Das Altersvorsorgedepot startet 2027. Schon jetzt werben Banken und Broker mit günstigen Konditionen. Die wichtigsten Angebote im Überblick.
Das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot startet erst 2027. Schon jetzt werben Banken und Broker um Kunden – und drücken die Kosten. Deka verlangt 0,1 Prozent, andere Anbieter sogar gar nichts.
Immer mehr Banken, Broker und digitale Vermögensverwalter starten in den Preiskampf um Kunden für das neue Altersvorsorgedepot. Und inzwischen liegen auch die ersten konkreten Preise auf dem Tisch.
Beim Altersvorsorgedepot von Scalable Capital sollen für das Standardmodell weder Depotführung noch Sparpläne, Einzahlungen oder Auszahlungen etwas kosten. Auch Käufe und Verkäufe sind dort kostenlos. Für ausgewählte ETFs übernimmt der Anbieter im Jahr 2027 zudem die laufenden Produktkosten.
Noch günstiger kann es für Kunden bei den tatsächlich anfallenden ETF-Kosten also kaum werden – zumindest vorübergehend. Denn das Angebot mit null Prozent bei den ETFs gilt nach Angaben von Scalable nur für ausgewählte Produkte und bis Ende 2027.
Wer sein Altersvorsorgedepot frei zusammenstellen will, muss die jeweiligen Produktkosten der gewählten ETFs zahlen.
Auch Smartbroker+ geht mit einem aggressiven Preisangebot an den Start. Das Standarddepot soll ohne Depotgebühr auskommen. Sparpläne sowie Käufe und Verkäufe sollen ebenfalls kostenlos sein.
Besonders interessant ist die Regelung bei den laufenden ETF-Kosten: Smartbroker+ will die sogenannte TER, also die laufenden Kosten der Fonds, im Standarddepot drei Jahre lang zu 100 Prozent erstatten. Das gilt allerdings nur bis zu einem Anlagevolumen von 25.000 Euro.
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Für Anleger ist das ein wichtiger Unterschied: Die ETFs selbst sind nicht dauerhaft kostenlos. Der Anbieter übernimmt die Kosten lediglich für einen begrenzten Zeitraum und bis zu einem bestimmten Anlagebetrag.
Das Altersvorsorgedepot ist Teil der Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Anders als bei der klassischen Riester-Rente ist beim neuen Depot keine vollständige Beitragsgarantie vorgeschrieben. Dadurch können Anbieter stärker in Aktien und andere Wertpapiere investieren.
Die staatliche Förderung funktioniert dabei nach einem neuen System:
Auch die Deka mischt mit – und damit die Sparkassen-Gruppe. Das Standarddepot soll 0,1 Prozent Effektivkosten pro Jahr kosten. Depotführung und Zulagenverwaltung sollen kostenlos sein. Gleichzeitig können Kunden das Angebot über die Sparkassen vor Ort bekommen.
Das Standardmodell sieht eine automatische Umschichtung vor: Zunächst wird das Geld vollständig in einen Aktien-ETF investiert. Fünf Jahre vor dem geplanten Rentenbeginn soll der Aktienanteil auf 50 Prozent sinken. Zwei Jahre vor Rentenbeginn wird er nochmals reduziert.
Wer mehr Einfluss nehmen möchte, kann innerhalb des Standardmodells den Aktienanteil nach Angaben der Deka auch selbst über die Sparkassen-App anpassen. Das aktiv gemanagte Individualprodukt ist deutlich teurer. Hier liegen die angekündigten Effektivkosten zwischen einem und 1,5 Prozent pro Jahr.
Das Angebot soll Anfang 2027 in den Sparkassen-Filialen und digital über die Sparkassen-App verfügbar sein. Die Konditionen stehen allerdings noch unter dem Vorbehalt der BaFin-Genehmigung.
Neben Scalable und Smartbroker+ positioniert sich auch finanzen.net mit Broker „Zero“ als günstiger Anbieter. Das Unternehmen wirbt mit einem gebührenfreien Altersvorsorgedepot und hat bereits eine Warteliste eingerichtet. Investiert werden soll unter anderem in ETFs.
Bei Zero sind allerdings noch nicht alle für einen echten Kostenvergleich entscheidenden Details veröffentlicht. Anleger sollten deshalb zwischen der Werbeaussage „gebührenfrei“ und den tatsächlichen Gesamtkosten des später zertifizierten Produkts unterscheiden.
Bei Quirion zeichnet sich dagegen schon ab, wie das gesetzlich vorgesehene Standardmodell aussehen könnte. Der Anbieter will einen Aktien-ETF und einen Anleihe-ETF einsetzen.
Für das Standarddepot werden zwei Vanguard-Produkte genannt: der Vanguard FTSE Global All-Cap mit laufenden Fondskosten von 0,07 Prozent und der Vanguard Global Aggregate Bond EUR Hedged mit 0,08 Prozent. Die endgültigen Kosten des Altersvorsorgedepots selbst stehen allerdings noch nicht fest.
Quirion plant außerdem eine professionell verwaltete Variante mit einem breiter gestreuten ETF-Portfolio und individuellem Risikopfad.
Bei vielen bekannten Banken sind die Produkte inzwischen angekündigt, aber die entscheidenden Preisangaben fehlen noch.
Die ING will ab Januar 2027 ein Altersvorsorgedepot anbieten und führt bereits eine Warteliste. Geplant sind ein Standarddepot und ein Modell, bei dem Anleger selbst über ihre Wertpapiere entscheiden können. Konkrete Preise nennt die Bank bislang nicht.
Auch die DKB bereitet ein Altersvorsorgedepot vor. Kunden sollen aus ausgewählten ETFs wählen können. Die Bank nennt bislang ebenfalls keine endgültigen Preise.
Bei comdirect sind mehrere Modelle in Vorbereitung: ein Standard-Altersvorsorgedepot mit vorausgewählten Lösungen, ein allgemeines Depot mit größerer Auswahl sowie die geplante Frühstart-Rente. Die konkreten Kosten will comdirect erst vor dem Start veröffentlichen.
Die Consorsbank will voraussichtlich ab dem 1. Januar 2027 ebenfalls Altersvorsorgedepots anbieten und kündigt zwei Produktmodelle an. Auch hier stehen die endgültigen Konditionen noch aus.
Auch Trade Republic hat inzwischen ausdrücklich zugesagt, das Altersvorsorgedepot direkt zum Start am 1. Januar 2027 anzubieten. Was das Produkt kosten wird und welche Wertpapiere Kunden auswählen können, ist dagegen noch offen.
Für Verbraucher bedeutet der frühe Preiskampf vor allem eines: Sie müssen sich jetzt noch nicht entscheiden.
Das Altersvorsorgedepot kann erst ab dem 1. Januar 2027 abgeschlossen werden. Außerdem sind die heute angekündigten Konditionen noch nicht endgültig. Bei den Anbietern laufen noch die Zertifizierungsverfahren; bei der Deka steht beispielsweise die BaFin-Genehmigung noch aus.
Die Stiftung Warentest rät deshalb ausdrücklich davon ab, sich bereits jetzt unter Zeitdruck setzen zu lassen und sich zu früh für einen Anbieter zu entscheiden. Die Förderung für das gesamte Jahr 2027 kann auch noch später im Jahr genutzt werden.
Für Sparer könnte sich das Warten lohnen: Je mehr Anbieter mit konkreten Preisen auf den Markt kommen, desto besser lässt sich vergleichen, was ein Altersvorsorgedepot tatsächlich kostet – und nicht nur, mit welcher niedrigen Depotgebühr ein Anbieter wirbt.
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