Ein US-Modell zeigt den Kapitalbedarf und erklärt, warum historische Dividenden trügerisch sein können.
Jeden Monat fast 7400 Euro aus dem eigenen Vermögen zu beziehen, klingt komfortabel. Ein US-Modell zeigt, welche Kapitalbeträge dafür nötig wären.
Wer bereits mit 61 Jahren in Rente geht, muss sein Vermögen möglicherweise noch 30 Jahre oder länger für den Lebensunterhalt einteilen. Eine US-amerikanische Analyse untersucht, wie sich regelmäßige Einnahmen aus einem Portfolio erzielen lassen.
Das Wichtigste in Kürze
Das Ziel sollen 8600 Dollar im Monat sein. Umgerechnet zum vorgegebenen Wechselkurs von 1 US-Dollar = 0,86 Euro entspricht das einem monatlichen Betrag von 7396 Euro. Im Jahr wären das 88.752 Euro. Die Beispielrechnung, über die „247WallSt“ berichtet, setzt auf sieben dividendenstarke Aktien und Fonds.
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Amplify CWP Enhanced Dividend Income ETF (DIVO): ein US-ETF, der auf laufende Erträge durch Dividenden und Optionsstrategien setzt; ursprünglicher Portfolioanteil: rund 25 Prozent
iShares Core Dividend Growth ETF (DGRO): US-ETF mit Aktien von Unternehmen, die ihre Dividenden langfristig steigern; ursprünglicher Portfolioanteil: 15 Prozent
Vanguard Real Estate ETF (VNQ): ETF mit Beteiligungen an Immobilienunternehmen und börsennotierten Immobilienfonds; ursprünglicher Portfolioanteil: 15 Prozent
Main Street Capital (MAIN): finanziert kleine und mittelständische Unternehmen; ursprünglicher Portfolioanteil: 10 Prozent
Duke Energy (DUK): US-Energieversorger, der unter anderem Strom und Gas anbietet; ursprünglicher Portfolioanteil: 5 Prozent
Southern Company (SO): US-Energieversorger mit Schwerpunkt auf der Strom- und Gasversorgung; ursprünglicher Portfolioanteil: 5 Prozent
AbbVie (ABBV): US-Pharmakonzern, der unter anderem Medikamente gegen chronische Erkrankungen entwickelt und vertreibt; ursprünglicher Portfolioanteil: 5 Prozent
Die im Ausgangstext genannten Gewichtungen summieren sich auf 80 Prozent. Für die Darstellung werden sie proportional auf 100 Prozent hochgerechnet. DIVO bleibt dabei die größte Position.
Die Einzelaktien Main Street Capital, Duke Energy, Southern Company und AbbVie sind US-Aktien, die grundsätzlich auch von deutschen Anlegern gehandelt werden können. Voraussetzung ist, dass der jeweilige Broker den Handel ermöglicht.
Bei den beiden ETFs ist die Situation komplizierter: DIVO und DGRO sind US-domizilierte Fonds. Für Privatanleger in Deutschland sind solche ETFs wegen der europäischen PRIIPs-Regeln häufig nicht direkt über klassische Broker erhältlich. Europäische UCITS-Alternativen können eine ähnliche Anlagestrategie verfolgen, sind aber nicht automatisch mit den US-Fonds gleichzusetzen.
Das Portfolio ist deshalb vor allem als Rechenbeispiel für regelmäßige Einnahmen aus dem Depot zu verstehen – nicht als fertiger deutscher Musterdepot-Vorschlag.
Der Rechner von „247WallSt“ geht von einem Startvermögen von einer Million Dollar aus – umgerechnet rund 860.000 Euro.
Angenommen werden:
Die anfängliche Entnahme beträgt 40.000 Dollar im Jahr, also rund 34.400 Euro bzw. 2867 Euro im Monat. Der Betrag wird anschließend jährlich um drei Prozent erhöht, um die Inflation auszugleichen.
