Scalable nennt als erster Anbieter Gebühren von 0,15 Prozent pro Jahr für sein Standard-Altersvorsorgedepot. Andere Anbieter könnten teurer sein. Das kostet Sie im Zweifel viel Geld.
Scalable nennt als erster Anbieter Gebühren von 0,15 Prozent pro Jahr für sein Standard-Altersvorsorgedepot. Andere Anbieter könnten teurer sein. Das kostet Sie im Zweifel viel Geld.
Scalable machte den Anfang. Der Neobroker kündigte an, ab kommendem Jahr ein gebührenfreies Altersvorsorgedepot anzubieten. Lediglich die laufenden Kosten für ETFs, die Total Expense Ratio (TER), sollen noch anfallen. Scalable will sie aber auf maximal 0,15 Prozent der Anlagesumme begrenzen. Im ersten Jahr sollen zudem keine Kosten anfallen. Der Kampf um die neue Rente ist eröffnet.
Das ist für Anleger eine wichtige Nachricht, denn die Gebühren könnten beim Altersvorsorgedepot das Ersparte signifikant senken. Die Bundesregierung will die Effektivkosten bei einem Prozent pro Jahr begrenzen.
Die Effektivkosten sind dabei eine rechnerische Größe. Sie sollen angeben, um wie viel Prozentpunkte die jährliche Rendite durch alle Gebühren sinkt, die rund um das Depot anfallen. Das können neben der TER etwa Kontoführungsgebühren oder Gebühren für Käufe und Verkäufe von Fondsanteilen sein. Würde Ihr Depot etwa fünf Prozent Rendite erwirtschaften, wären es bei einem Prozent Effektivkosten nur noch vier Prozent.
Das hat über die Dauer eines Arbeitslebens große Auswirkungen. Wir rechnen mit einer Sparphase von 40 Jahren. Ohne Kosten erzielt das Depot fünf Prozent Rendite pro Jahr. Die monatliche Sparrate bleibt konstant. Die in der Tabelle enthaltenen Sparraten enthalten dabei schon die staatliche Förderung. Bei 100 Euro kompletter Sparrate wären etwa 74 Euro aus Ihrem Portemonnaie und 26 Euro aus staatlicher Förderung. Das gilt ohne Kinderbonus oder andere Boni.
ANZEIGE
ANZEIGE
Legen Sie 100 Euro zu den genannten Konditionen über 40 Jahre gebührenfrei an, betrüge Ihr Vermögen rund 148.000 Euro. Doch schon die Gebühren von Scalable von nur 0,15 Prozent reduzieren diese Summe um 5400 Euro oder etwa vier Prozent.
Je höher die Gebühren liegen, desto mehr von Ihrem Ersparten verschwindet darin.
Das wären bei 100 Euro Sparrate am Ende rund 32.000 Euro. Wer 500 Euro im Monat spart, hätte dann sogar 160.000 Euro weniger für die Rente.
Weniger Erspartes zum Rentenbeginn mindert wiederum Ihre private Zusatzrente. Bei einem konservativen Ansatz zahlen Sie sich jeden Monat ein Dreihundertstel Ihres Vermögens als Zusatzrente aus. So reicht das Ersparte für rund 25 Jahre. Ein Verlust von 5400 Euro an Gebühren kostet Sie dann rund 18 Euro monatliche Rente. Im schlimmsten von uns modellierten Fall von 160.000 Euro weniger Vermögen wären es sogar 533 Euro weniger Rente pro Monat.
Scalable ist bisher der einzige Anbieter, der konkrete Kosten für das Altersvorsorgedepot nennt. Die Effektivkosten werden leicht über oder unter den 0,15 Prozent liegen, weil die TER sich nicht eins-zu-eins in Effektivkosten umrechnen lässt. Zudem gilt die Aussage nur für das Standarddepot.
Dieses enthält genau zwei Fonds, die der Anbieter aussuchen darf. Einer muss risikoarm sein, einer darf riskanter investieren. Als Kunde dürfen Sie wählen, wie Sie Ihr Geld zwischen beiden Fonds aufteilen wollen. Tun Sie dies nicht, gilt eine Voreinstellung des jeweiligen Anbieters. Je näher Sie dem Rentenbeginn kommen, desto mehr Geld wird aber automatisch in den risikoärmeren Fonds umgeschichtet.
Dieses Standarddepot ist für Banken und Anbieter sehr einfach zu handhaben. Hier lässt sich vieles automatisieren. Entsprechend muss ein Anbieter dafür auch keine hohen Gebühren verlangen. Die 0,15 Prozent von Scalable könnten also nicht einmal das beste Angebot werden. Allerdings hat bisher sonst kein Anbieter genaue Zahlen genannt.
Zero wirbt ebenfalls mit einem gebührenfreien Altersvorsorgedepot und „typischen ETF-Kosten“, ist aber weniger konkret als Scalable. Unklar ist etwa, ob dies auch nur für das Standarddepot gelten wird. Wahrscheinlich wird es hier auf Effektivkosten in ähnlicher Höhe hinauslaufen. Sonst haben verschiedene Anbieter bisher nur angekündigt, überhaupt Altersvorsorgedepots anzubieten. Sie nennen aber keine Gebühren.
Wichtig: Auch die 0,15 Prozent von Scalable sind noch nicht die fixen Effektivkosten des Depots. Die genaue Zahl wird erst im Produktinformationsblatt bekanntgegeben. Scalable hat es noch nicht veröffentlicht.
Wenn Sie im kommenden Jahr ein Altersvorsorgedepot eröffnen möchten oder einen bestehenden Riester-Vertrag in ein solches umwandeln wollen, sollten Sie bei den Preis- und Leistungsverzeichnisse auf verschiedene Dinge achten:
„Ein Staatsfonds wäre besser gewesen“
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Scalable zeigt es beim Altersvorsorge-Depot: Wer bei der neuen Rente zu viel verlangt, bekommt Probleme | 0 | 15.31 | 26-08-2026 |
| 2 | Lock-Angebote: Beim Altersvorsorgedepot droht Sparern die Konditionen-Falle | 0 | 23.04 | 24-09-2026 |
| 3 | Altersvorsorgedepot: Anbieter locken mit 0-Euro-Angeboten | 0 | 12.31 | 11-09-2026 |
| 4 | Altersvorsorgedepot: 100.000 Euro Entnahme kann beim Rentendepot 7800 Euro kosten | 0 | 14.63 | 11-09-2026 |
| 5 | Altersvorsorgedepot: Wenig Freiheit, aber staatliche Zulagen | 0 | 13.78 | 15-09-2026 |
| 6 | Bringt das Altersvorsorge-Depot Sie vorwärts? Hier checken | 0 | 11.26 | 31-08-2026 |
| 7 | Hier prüfen Sie, ob das Altersvorsorgedepot zu Ihnen passt | 0 | 8.23 | 12-09-2026 |
| 8 | So holen Sie das Meiste aus dem Altersvorsorgedepot | 0 | 7.26 | 14-09-2026 |
| 9 | PKV versus GKV: So viel Beitragsersparnis bleibt wirklich übrig | 0 | 11.82 | 10-09-2026 |
| 10 | Sparkassen verdienen an ihren Kunden immer mehr – Gebühren bringen ihnen Milliarden ein | 0 | 8.62 | 25-09-2026 |