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Forderung vom ADAC: Strom könnte 81 Euro im Jahr billiger werden

Дата публикации: 20-09-2026 08:20:00

ADAC und Handwerk fordern eine niedrigere Stromsteuer. Für einen Haushalt mit 3500 Kilowattstunden Verbrauch wären rund 81 Euro Ersparnis möglich.

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ADAC und Handwerk fordern eine niedrigere Stromsteuer. Für einen Haushalt mit 3500 Kilowattstunden Verbrauch wären rund 81 Euro Ersparnis möglich.

Stromsteuer: Was ADAC und Handwerk jetzt fordern

Der ADAC und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) drängen derzeit auf eine entsprechende Anpassung der Stromsteuer, wie unter anderem der Deutschlandfunk berichtet. ZDH-Präsident Jörg Dittrich fordert neben niedrigeren Abgaben auf Strom auch Entlastungen bei den Lohnnebenkosten. Die Regierung dürfe sich dabei nicht „um eine Lösung der strukturellen Probleme herumdrücken“, sagte er dem Bericht zufolge.

Für private Stromkunden gilt gemäß Paragraf 3 des Stromsteuergesetzes bislang grundsätzlich der reguläre Steuersatz von 20,50 Euro je Megawattstunde beziehungsweise 2,05 Cent je Kilowattstunde. Deutlich stärker entlastet werden dagegen bereits Unternehmen des produzierenden Gewerbes sowie die Land- und Forstwirtschaft. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums profitieren davon mehr als 600.000 Unternehmen. Ab 2027 rechnet der Bund dadurch mit jährlichen Steuermindereinnahmen von rund drei Milliarden Euro.

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So viel könnten Haushalte bei der Stromsteuer sparen

Würde die Stromsteuer für private Haushalte ebenfalls auf das europäische Mindestniveau sinken, wäre die Entlastung auf der Rechnung durchaus sichtbar. Nach den europäischen Vorgaben liegt der Mindeststeuersatz für nicht gewerblich genutzten Strom bei einem Euro je Megawattstunde, wie aus Unterlagen der EU-Kommission hervorgeht. Gegenüber dem deutschen Regelsatz entspricht das einer Differenz von 1,95 Cent je Kilowattstunde vor Mehrwertsteuer. Bei einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden ergäbe sich bei vollständiger Weitergabe der Senkung rechnerisch eine Ersparnis von rund 81 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Ganz neu wäre die Idee keineswegs. CDU, CSU und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die Abgabe „für alle so schnell wie möglich auf das europäische Mindestmaß“ zu reduzieren und zusätzlich die Übertragungsnetzentgelte zu senken. Umgesetzt wurde die Stromsteuersenkung bislang allerdings nur für das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft. Private Haushalte profitieren dagegen seit 2026 von einem Bundeszuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten. Für 2026 sind dafür 6,5 Milliarden Euro vorgesehen, von 2027 bis 2029 jeweils gut 5,5 Milliarden Euro.

Erst Anfang September 2026 erklärte die Bundesregierung erneut, eine zusätzliche Steuersenkung für Haushalte setze entsprechende finanzielle Spielräume im Bundeshaushalt voraus.

Wie realistisch ist die Änderung?

Rechtlich wäre eine Ausweitung damit grundsätzlich möglich, die entscheidende Hürde ist derzeit die Finanzierung. Bereits 2025 bezifferte das Bundesfinanzministerium die zusätzlichen Kosten einer Senkung für alle auf rund 5,4 Milliarden Euro pro Jahr, wie ZDFheute unter Berufung auf das Ministerium berichtete. Gleichzeitig hat die Bundesregierung gerade beschlossen, die Netzentgelte auch von 2027 bis 2029 mit jährlich gut 5,5 Milliarden Euro zu bezuschussen. Im April 2026 hatte sie bei einer weiteren Entlastungsrunde zudem ausdrücklich andere Instrumente gewählt. In der Regierungspressekonferenz vom 13. April hieß es, die Koalition habe sich nach Beratungen gegen eine allgemeine Steuersenkung entschieden.

Damit spricht der aktuelle Stand gegen eine unmittelbar bevorstehende Umsetzung, auch wenn die Forderung politisch keineswegs vom Tisch ist. Einen finanzierten Gesetzentwurf für private Haushalte gibt es nach dem derzeit öffentlich bekannten Stand jedoch nicht. Für Verbraucher hängt eine tatsächliche Entlastung deshalb vor allem davon ab, ob die Bundesregierung künftig die nötigen Milliarden im Haushalt für eine Senkung der Stromsteuer bereitstellt.

Von Dana Neumann

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