Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für Sie? Berechnen Sie Förderung, Einzahlungen und mögliches Vermögen – passend zu Ihrer persönlichen Situation.
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für Sie? Berechnen Sie Förderung, Einzahlungen und mögliches Vermögen – passend zu Ihrer persönlichen Situation.
Inhaltsverzeichnis
Jetzt Altersvorsorgedepot berechnen:
Unser Tool zum Altersvorsorgedepot hilft Ihnen bei der Entscheidung. Diese Daten fragt er ab:
Sorgen Sie bereits für Ihr Alter vor?
Hier geht es um die generelle Vorsorge, sei es mit einer Versicherung oder einem ETF-Sparplan. So kann der Rechner berücksichtigen, ob das Altersvorsorgedepot der erste Schritt in die Ruhestandsplanung wäre oder nur ein zusätzlicher Baustein.
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Haben Sie bereits ein Aktiendepot? Haben Sie eine Versicherung als Altersvorsorge?
Wie hoch ist Ihre Sparrate?
Von der Höhe Ihrer Sparrate hängt ab, ob es sich lohnt, nur eine Anlageart zu wählen oder die Summe auf mehrere Vorsorgemöglichkeiten zu verteilen.
Wie viele Kinder haben Sie?
Die Höhe der Förderung richtet sich nach der Anzahl Ihrer Kinder. Berücksichtigt werden alle Kinder, für die Sie aktuell Kindergeld erhalten.
Hinweis: Kapitalmarktrenditen können nicht garantiert werden. Diese Berechnung ist eine Modellrechnung und keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung.
Das Altersvorsorgedepot ist eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge, mit der Sie langfristig in Fonds, ETFs und andere zugelassene Kapitalanlagen investieren können. Das im Mai 2026 verkündete Altersvorsorgereformgesetz soll den Vermögensaufbau fürs Alter einfacher, transparenter und stärker renditeorientiert machen. Die neuen Altersvorsorgeprodukte können ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden.
Von einem gewöhnlichen Wertpapierdepot unterscheidet sich das Altersvorsorgedepot vor allem durch die staatliche Förderung und besondere Steuerregeln. Während der Ansparphase fallen auf Wertsteigerungen und Erträge innerhalb des Vertrags keine laufenden Steuern an. Die Besteuerung erfolgt grundsätzlich erst in der Auszahlungsphase. Dafür ist das geförderte Guthaben zweckgebunden: Es dient Ihrer finanziellen Absicherung im Ruhestand. Greifen Sie außerhalb der gesetzlich zugelassenen Fälle vorzeitig auf das Geld zu, müssen Sie die auf den entnommenen Betrag entfallenden Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.
Im Vergleich zu klassischen Rentenversicherungen setzt das Altersvorsorgedepot stärker auf den Kapitalmarkt. Damit steigen langfristig die Renditechancen, zugleich tragen Sie das Anlagerisiko. Eine umfassende Garantie für Ihre Einzahlungen oder eine bestimmte Auszahlung gibt es beim Altersvorsorgedepot nicht. Der Wert des Depots kann schwanken und zeitweise unter den eingezahlten Betrag fallen.
Für Sparer, die ihre Kapitalanlage nicht selbst zusammenstellen möchten, wird es das Standarddepot Altersvorsorge geben. Es erleichtert den Einstieg durch gesetzlich festgelegte Standardeinstellungen und eine begrenzte Produktauswahl. Die Effektivkosten des Standarddepots sind auf höchstens ein Prozent pro Jahr begrenzt. Dennoch lohnt sich ein Kostenvergleich: Selbst Unterschiede von wenigen Zehntelprozentpunkten können das angesparte Vermögen über mehrere Jahrzehnte erheblich beeinflussen.
Beim Altersvorsorgedepot richtet sich die staatliche Förderung danach, wie viel Sie selbst einzahlen. Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag pro Jahr gibt der Staat 50 Cent je eingezahltem Euro hinzu. Daraus ergibt sich ein Zuschuss von bis zu 180 Euro.
Für den Teil Ihrer jährlichen Einzahlung, der über 360 Euro hinausgeht, erhalten Sie weitere 25 Cent pro Euro – gefördert werden Eigenbeiträge von insgesamt bis zu 1800 Euro im Jahr. Zahlen Sie diesen Höchstbetrag ein, erhalten Sie die maximal mögliche Förderung von 540 Euro jährlich.
