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16,8 Milliarden Euro kostet bisher der Iran-Krieg deutsche Haushalte – Geringverdiener trifft es besonders hart

Дата публикации: 02-09-2026 16:13:00

Der Iran-Krieg verteuert Energie und schmälert die Kaufkraft. Für deutsche Haushalte entstehen 16,8 Milliarden Euro Mehrkosten.

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Der Iran-Krieg treibt Energiepreise und Inflation. Für deutsche Haushalte summiert sich der Kaufkraftverlust bereits auf Milliarden – besonders Menschen mit wenig Einkommen trifft der Schock immer härter.

Der Iran-Krieg ist Tausende Kilometer entfernt. Seine Folgen sind jedoch an deutschen Tankstellen, in den Heizkostenabrechnungen und zunehmend auch in den Preisen anderer Waren spürbar. Eine neue britische Analyse beziffert den Kaufkraftverlust der Briten auf durchschnittlich umgerechnet rund 2800 Euro je Haushalt bis Ende 2027.

Auch für Deutschland zeigen aktuelle Daten: Der Energieschock frisst hier bereits massiv Kaufkraft weg und trifft nicht alle Menschen gleich stark. Laut ifo Institut verursacht der Konflikt zusätzliche Konsumausgaben von 16,8 Milliarden Euro.

Das sind die wichtigsten Zahlen:

  • 16,8 Milliarden Euro zusätzliche Konsumausgaben entstehen deutschen Haushalten laut ifo Institut durch den Nahost-Preisschock.
  • Im Durchschnitt entspricht das einem Verlust von 1,15 Prozent des verfügbaren Einkommens.
  • Das ärmste Zehntel verliert rechnerisch 2,87 Prozent, das einkommensstärkste Zehntel dagegen nur 0,65 Prozent.
  • Gleichzeitig lagen die Energiepreise im August 10,5 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Britische Haushalte verlieren bis zu 2800 Euro Kaufkraft

Wie stark ein solcher Energiepreisschock die Kaufkraft über mehrere Jahre belasten kann, zeigt ein Blick nach Großbritannien. Die dortige Entwicklung lässt sich zwar nicht eins zu eins auf Deutschland übertragen. Sie verdeutlicht aber, wie sich höhere Energiepreise, schwächere Reallöhne und eine restriktivere Geldpolitik über längere Zeit zu einem erheblichen Einkommensverlust summieren können.

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Das britische Centre for Economics and Business Research, kurz CEBR, kommt laut „Guardian“ zu dem Ergebnis, dass Haushalte im Vereinigten Königreich 2026 im Durchschnitt rund 1100 Pfund (umgerechnet etwa 1290 Euro) und 2027 weitere 1300 Pfund (etwa 1520 Euro) an realem Einkommen verlieren könnten. Insgesamt ergibt sich damit bis Ende 2027 ein Kaufkraftverlust von rund 2400 Pfund (etwa 2800 Euro) je Haushalt.

Die Ökonomen berechneten, wie viel geringer die reale Kaufkraft im Vergleich zu einem Szenario ohne den Krieg und den damit ausgelösten Energiepreisschock ausfallen dürfte. Der britische Befund zeigt, dass die wirtschaftlichen Folgen nicht mit einer höheren Tank- oder Heizkostenrechnung enden, sondern sich über Inflation, Löhne und Zinsen über Jahre fortsetzen können.

„Höhere Energiekosten schlagen unmittelbar auf Rechnungen und fast alle anderen Preise durch – jeder verdiente Pfund kauft weniger“, sagt CEBR-Ökonom Liam Daly.

Iran-Krieg treibt die Belastung in Deutschland hoch

Genau dieser Mechanismus ist inzwischen auch in Deutschland sichtbar. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes lag die Inflation im August bei 2,9 Prozent. Besonders stark ziehen die Energiepreise an: Sie lagen 10,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Im Juni betrug der Anstieg erst 3,4 Prozent, im Juli 8,3 Prozent.

Schon die detaillierten Juli-Daten zeigen, wo Verbraucher den Schock besonders merken. Kraftstoffe waren 23 Prozent teurer als im Vorjahr, leichtes Heizöl sogar 34,7 Prozent.

Das Statistische Bundesamtes führt die höheren Kraftstoffpreise ebenfalls unter anderem auf den Ölpreisanstieg infolge des Iran-Krieges zurück. Gleichzeitig spielte allerdings auch das Ende des staatlichen Tankrabatts eine Rolle. Importierte Energie kostete im Juli 26,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Wenig Einkommen, besonders großer Verlust

Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie stark die Preise steigen, sondern wer sein Einkommen wofür ausgeben muss. Eine Untersuchung des ifo Instituts zeigt, dass Haushalte mit niedrigen Einkommen einen größeren Teil ihres Budgets für Energie, Mobilität und andere notwendige Ausgaben verwenden. Sie können steigenden Preisen deshalb schlechter ausweichen.

Nach der ifo-Modellrechnung verlieren Haushalte im untersten Einkommenszehntel 2,87 Prozent ihres verfügbaren Einkommens, das oberste Zehntel verliert dagegen lediglich 0,65 Prozent.

Auch ältere Menschen sind überdurchschnittlich betroffen: Bei Rentnerpaaren errechnet ifo einen Verlust von 1,53 Prozent, bei alleinlebenden Senioren 1,45 Prozent. Die Forscher bezeichnen ihre Ergebnisse allerdings ausdrücklich als Obergrenze, weil Verbraucher ihren Konsum anpassen können.

Der zweite Kostentreiber sind die Zinsen

Hinzu kommt ein weniger sichtbarer Faktor. Wegen des neuen Inflationsdrucks erhöhte die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen am 11. Juni um 0,25 Prozentpunkte. Im Juli ließ sie die Zinsen unverändert. Der nächste Zinsentscheid steht am 10. September an.

An den Finanzmärkten gilt eine weitere Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte derzeit als wahrscheinlich. Sicher ist sie aber nicht: Die EZB muss zwischen anhaltendem Preisdruck und einer schwachen Konjunktur abwägen.

Die jüngste Erhöhung begründete die EZB ausdrücklich mit den Inflationsrisiken durch den Krieg. Sie warnte zudem, dass die vollständigen Folgen des Energieschocks bei den Verbraucherpreisen noch nicht angekommen seien.

Damit wird aus dem Energieproblem auch ein Wachstumsproblem: Höhere Preise senken die Kaufkraft, höhere Zinsen verteuern Kredite und bremsen Investitionen. Die Bundesbank erwartet für Deutschland deshalb 2026 eine Inflation von 2,9 Prozent und 2027 noch 2,7 Prozent. Erst 2028 könnte die Rate wieder deutlich unter zwei Prozent fallen.

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