Neuer Bürgermeister, bekannte Problemstellungen: In Durlangen steht Jochen Nauert in der zweiten Hälfte des Jahres gleich vor mehreren Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.
Stand: 10.09.2026, 16:00 Uhr

Neuer Bürgermeister, bekannte Problemstellungen: In Durlangen steht Jochen Nauert in der zweiten Hälfte des Jahres gleich vor mehreren Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.
Durlangen. Erst im Frühsommer hat Durlangens neuer Bürgermeister Jochen Nauert offiziell sein Amt angetreten – und gleich mehrere Themen vor der Brust, welche in den kommenden Monaten die Entwicklungen in der 2700 Einwohner zählenden Kommune prägen werden. An vorderster Stelle nennt der neue Rathauschef die Erweiterung des örtlichen Kindergartens "Pusteblume" zum Kinder- und Familienzentrum: "Die Abstimmung mit dem Gesundheitsamt ist erfolgt. Nun müssen die entsprechenden Förderanträge gestellt werden, um die Finanzierung sicherzustellen, dann können die Ausschreibungen stattfinden", berichtet Nauert.
Ebenfalls eine finanzielle Zuwendung wird für die Beseitigung eines technischen Problems des Abwassersystems an der Marienbader Straße benötigt: Dort dringt Flüssigkeit – sogenanntes Fremdwasser – ungewollt in die Kanalisation ein. "Unsere Kläranlage weist einen vergleichsweise hohen Fremdwasseranteil auf, weshalb die Betriebserlaubnis mit Auflagen verbunden ist", erklärt der Rathauschef.
Viele Top-Themen wartenUnd auch eine weitere Herausforderung gilt es hinsichtlich des örtlichen Wassersystems zu lösen: Aufgrund des schlechten Zustands des Leitungsnetzes im Bereich des Wohnplatzes Hummelbühl ist im Brandfall die Zufuhr von Löschwasser nicht mehr ausreichend gewährleistet. 200 Meter an neuen Leitungen müssen dort verlegt werden. Nauert terminiert den Beginn der Bauarbeiten auf April 2027.
Ein weiteres Top-Thema: Sieben Bushaltestellen sollen im Hauptort sowie in Zimmerbach und Tanau barrierefrei werden. Die Vorstellung des Projekts soll bei der ersten Ratssitzung nach der Sommerpause erfolgen, der Förderantrag im Oktober eingereicht werden. Voraussichtlich im nächsten Jahr wird es dann losgehen. Ebenfalls im kommenden Jahr – ab Frühjahr oder Sommer – wird die marode Leinbrücke instandgesetzt.
Als größte Herausforderung der ersten Jahreshälfte bezeichnet der Verwaltungschef "das strukturelle Defizit im Haushalt, speziell im Ergebnishaushalt". Nauert wirft diesbezüglich einen stirnrunzelnden Blick in Richtung Zukunft: "Da macht man sich schon Sorgen, wie handlungsfähig man als kleine Kommune ohne große Gewerbesteuereinnahmen künftig noch ist."
Erfreuliches und Ziele
Worüber er sich bisher besonders gefreut hat? "Wie mir die Durlanger nach der Wahl und der Unsicherheit mit dem durch einen Bürger eingelegten Widerspruch begegnet sind: nämlich sehr freundlich und wohlwollend", sagt Nauert. "Ich bin auch auf viele Menschen zugegangen, die mir im Vorfeld kritisch gegenüberstanden. Und in diesen Gesprächen konnte ich, glaube ich zumindest, viele überzeugen." Weitere Höhepunkte seiner noch jungen Amtszeit seien die Einführung des neuen Feuerwehrfahrzeugs sowie das Doppeljubiläum der beiden Musikvereine gewesen.
Sein persönliches Ziel für die zweite Jahreshälfte? "Gemeinsam mit meiner Kämmerin einen soliden Haushalt aufstellen, der die Pro-Kopf-Verschuldung nur in erträglichem Maße ansteigen und trotzdem Spielraum für Investitionen lässt, um Stillstand zu vermeiden", so Nauert. "Persönlich wünsche ich mir in diesem Zusammenhang ein Gemeinde-Entwicklungskonzept, um einen ganzheitlichen Ansatz auf allen Ebenen zu haben und die Bevölkerung miteinbeziehen zu können. Aber das wird wohl dieses Jahr nicht mehr ganz reichen."
Kiga profitiert von Bundes-MittelnWohin soll das Geld aus dem Sondervermögen in Durlangen fließen? "Da sind wir uns ein Stück weit schon einig", heißt es vom Verwaltungschef: "Wir werden einen Teil der Mittel für den Ausbau der Kita "Pusteblume" nutzen. Anschließend muss man sehen, was noch übrig ist – und dann gemeinsam mit dem Gemeinderat entscheiden, für welches Projekt man die Mittel einsetzt."
"Ich glaube tatsächlich: Vielen Menschen ist nicht bewusst, vor welchen Herausforderungen Kommunen stehen und welche Aufgabenvielfalt täglich zu bewältigen ist", wirbt Nauert um einen vertieften Blick der Menschen auf die kommunalpolitischen Verhältnisse und Prozesse. Dies sei manchmal allerdings auch nachvollziehbar. Denn: "Von vielen Dingen, wie beispielsweise Kanalsanierungen und Wasserversorgung, bekommen die meisten Bürger im Alltag wenig mit."
Und zum Abschluss noch die persönlichen Freizeit-Tipps des Bürgermeisters: "Wirklich schön und idyllisch finde ich es am Rehnenmühlensee und an der Leinmühle, wo es einen kleinen Strand gibt und die Kinder im Wasser spielen oder baden können."
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