Kinderzulagen, der einmalige Berufseinsteigerbonus und mögliche zusätzliche Steuervorteile sind dabei noch nicht berücksichtigt.
Kurz gerechnet: Bis zu einem jährlichen Eigenbeitrag von 360 Euro beträgt die Förderquote 50 Prozent. Auf den darüber liegenden Teil Ihrer Einzahlung bis zur Fördergrenze von 1800 Euro erhalten Sie 25 Prozent. Zahlen Sie mehr ein, steigt der allgemeine staatliche Zuschuss nicht über 540 Euro pro Jahr.
Familien können beim Altersvorsorgedepot neben der allgemeinen Förderung eine zusätzliche Kinderzulage erhalten. Für jeden selbst eingezahlten Euro gibt der Staat einen weiteren Euro hinzu – maximal 300 Euro pro Jahr und förderfähigem Kind. Um die volle Kinderzulage auszuschöpfen, müssen Sie für jedes berücksichtigte Kind jährlich 300 Euro selbst einzahlen. Das entspricht einem monatlichen Eigenanteil von 25 Euro. Bei zwei förderfähigen Kindern sind bis zu 600 Euro, bei drei Kindern bis zu 900 Euro zusätzliche Förderung im Jahr möglich.
Gerade für Familien mit mehreren Kindern lohnt sich ein sorgfältiger Vergleich des Altersvorsorgedepots mit einem bestehenden Riester-Vertrag. Bei Riester hängt die volle Zulage vom individuellen Mindesteigenbeitrag ab und nicht davon, ob für jedes Kind separat 300 Euro eingezahlt werden. Insbesondere bei niedrigem Einkommen und mehreren Kindern kann die bisherige Riester-Förderung vorteilhafter sein. Kündigen oder wechseln Sie jedoch nicht vorschnell, sondern führen Sie zunächst einen Vergleich der Zulagen, Eigenbeiträge, Kosten, Garantien und erwartbaren Auszahlungen durch.
Wer zu Beginn des Beitragsjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, erhält einmalig einen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro. Der Bonus wird zusätzlich zur Grundzulage und zu möglichen Kinderzulagen dem Altersvorsorgevertrag gutgeschrieben. Voraussetzung ist, dass der erforderliche jährliche Mindesteigenbeitrag geleistet wird.
Die direkte Zulage und ein möglicher Steuervorteil beim Altersvorsorgedepot sind nicht dasselbe: Die Grundzulage und gegebenenfalls die Kinderzulage fließen unmittelbar in Ihren Altersvorsorgevertrag. Zusätzlich können Sie Ihre Eigenbeiträge sowie den Zulagenanspruch als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung angeben. Das Finanzamt führt dann automatisch eine Günstigerprüfung durch. Dabei wird berechnet, ob der Sonderausgabenabzug für Sie einen höheren Vorteil ergibt als die bereits gewährten Zulagen. Falls ja, erhalten Sie die Differenz als zusätzliche Steuerermäßigung. Zulage und Steuervorteil werden also nicht einfach addiert.
Während der Ansparphase bleiben Wertsteigerungen und Erträge im Altersvorsorgedepot steuerfrei. Auf Dividenden, Zinsen und realisierte Kursgewinne fällt innerhalb des Vertrags zunächst keine laufende Steuer an. Dadurch bleibt mehr Kapital investiert, das weiter Erträge erwirtschaften kann. Es handelt sich allerdings nicht um eine endgültige Steuerbefreiung, sondern im Wesentlichen um einen Steueraufschub.
Für das Altersvorsorgedepot gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung: Leistungen, die auf geförderten Beiträgen, staatlichen Zulagen sowie den daraus entstandenen Erträgen und Wertsteigerungen beruhen, werden erst in der Auszahlungsphase mit Ihrem dann geltenden persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Das kann vorteilhaft sein, wenn Ihr Steuersatz im Ruhestand niedriger ist als während des Erwerbslebens – garantiert besser ist das jedoch nicht.
Wie hoch Ihr zusätzlicher Steuervorteil tatsächlich ausfällt, hängt unter anderem von Ihrem zu versteuernden Einkommen, Grenzsteuersatz, Familienstand, Zulagenanspruch und den geleisteten Beiträgen ab.
