Der wichtigste US-Sozialversicherungsfonds könnte 2032 leer sein. Dann drohen automatische Kürzungen – während heute selbst Multimillionäre hohe Leistungen beziehen
Der wichtigste US-Sozialversicherungsfonds könnte 2032 leer sein. Dann drohen automatische Kürzungen – während heute selbst Multimillionäre hohe Leistungen beziehen
Wie Fortune berichtet, steuern die USA auf eine explosive Rentenrechnung zu: Die Staatsverschuldung hat inzwischen 40 Billionen US-Dollar überschritten, umgerechnet rund 34,3 Billionen Euro. Gleichzeitig dürfte der wichtigste Sozialversicherungsfonds bereits im vierten Quartal 2032 aufgebraucht sein. Ohne Eingreifen des Kongresses würden die laufenden Einnahmen dann nur noch 78 Prozent der zugesagten Altersrenten decken.
Der eigentliche Aufreger ist, wer heute teilweise von dem System profitiert. Einige wohlhabende Babyboomer können als Ehepaar mehr als 100.000 US-Dollar Sozialversicherung pro Jahr beziehen. Ein Arbeitnehmer mit Durchschnittslohn, der 2027 in Rente geht, dürfte über sein Leben rund 730.000 US-Dollar an Leistungen erhalten, obwohl Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen weniger als 200.000 US-Dollar eingezahlt haben.
Das umlagefinanzierte System stützt sich damit immer stärker auf jüngere Beschäftigte, während die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen.
Das Committee for a Responsible Federal Budget rechnet nach Aufzehrung des Rentenfonds mit einer pauschalen Leistungskürzung von etwa 22 Prozent. Als möglichen Ausweg schlägt die Organisation eine Obergrenze für sehr wohlhabende Rentner vor: Ehepaare sollen höchstens 100.000 US-Dollar pro Jahr aus der Sozialversicherung erhalten, Alleinstehende 50.000 US-Dollar. Betroffen wären anfangs allerdings nur die obersten 0,05 Prozent der Ehepaare – Haushalte mit durchschnittlich mehr als 2,5 Millionen US-Dollar Ruhestandseinkommen und über 65 Millionen US-Dollar Nettovermögen.
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Der Druck kommt nicht nur von den Renten. Die Nettozinskosten des Bundes sollen 2026 erstmals eine Billion US-Dollar überschreiten und bis 2036 auf 2,1 Billionen US-Dollar steigen. Gleichzeitig entfallen Sozialversicherung und Medicare auf einen immer größeren Teil der staatlichen Pflichtausgaben.
Der Generationenkonflikt ist entsprechend scharf. Nur 34 Prozent der Generation Z glauben laut einer Cato-Umfrage noch daran, dass die Sozialversicherung existieren wird, wenn sie selbst das Rentenalter erreichen. 79 Prozent der jüngeren Befragten rechnen bereits mit Kürzungen ihrer späteren Leistungen.
Gleichzeitig sitzen die Babyboomer laut Visa Business and Economic Insights auf rund 93 Billionen US-Dollar Vermögen. Nur etwa 36 Billionen US-Dollar davon dürften in den kommenden zwei Jahrzehnten an Millennials und Generation X weitergegeben werden.
Damit wird die Debatte immer unangenehmer: Soll ein hoch verschuldeter Staat weiterhin sechsstellige Renten an Multimillionäre zahlen, während jüngere Generationen bereits mit deutlich geringeren Leistungen rechnen?
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
Von wallstreetONLINE Redaktion
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