Kürzeres Arbeitslosengeld für Ältere könnte Milliarden sparen. Doch die Reform hätte Folgen für Grundsicherung, Rente und Jobsuche.
Eine Reform beim Arbeitslosengeld für Ältere könnte Milliarden sparen. Doch ein Teil der Kosten würde wohl nur an anderer Stelle wieder auftauchen.
Eine kürzere Bezugsdauer beim Arbeitslosengeld für ältere Menschen könnte die Bundesagentur für Arbeit erheblich entlasten. Nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), über die das „Handelsblatt“ berichtet, wären bei einer Begrenzung auf zwölf Monate mindestens 2,4 Milliarden Euro Einsparungen pro Jahr möglich.
Rechnet man höhere heutige Leistungen und mögliche Verhaltensänderungen ein, könnte der Effekt sogar mehr als vier Milliarden Euro erreichen.
Die Wichtigsten Erkenntnisse aus der IAB-Berechnung:
Derzeit steigt die maximale Bezugsdauer mit dem Alter. Unter 50-Jährige erhalten in der Regel höchstens zwölf Monate Arbeitslosengeld, ab 50 Jahren verlängert sich der mögliche Bezug schrittweise. Ab 58 Jahren sind bis zu zwei Jahre möglich.
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Die IAB-Daten aus den Jahren 2021 und 2022 zeigen dabei ein auffälliges Muster: Sobald eine Altersgrenze mit längerer Anspruchsdauer erreicht wird, verlängert sich auch die tatsächliche Bezugszeit sprunghaft. Die Forschenden schließen daraus, dass kürzere Fristen die Arbeitssuche beschleunigen könnten – vorausgesetzt, passende Stellen sind vorhanden.
Genau hier liegt das Problem. Ältere Arbeitslose haben nach Angaben des IAB schlechtere Chancen auf eine schnelle Rückkehr in Beschäftigung. Läuft das Arbeitslosengeld früher aus, dürfte deshalb ein Teil der Betroffenen in die Grundsicherung wechseln. Zudem würden Zahlungen der Bundesagentur an die Rentenversicherung entfallen.
Auch deshalb warnt IAB-Direktor Bernd Fitzenberger davor, die möglichen Einsparungen zu überschätzen. Selbst rund zweieinhalb Milliarden Euro würden „in der aktuellen wirtschaftlichen Situation bei Weitem nicht ausreichen, um das finanzielle Defizit in der Arbeitslosenversicherung auszugleichen“.
Die Debatte dürfte dennoch an Schärfe gewinnen. Die Bundesagentur erwartet laut Handelsblatt-Bericht für 2026 eine Finanzierungslücke von zehn Milliarden Euro. Gleichzeitig steht die Politik vor einer grundsätzlichen Abwägung: Soll längere Beitragszahlung auch einen längeren Schutz ermöglichen – oder sollten stärkere Anreize für eine schnelle Rückkehr in Arbeit gelten?
IAB-Forscher Simon Trenkle verweist darauf, dass es gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten „gute Gründe“ für längere Bezugsdauern geben könne.
„Typisches Linke-Tasche-rechte-Tasche-Denken“
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