Wie viel Vermögen Sie mit dem Altersvorsorgedepot aufbauen können, hängt vor allem von Eigenbeitrag, Förderung, Laufzeit, Kosten und Kapitalmarktentwicklung ab. Die folgenden Beispiele sind vereinfachte Modellrechnungen. Angenommen werden eine durchschnittliche jährliche Rendite von vier Prozent und laufende Kosten von 0,5 Prozent, also eine modellhafte Nettorendite von 3,5 Prozent pro Jahr. Steuern in der Auszahlungsphase und Inflation bleiben unberücksichtigt.
Ein Berufseinsteiger zahlt 50 Euro monatlich beziehungsweise 600 Euro im Jahr ein. Hinzu kommen 240 Euro Grundzulage pro Jahr. Ist er zu Beginn des ersten Beitragsjahres noch keine 25 Jahre alt, erhält er außerdem einmalig den Berufseinsteigerbonus von 200 Euro. Bei einer Laufzeit von 40 Jahren könnten aus seinem Vertrag bei 3,5 Prozent Nettorendite rund 69.000 Euro zuzüglich der Wertentwicklung des einmaligen Bonus werden. Ohne Wertentwicklung ergeben Eigenbeiträge, laufende Grundzulagen und Bonus 33.800 Euro.
Der Bonus ist ein zusätzlicher Starthebel. Entscheidend bleiben jedoch die lange Laufzeit, die laufende Förderung und der Zinseszinseffekt. So kann auch eine kleine Sparrate zu einem relevanten Altersvorsorgevermögen anwachsen.
Bei einer monatlichen Einzahlung von 100 Euro beträgt die Eigenleistung 1200 Euro pro Jahr. Der Staat steuert 390 Euro jährlich bei. Über 30 Jahre fließen somit insgesamt 47.700 Euro in das Depot. Bei einer angenommenen Rendite von vier Prozent abzüglich 0,5 Prozent Kosten würde das Endvermögen auf rund 80.000 Euro steigen.
Eine Familie zahlt 200 Euro monatlich und damit 2400 Euro pro Jahr ein. Sie erhält die maximale allgemeine Förderung von 540 Euro sowie bis zu 600 Euro Kinderzulage für zwei förderfähige Kinder. Damit fließen jährlich insgesamt 3540 Euro in das Altersvorsorgedepot.
Nach 25 Jahren läge das Depot bei einer Rendite von 3,5 Prozent nach Kosten bei 135.000 Euro.
Die jährliche Förderung entspricht hier bis zu 47,5 Prozent der Eigenleistung. Ohne Kinderzulagen läge die Förderquote bei gleicher Einzahlung lediglich bei 22,5 Prozent. Wichtig für die Sparplanung: Die maximale Grundzulage ist bereits mit einem jährlichen Eigenbeitrag von 1800 Euro beziehungsweise 150 Euro im Monat erreicht. Darüber hinausgehende Einzahlungen erhöhen die Grundzulage nicht. Familien sollten dennoch genau prüfen, ob ein bestehender Riester-Vertrag aufgrund seiner Zulagen und Garantien günstiger ist.
Wer erst zehn Jahre vor dem Ruhestand beginnt und monatlich 300 Euro einzahlt, investiert insgesamt 36.000 Euro. Dazu kommen 5400 Euro allgemeine Förderung. Bei einer Nettorendite von 3,5 Prozent könnte so sich ein Endvermögen von rund 49.000 Euro ergeben.
Die Förderung bleibt attraktiv, doch wegen der kürzeren Laufzeit fällt der Zinseszinseffekt deutlich kleiner aus. Zudem können Kursverluste kurz vor Rentenbeginn stärker ins Gewicht fallen. Eine rechtzeitige Verringerung des Anlagerisikos kann deshalb sinnvoll sein.
Hinweis: Die Ergebnisse sind gerundete Modellwerte und keine Renditeprognose. Die tatsächliche Entwicklung kann insbesondere durch Marktschwankungen, Produktkosten, Einzahlungszeitpunkte, Steuern und Änderungen der Förderregeln deutlich abweichen.
