Chinas Goldimporte überschreiten erstmals 1000 Tonnen. Anleger und Zentralbank kaufen kräftig – und der Yuan spielt dabei eine wichtige Rolle.
China kauft Gold in einem Tempo wie nie zuvor. Die Goldimporte überschritten nun die 1000 Tonnenmarke. Dahinter steckt eine politische Absicht.
Zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen der Zolldaten im Jahr 2017 hat China bis Ende August mehr als 1000 Tonnen Gold importiert. Damit übersteigen die Einfuhren bereits das gesamte Importvolumen des vergangenen Jahres.
Gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg sagt Zijie Wu, Analyst beim Broker Jinrui Futures, dass die starke Investmentnachfrage die Goldpreise auf dem chinesischen Festland leicht über den internationalen Vergleichswerten hält. Viele Anleger nutzten den Rückgang vom Rekordhoch im Januar, um erneut in das Edelmetall einzusteigen.
Hinzu kommt, dass der chinesische Yuan seit Jahresbeginn vergleichsweise stabil geblieben ist. Das schafft günstige Bedingungen für Goldimporteure und erleichtert es den Aufsichtsbehörden, größere Importquoten zu genehmigen.
Daten der Shanghai Gold Exchange zeigen, dass die Bestände chinesischer börsengehandelter Goldfonds (ETFs) bis Ende August um rund 44 Tonnen gestiegen sind. Während die Bestände anderer globaler Gold-ETFs im selben Zeitraum weitgehend unverändert blieben, legten die chinesischen Fonds seit Jahresbeginn um 18 Prozent zu.
Zudem nutzen Käufer eine neue Regelung zur Vergabe von Importlizenzen. Die seit Juni geltende Vorgabe ermöglicht es Banken, bestehende Importquoten vollständig auszuschöpfen. Die Höhe dieser Quoten wird allerdings weiterhin von der chinesischen Zentralbank festgelegt.
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Mit den kräftigen Importen gehört China derzeit zu den weltweit größten Goldkäufern. Dennoch bleiben die USA mit großem Abstand auf Platz eins der Länder mit den größten Goldreserven. Dahinter folgen Deutschland, Italien und Frankreich. China folgt auf Platz fünf vor Russland. Es ist jedoch anzumerken, dass einige Länder ihre Goldbestände nur unregelmäßig teilen.
Neben der wirtschaftlichen Unsicherheit treibt auch das begrenzte Angebot an alternativen Anlagemöglichkeiten die Nachfrage. Für viele chinesische Anleger gewinnt Gold dadurch als Möglichkeit zur Absicherung an Bedeutung.
Zusätzlichen Rückenwind erhält der Markt durch die chinesische Zentralbank. Deren verstärkte Käufe in den vergangenen Monaten hätten auch die Stimmung unter privaten Anlegern verbessert, sagte Wu. Im August erwarb die chinesische Volksbank (PBOC) so viel Gold wie seit 2023 nicht mehr. Damit setzte sie ihre Käufe bereits den 23. Monat in Folge fort.