Seit Juli gilt der EU-Zoll auf günstige China-Pakete. Neue Daten zeigen deutliche Rückgänge bei Temu, Shein und AliExpress.
Drei Euro Aufschlag reichen, um den Billigimport aus China spürbar zu bremsen. Neue Daten zeigen, wie stark Temu, Shein und AliExpress bereits reagieren.
Schon ein Aufschlag von drei Euro verändert den Handel mit Billigwaren aus China spürbar. Seit die EU Anfang Juli eine Abgabe auf günstige Direktimporte eingeführt hat, kommen deutlich weniger Kleinsendungen nach Europa. Nach Zahlen des französischen Zolls, über die Euronews berichtet, ist ihre Zahl innerhalb weniger Wochen um 30 bis 40 Prozent gesunken. Das ist bemerkenswert – aber noch kein Beweis dafür, dass Europas Boom mit Temu, Shein und AliExpress endet.
Das Wichtigste in Kürze:
Der Hintergrund ist die enorme Menge günstiger Direktimporte. 2025 gelangten laut Euronews rund 5,9 Milliarden niedrigpreisige Waren in die Europäische Union.
Brüssel sieht darin nicht nur ein Wettbewerbsproblem für europäische Händler. Die Europäische Kommission verweist auch auf Sicherheitsrisiken: Bei Kontrollen im Jahr 2025 habe ein erheblicher Teil der untersuchten Billigprodukte europäische Anforderungen nicht erfüllt.
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Die neue Abgabe verändert deshalb zunächst vor allem das Geschäftsmodell. Bislang konnten Plattformen viele einzelne Bestellungen direkt aus Asien an Verbraucher schicken. Genau dieses Modell wird nun teurer.
Allerdings lässt sich daraus nicht eins zu eins auf die Nachfrage schließen. Fluggesellschaften können Verbindungen verlagern, während Händler Lieferketten umbauen. Auch DHL und der Flughafen Leipzig/Halle rechnen laut dem Bericht eher mit einer kurzfristigen Delle als mit einem dauerhaften Einbruch.
Für Temu, Shein und AliExpress dürfte deshalb entscheidend sein, wie schnell sie mehr Waren über Lager innerhalb der EU verteilen können. Große Warenmengen können gesammelt eingeführt, verzollt und anschließend aus Lagern innerhalb der EU verteilt werden. Shein verfügt bereits über entsprechende Strukturen und baut seine europäische Logistik weiter aus.
Die Drei-Euro-Abgabe trifft damit vor allem den extrem günstigen Einzelversand aus China. Ob sie auch den Marktanteil der Plattformen dauerhaft reduziert, entscheidet sich erst danach – an den Preisen, die am Ende im Warenkorb stehen.
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