Mit Herzblut und Engagement: Wie Michaela Bretzler das DRK Durlangen prägt und welche Auszeichnung sie jetzt bekam.
Stand: 29.09.2026, 18:30 Uhr

Mit Herzblut und Engagement: Wie Michaela Bretzler das DRK Durlangen prägt und welche Auszeichnung sie jetzt bekam.
Durlangen. Zwischen Melonen schneiden und Nudelsalat anrichten bleibt Michaela Bretzler gerade Zeit für ein Gespräch. Der Salat ist fürs Sommerfest des DRK-Ortsvereins Durlangen bestimmt, zwischendurch klingelt das Handy, irgendwo muss noch etwas organisiert werden. „Ich bin gerade etwas im Stress“, sagt die 53-Jährige und lacht. Wer sie kennt, weiß allerdings: Genau dort fühlt sie sich fast am wohlsten.
Seit diesem Jahr trägt Michaela Bretzler als Bereitschaftsleiterin die Verantwortung für die DRK-Ortsgruppe Durlangen. Dass sie nun mit der Henry-Dunant-Medaille in Silber des DRK-Kreisverbands Schwäbisch Gmünd ausgezeichnet wurde, überrascht ihre Kameradinnen und Kameraden deshalb kaum. Die Ehrung wird an Menschen verliehen, die sich über viele Jahre mit außergewöhnlichem Einsatz für das Deutsche Rote Kreuz engagieren und weit mehr leisten, als man selbstverständlich erwarten kann.
Helfen war schon als Kind ihr WunschMit gerade einmal zwölf Jahren trat Michaela Bretzler 1985 dem Jugendrotkreuz in Spraitbach bei. „Ich wollte schon als Kind anderen helfen“, erzählt sie. Eigentlich habe sie Krankenschwester werden wollen. Für die Ausbildung sei sie damals nach der Schule jedoch noch zu jung gewesen. Dem Roten Kreuz blieb sie trotzdem treu.
1990 zog sie der Liebe wegen nach Durlangen und wechselte gleichzeitig zur dortigen DRK-Ortsgruppe. Aus den ersten Diensten wurden Jahrzehnte ehrenamtlichen Engagements. Ob Jugendrotkreuz, Schriftführung, Bereitschaftsleitung oder Erste-Hilfe-Ausbildung – ihre DRK-Laufbahn liest sich wie ein Lebenslauf des Ehrenamts.
„Sie hat all ihre Pflichtausbildungen mit großem Engagement absolviert und nimmt stets zuverlässig an den jährlichen Fortbildungen teil“, lobte DRK-Kreisbereitschaftsleiterin Christina Baron bei der Verleihung der Auszeichnung.
Kein Tag gleicht dem anderen329 ehrenamtliche Stunden stehen allein zur Jahresmitte auf Michaela Bretzlers persönlichem Stundenzettel. Das Team des DRK Durlangen kommt gemeinsam bereits auf 1724 Stunden. Ob Blutspendeaktionen, Sanitätsdienste, Übungen mit den Blaulichtorganisationen, Erste-Hilfe-Kurse oder die Versorgung von Einsatzkräften – langweilig werde ihr dabei nie. „Der Dienst beim DRK ist nie eintönig.“
Viel wichtiger als die Aufgaben sei ohnehin die Kameradschaft. Immer wieder gerät sie ins Schwärmen, wenn sie von den vielen kleinen Momenten erzählt, in denen sich die gegenseitige Unterstützung zeige.
Dass zu den Einsätzen inzwischen auch jede Menge Büroarbeit gehört, verschweigt sie allerdings nicht. Ein dicker Ordner voller Dokumentationen erinnert daran, dass zum Ehrenamt eben auch Verwaltungsarbeit gehört. „Dafür geht schon viel Zeit drauf“, sagt sie und grinst.
Die ganze Familie ist mit dabeiAllein stemmen könnte sie ihr Engagement ohnehin nicht. Ehemann Wolfgang gehört längst mit zur DRK-Familie. Schmunzelnd bezeichnet sie ihn als ihren „Dätsch-noch-schnell-Mann“ – denjenigen, der kurzerhand einspringt, wenn irgendwo noch etwas erledigt werden muss. Auch die vier Kinder seien mit dem „Rettungsfieber“ groß geworden.
Besonders am Herzen liegen Michaela Bretzler heute die Erste-Hilfe-Ausbildungen in Schulen und Kindergärten. Acht Doppelstunden umfasst ein Schulkurs, für die Kleinsten werden die Inhalte spielerisch in kürzeren Einheiten vermittelt. „Das ist einfach schön“, sagt sie. Beeindruckend sei vor allem, wie neugierig Kinder seien. Nichts werde einfach hingenommen, alles werde hinterfragt.
Mehr als nur EinsätzeNicht jeder Einsatz lässt sich allerdings so leicht abschütteln. Auch wenn sie bei größeren Schadenslagen häufig im Hintergrund arbeitet und Einsatzkräfte versorgt, beschäftigten sie manche Situationen noch lange danach. „Manchmal wird einem die Endlichkeit des Lebens vor Augen geführt.“
Vielleicht ist es genau dieser Wechsel zwischen ernsten Einsätzen und herzlicher Kameradschaft, der Michaela Bretzler seit mehr als vier Jahrzehnten beim Roten Kreuz hält. Ob ihr die vielen Ehrenamtsstunden manchmal zu viel werden? „Nein“, sagt sie lachend.
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