Vieles funktioniert in Göggingen: sanierte Schule, neues Feuerwehrfahrzeug, große Zukunftsprojekte. Doch wie viel wird die Gemeinde noch investieren können?
Stand: 13.09.2026, 18:00 Uhr

Vieles funktioniert in Göggingen: sanierte Schule, neues Feuerwehrfahrzeug, große Zukunftsprojekte. Doch wie viel wird die Gemeinde noch investieren können?
Göggingen. Die Gemeinde hat auf den ersten Blick erst mal einiges zu bieten, das gut läuft: Das Rathaus hat einen neu gestalteten Vorplatz, die Grundschule ist generalsaniert, der Kindergarten bietet Platz für acht Gruppen und bei der Feuerwehr wächst der Nachwuchs. Göggingen wirkt wie eine Gemeinde, die ihre Hausaufgaben gemacht hat. Beim Rundgang mit Bürgermeister Danny Kuhl-Zaussinger wird klar, dass nicht nur die guten Seiten zu der circa 2500-Einwohner-Gemeinde gehören. Finanziell sieht es zwar noch gut aus, aber in naher Zukunft stehen große Investitionen an: Die Hauptstraße und Gemeindehalle sollen erneuert, Breitband ausgebaut und der Platz an der Kirche verschönert werden. Die Gemeinde wird ohne Förderungen entscheiden müssen, wo sie investiert. Zudem ist die Gemeinde aktuell nahezu schuldenfrei. Ob sie das auch in Zukunft bleiben wird, ist fraglich.
Investitionen und EngagementZu den Dingen, die gut laufen, gehört beispielsweise die Feuerwehr. 2019 wurde das Feuerwehrhaus erneuert. Unter anderem wurden die Fahrzeugboxen auf vier Stück erweitert. In einer der Boxen steht ein neues Feuerwehrfahrzeug, welches 2025 ausgeliefert wurde. Kostenpunkt: 500.000 Euro. Die Feuerwehr freut sich jedoch nicht nur über die neue Ausstattung, sondern auch über die rege Beteiligung der 75 Mitglieder. „Grundsätzlich haben wir hier ein sehr, sehr starkes Ehrenamt", sagt Kuhl-Zaussinger. Auch mit den verschiedenen anderen Vereinen der Gemeinde laufe die Zusammenarbeit gut. Göggingen habe „viele gute Vereine, die sich dann auch, wenn es jetzt Jubiläum gibt oder Sonstiges, eben untereinander unterstützen".

Auch bei den jüngsten Göggingern ist die Gemeinde gut aufgestellt. Das zeigt sich spätestens beim Blick auf Schule und Kindergärten.
Die Grundschule der Gemeinde wurde generalsaniert und im Mai 2025 eingeweiht. Die Decken und Wände, die Innenräume – alles wurde erneuert. Und auch in Bezug auf Digitalisierung hat die Gemeinde investiert: Vor Ort gibt es digitale Tafeln, welche zusätzlich mit einem Smart-TV-Gerät ausgestattet wurden, wie der Bürgermeister bei dem Ortsrundgang zeigt. Außerdem gebe es ausreichend iPads für die Schülerinnen und Schüler. Insgesamt kostete die Generalsanierung die Gemeinde drei Millionen Euro.
Ausbau und Modernisierung der KindergärtenAuch in die Kindergärten der Gemeinde wurde investiert. Der Kindergarten „Abenteuerland" wurde 2021 erweitert und bietet jetzt unter anderem Platz für eine Gruppe für Kinder unter drei Jahren.

Dafür wurde aus einem ehemaligen Klassenzimmer ein Raum geschaffen, in dem sich die Kinder aufhalten können. Ein damals erbauter Verbindungsbau dient als Eingangshalle des Kindergartens. Hinzu kamen Schlafräume.
Zudem wurde letztes Jahr ein Naturkindergarten eröffnet. „Das kommt sehr, sehr gut an", sagt Kuhl-Zaussinger.
Anstehende Sanierungen im KindergartenbereichDer Kindergarten ist nicht nur ein gutes Beispiel für bereits abgeschlossene Investitionen, sondern auch für noch kommende Investitionen und Herausforderungen. Ein Teil des Kindergartens befindet sich nach Angaben von Kuhl-Zaussinger in einem Gebäudeteil, der etwa 40 Jahre alt ist. „Man sieht es, auch die Fenster sind entsprechend in die Jahre gekommen", sagt der Bürgermeister und zeigt auf die Fenster. Zudem werde es bei hohen Temperaturen sehr warm: „Ohne die Klimaanlagen, die da oben sind, halten wir es hier fast gar nicht aus“ so Kuhl-Zaussinger. Auch das Dach müsse den aktuellen Wetterbedingungen inklusive Starkregen-Ereignissen angepasst werden. Für die Sanierung des Kindergartens sind zunächst 650.000 Euro eingeplant. Davon sollen 120.000 Euro aus dem Landessanierungsprogramm kommen. Der größte Teil der Ausgaben entfällt mit 600.000 Euro auf das Jahr 2027.
Auch die Gemeindehalle hat laut dem Bürgermeister Sanierungsbedarf. Die Halle stamme aus den 80er-Jahren. Die Gemeinde plane eine umfassende energetische Sanierung. Inzwischen sei die Kalkulation jedoch auf knapp 5,75 Millionen Euro gestiegen, wie der Bürgermeister erklärt. Für 2026 sind laut Haushaltsplan zunächst 150.000 Euro für Vorarbeiten vorgesehen, 2027 und 2028 jeweils 2,5 Millionen Euro. Für die Sanierung hoffe man auf ein Förderprogramm des Bundes. Ansonsten müsse man „den roten Stift ansetzen“ und überlegen, welche Maßnahmen dringend und finanzierbar sind – und welche nicht.
Hintergrund: Teurere Gemeindehallen-Sanierung bringt Gögginger Haushalt zum Glühen
Neuer Dorfplatz als zentrales ProjektAuf Dauer will Kuhl-Zaussinger, dass Göggingen mehr zum Verweilen einlädt und weniger zum Durchfahren. Herzstück dieses Projektes soll der Platz an der Kirche sein. Für das Projekt hat die Gemeinde bereits ein Haus an der Hauptstraße erworben, welches bereit sei, abgerissen zu werden. Man wolle den Platz ebnen und spiele mit dem Gedanken, eine Art Wasserelement einzubauen. Man müsse jedoch abwarten, ob und welche Zuschüsse die Gemeinde für dieses und andere Projekte bekäme, um dann abzuschätzen, was umsetzbar und finanzierbar sei. Schon jetzt sei jedoch klar: Göggingen ist jetzt so gut wie schuldenfrei. Nur ein Kredit über 19.000 Euro laufe aktuell. Doch das wird nicht so bleiben: „Ohne Finanzierung, ohne Kreditaufnahme wird es nicht funktionieren", so Kuhl-Zaussinger.
Der neue Dorfplatz soll im Zuge der Sanierung der Hauptstraße errichtet werden. Es ist eines der größten anstehenden Projekte in Göggingen: Auf rund 550 Metern soll die Ortsdurchfahrt erneuert und neu gestaltet werden. Notwendig ist die Maßnahme vor allem, weil der Abwasserkanal unter der Straße hydraulisch unterdimensioniert und marode ist; auch die Wasserleitung wird erneuert. Zusätzlich sollen Leerrohre für den Breitbandausbau verlegt werden. Insgesamt sind dafür bis 2028 rund 5,05 Millionen Euro eingeplant.
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