Ob sich das Altersvorsorgedepot für Sie lohnt, hängt nicht allein von der Höhe der staatlichen Förderung ab. Entscheidend sind außerdem Ihre Anlagedauer, Risikobereitschaft, finanzielle Flexibilität sowie die Kosten des gewählten Produkts. Eine pauschale Empfehlung ist deshalb nicht möglich. Besonders interessant kann das Altersvorsorgedepot für folgende Gruppen sein:
Die staatlichen Zuschüsse wirken dabei wie ein zusätzlicher Renditebaustein: Sie erhöhen das investierte Kapital, ohne dass Sie den gesamten Betrag selbst aufbringen müssen. Ob daraus am Ende tatsächlich ein Vorteil entsteht, hängt jedoch auch von Wertentwicklung, Gebühren und späterer Besteuerung ab. Hohe Produktkosten können einen Teil der Förderung wieder aufzehren.
Grundsätzlich gilt: Je länger Ihre Ansparphase ist, desto mehr Zeit bleibt, zwischenzeitliche Kursschwankungen auszugleichen und vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Haben Sie dagegen nur noch wenige Jahre bis zum Ruhestand oder benötigen Sie das Geld möglicherweise vorzeitig, sollten Sie Chancen, Risiken und Alternativen besonders sorgfältig vergleichen.
Das Altersvorsorgedepot kann sich weniger eignen, wenn Sie finanziell flexibel bleiben und jederzeit auf Ihr Erspartes zugreifen müssen. Das geförderte Vermögen ist grundsätzlich für den Ruhestand vorgesehen. Bei einer vorzeitigen Auszahlung können staatliche Zulagen und Steuervorteile verloren gehen oder zurückgezahlt werden müssen. Eine ausreichende, frei verfügbare Notfallreserve sollte daher vorhanden sein.
Auch für sehr sicherheitsorientierte Sparer ist das Altersvorsorgedepot möglicherweise nicht die passende Lösung. Da das Geld am Kapitalmarkt angelegt wird und keine umfassende Beitragsgarantie besteht, müssen Sie mit Wertschwankungen und zeitweisen Verlusten rechnen. Bei einer kurzen Ansparphase wiegen diese Risiken schwerer: Kurz vor dem Ruhestand bleibt weniger Zeit, einen Kursrückgang auszugleichen.
Familien mit mehreren Kindern sollten außerdem prüfen, ob ein bestehender Riester-Vertrag aufgrund seiner Zulagen, Garantien oder Vertragsbedingungen vorteilhafter ist. Eine vorschnelle Kündigung kann Nachteile verursachen. Weniger attraktiv kann das Altersvorsorgedepot auch für Sparer sein, die nur eine geringe Förderung erhalten und bereits einen günstigen, flexiblen ETF-Sparplan nutzen. Sie müssen den staatliche Zuschuss gegen eingeschränkte Verfügbarkeit, spätere Besteuerung und mögliche Mehrkosten abwägen.
Besonders wichtig ist die Produktauswahl: Hohe Verwaltungs-, Fonds- oder Abschlusskosten können einen erheblichen Teil des Fördervorteils aufzehren. Vergleichen Sie deshalb die Gesamtkosten über die gesamte Laufzeit und nicht nur einzelne Gebühren.
Welche Rendite Sie mit einem Altersvorsorgedepot erzielen können, hängt vor allem von den gewählten Fonds oder ETFs, der Aktienquote, der Laufzeit, den Kosten und der Entwicklung der Kapitalmärkte ab. Eine verlässliche Prognose ist deshalb nicht möglich. Für eine realistische Einschätzung sollten Sie mehrere Szenarien betrachten:
Diese Werte sind lediglich Rechenannahmen, keine zugesicherten Erträge. Historische Aktienmarktrenditen können eine Orientierung bieten, lassen sich aber nicht zuverlässig auf die Zukunft übertragen. Auch bei einem breit gestreuten Portfolio sind zwischenzeitliche Verluste möglich. Besonders bei kurzer Laufzeit oder einem ungünstigen Verkaufszeitpunkt kann das verfügbare Kapital geringer ausfallen als erwartet.
Wichtig ist außerdem der Unterschied zwischen Brutto- und Nettorendite. Erzielt die Anlage beispielsweise fünf Prozent Rendite vor Kosten und mindern sämtliche Gebühren die Rendite um einen Prozentpunkt, verbleibt eine Nettorendite von vier Prozent. Steuern in der Auszahlungsphase sind dabei noch nicht berücksichtigt.
Auch die Inflation beeinflusst das Ergebnis: Ein nominales Endvermögen von 100.000 Euro besitzt in einigen Jahrzehnten deutlich weniger Kaufkraft als heute.
