Die USA denken über Diesel-Exportstopps nach. In Australien löst das Sorgen aus. Auch Deutschland wäre betroffen.
Die USA denken über Diesel-Exportstopps nach. In Australien löst das Sorgen aus. Auch Deutschland wäre betroffen.
Ein führender Energieanalyst hat davor gewarnt, dass ein US-Exportstopp für Diesel in kürzester Zeit Rationierungen und deutlich teurere Tankladungen in Australien bedeuten würde. Laut „ABC News“ könnten vier australische Dollar pro Liter drohen (umgerechnet 2,46 Euro), falls US-Präsident Donald Trump diese neue Überlegung durchsetzt.
Das Wichtigste in Kürze:
Saul Kavonic, Leiter Energieforschung bei MST Marquee, spricht in diesem Rahmen von der „wohl besorgniserregendsten Entwicklung auf den globalen Kraftstoffmärkten seit Beginn des Nahost-Konflikts, was die Anfälligkeit Australiens betrifft“. Der Analyst geht neben einer möglichen Rationierung von einem Preisanstieg um 50 Prozent aus – das wären eben mehr als vier Dollar pro Liter.
Das soll schon innerhalb weniger Wochen eintreten, falls die USA ihren Diesel zurückhalten. Australien ist von Dieselimporten abhängig; gerade die beiden wichtigen Industrien Bergbau und Landwirtschaft kommen nicht ohne aus.
„Australien ist tatsächlich der weltweit größte Importeur von Diesel; das gilt nicht pro Kopf, sondern im absoluten Sinne.“ – Saul Kavonic
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„Reuters“ berichtete, dass Australien im Jahr 2025 um die 25 Millionen Tonnen Diesel importiert hat. Seit Beginn des Irankriegs leidet „Down-Under“ auch darunter, dass Russland und China immer weniger raffinierten Treibstoff exportieren. In Russland herrscht auch noch eine eigene Treibstoffkrise. Die USA einen Teil der weltweit fehlenden Exporte übernommen.
Um auf Treibstoff-Engpässe zu reagieren, hat Australien den sogenannten National-Fuel-Security-Plan. Dieser ist in vier Stufen unterteilt, die je nach aktueller Lage aktiv werden. Im Detail sieht das so aus:
Der mögliche Export-Stopp für Diesel wird derzeit immer konkreter. Bevor Trump ihn öffentlich gemacht hat, war er lediglich als Idee durch den Senat gegeistert. Allerdings leiden die USA genau wie Europa unter massiv gestiegenen Dieselpreisen, ausgelöst von der Blockade an der Straße von Hormus.
Außerdem stehen in den USA die Midterm-Wahlen bevor – ein Diesel-Exportstopp könnte die Menge innerhalb des Langes vergrößern und darum für billigeren Diesel sorgen. Soweit jedenfalls der Gedankengang im Weißen Haus.
Die Folgen für Europa wären ebenfalls schmerzhaft. Zwar produziert Deutschland viel Treibstoff, importiert aber etwa ein Drittel seines Bedarfs. Auf EU-Ebene ist die Lage noch härter: US-Diesellieferungen haben bis August 2026 etwa die Hälfte aller Dieselimporte in die EU ausgemacht. Ökonomen gehen davon aus, dass ein Exportstopp aus den USA die Preise weiter hochtreiben wird.
Diesel wird in Deutschland stetig teurer und hat zuletzt den normalen Benzinpreis überholt. Ab Oktober soll ein neuer Tankrabatt gelten, der für Entlastung sorgt. Im Januar plant die Regierung einen Spritpreisdeckel.
„Selbst ein teilweises Verbot würde die europäische Versorgung erheblich beeinträchtigen“, sagt der Experte Josh Michalowski von Argus Media.
Ein solches teilweises Verbot gilt bei den europäischen Dieselhändlern als die wahrscheinlichste Option – zumindest ist das aktuell noch der Fall. Ein vollständiges Ausfuhrverbot würde bedeuten, dass kein Öl mehr die USA verlässt. Die Lager würden sich viel schneller füllen als gewöhnlich. Die Raffinerien müssten ihre Produktion umstellen oder herunterfahren.
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