Obwohl der Anleger regelmäßig Geld entnimmt, wächst das Depot in der Modellrechnung weiter. Grund dafür ist die angenommene jährliche Rendite von sieben Prozent, die zunächst über der Entnahmerate von vier Prozent liegt. Nach 34 Jahren weist der Rechner deshalb noch einen nominalen Depotwert von rund 2,51 Millionen Dollar aus – etwa 2,16 Millionen Euro.
Wichtig: Die Rechnung belegt nicht, dass ein Depot von 860.000 Euro von Beginn an dauerhaft 7396 Euro monatlich finanzieren kann. Sie zeigt lediglich, wie sich ein Depot unter den genannten Annahmen bei einer anfänglichen Entnahme von rund 2867 Euro im Monat entwickeln könnte.
Der größte Baustein des Modells ist der Fonds DIVO. Seine Ausschüttungen wirken aber höher, als sie künftig voraussichtlich ausfallen werden.
In den vergangenen zwölf Monaten zahlte DIVO rund 2,58 Euro je Anteil aus. Die reguläre, auf ein Jahr hochgerechnete Ausschüttung liegt dagegen nur bei etwa 2,01 Euro – rund 30 Prozent weniger.
Der Grund ist vor allem eine hohe Sonderzahlung von rund 0,82 Euro je Anteil Ende Dezember 2025. Solche freiwilligen Zahlungen können die historische Ausschüttung deutlich erhöhen, sind aber nicht garantiert.
Für die Ruhestandsplanung ist deshalb die reguläre Ausschüttung von rund 2,01 Euro je Anteil die vorsichtigere Rechengröße.
Auch beim iShares Core Dividend Growth ETF (DGRO) und bei Main Street Capital (MAIN) liegen die vergangenen Ausschüttungen über den künftig erwartbaren Zahlungen.
Bei DGRO summierten sich die Ausschüttungen der vergangenen zwölf Monate auf rund 1,27 Euro je Anteil. Die annualisierte reguläre Rate liegt dagegen bei etwa 1,14 Euro.
Bei MAIN waren es rückblickend rund 3,72 Euro je Aktie. Die reguläre Jahresrate beträgt dagegen nur etwa 2,73 Euro. Zusätzlich kann das Unternehmen freiwillige Sonderdividenden zahlen. Zuletzt waren das 0,30 Dollar beziehungsweise rund 0,26 Euro je Aktie.
Diese Zusatzdividenden sind jedoch nicht garantiert. Damit weisen drei der sieben Depotwerte eine Lücke zwischen den historischen und den künftig erwartbaren Ausschüttungen auf.
Bei den Energieversorgern Duke Energy und Southern Company fällt die Entwicklung regelmäßiger aus. Beide Unternehmen haben ihre Quartalsdividenden angehoben.
Im Gegensatz zu DIVO, DGRO und MAIN beruhen die Ausschüttungen hier stärker auf regulären Dividenden als auf freiwilligen Sonderzahlungen.
Regelmäßige Ausschüttungen können im Ruhestand für Einnahmen sorgen. Sie schützen jedoch nicht vor Verlusten beim investierten Kapital.
Die Analyse von „247WallSt“ zeigt die unterschiedliche Kursentwicklung der enthaltenen Werte:
Für Anleger im Ruhestand ist das entscheidend: Wer regelmäßig Geld entnimmt, kann Kursverluste nicht einfach aussitzen. Müssen zusätzlich zu den Ausschüttungen Anteile verkauft werden, kann ein ungünstiger Börsenverlauf das Vermögen schneller schrumpfen lassen.
Hinweis: Die Beträge sind auf Basis eines Wechselkurses von 1 US-Dollar = 0,86 Euro berechnet und können sich mit dem Wechselkurs verändern. Die Berechnungen dienen der Veranschaulichung und stellen keine Anlageempfehlung dar.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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