ) mit. Die Landwirte würden vor einer „noch nie gesehenen Belastungsprobe“ stehen.
Deutschlandweit aber ist es zu früh, um Prognosen abzugeben, sagt die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker e.V. auf Anfrage von FOCUS online. „Eine erste Schätzung für die diesjährige Rübenkampagne werden wir Anfang September abgeben“, erklärt eine Sprecherin. Trockenheit und Schädlinge würden aber in vielen Regionen die Erwartungen „dämpfen“.
Auch hier gibt es zumindest zeitweise eine Entwarnung: „In der Vergangenheit war es immer möglich, die Verbraucher und Lebensmittelverarbeiter mit Zucker zu beliefern. Wir gehen momentan davon aus, dass das auch in Zukunft gilt.“
Insgesamt heißt das: Der Kartoffelsalat zu Weihnachten und deutsche Zuckererzeugnisse sind durch die Hitze erst einmal nicht in Gefahr. Dasselbe ist übrigens beim Getreide zu beobachten. Die Hitze hat einen Teil der Ernte verbrannt, aber der Schaden hält sich in Grenzen.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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