Bei der Auswahl eines Altersvorsorgedepots sollten Sie nicht nur auf die Förderung und mögliche Rendite, sondern besonders auf die Kosten achten. Anfallen können unter anderem Verwaltungs- und Depotgebühren, Fonds- beziehungsweise ETF-Kosten, Transaktionskosten sowie gegebenenfalls Abschluss- und Vertriebskosten. Auch ein Anbieterwechsel und die spätere Auszahlung können Gebühren verursachen.
Für das vorgesehene Standarddepot Altersvorsorge dürfen die Effektivkosten maximal ein Prozent pro Jahr betragen.
Ein Prozentpunkt erscheint gering, kann über mehrere Jahrzehnte aber einen Unterschied von vielen Tausend Euro ausmachen. Das zeigt eine vereinfachte Modellrechnung mit 100 Euro monatlicher Einzahlung über 30 Jahre und fünf Prozent jährlicher Bruttorendite:
Bei Effektivkosten von einem Prozent läge das Endvermögen in diesem Beispiel rund 12.400 Euro niedriger als bei einer kostenfreien Anlage. Die Rechnung dient nur dazu, den langfristigen Kosteneffekt zu zeigen; staatliche Förderung, Steuern, Inflation und schwankende Jahresrenditen sind nicht berücksichtigt.
Prüfen Sie bei einem Produktvergleich insbesondere:
Faustregel: Je länger Sie einzahlen, desto stärker wirken sich laufende Kosten auf das Endvermögen aus. Vergleichen Sie deshalb nicht nur einzelne Gebühren, sondern die gesamte jährliche Renditeminderung über die geplante Laufzeit.
Ob das Altersvorsorgedepot oder die Riester-Rente besser zu Ihnen passt, hängt von Ihrem Vertrag, Ihrer Familiensituation und Ihrer Risikobereitschaft ab. Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Geldanlage: Riester-Verträge nach altem Recht müssen zum Beginn der Auszahlungsphase grundsätzlich die eingezahlten Beiträge und erhaltenen Zulagen garantieren. Diese Sicherheit kann jedoch die Renditechancen begrenzen. Beim Altersvorsorgedepot kann ein größerer Teil des Kapitals in Fonds und ETFs fließen. Das eröffnet höhere Ertragschancen, bringt aber stärkere Kursschwankungen und mögliche Verluste mit sich.
Auch bei Förderung, Kosten und Flexibilität unterscheiden sich beide Modelle. Riester bietet nach bisherigem Recht eine feste Grundzulage und Kinderzulagen, während das neue Altersvorsorgedepot die eigenen Einzahlungen beitragsproportional bezuschusst. Welches Fördermodell günstiger ist, lässt sich nur individuell berechnen. Das gilt besonders für Familien mit mehreren Kindern, die bei einem bestehenden Riester-Vertrag hohe Zulagen erhalten können. Zugleich können Abschluss-, Verwaltungs- und Anlagekosten die Rendite beider Produkte erheblich beeinflussen. Beim Altersvorsorgedepot ist die Kapitalanlage flexibler gestaltet; das Geld bleibt jedoch ebenfalls an die Altersvorsorge gebunden. Zudem unterscheiden sich die Regeln für Beginn, Höhe und Dauer der späteren Auszahlungen.
Ein pauschaler Wechsel von Riester zum Altersvorsorgedepot ist daher nicht sinnvoll. Kündigen Sie einen bestehenden Riester-Vertrag nicht vorschnell. Vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossene Riester-Verträge behalten ihre bisherigen Konditionen. Sie können Ihren Vertrag mit der bisherigen Förderung weiterführen oder ihn beitragsfrei stellen und ein Altersvorsorgedepot eröffnen. Eine Kündigung kann zur Rückzahlung von Zulagen und Steuervorteilen sowie zum Verlust alter Garantien oder günstiger Vertragsbedingungen führen.
Vergleichen Sie deshalb insbesondere die
Für Bestandskunden ist eine individuelle Vertragsprüfung wichtiger als ein reiner Vergleich der maximalen Fördersätze.
Das Altersvorsorgedepot bietet die Chance auf höhere Erträge, ist jedoch mit Risiken verbunden. Da das Geld am Kapitalmarkt angelegt wird, schwankt der Wert des Depots mit der Entwicklung der gewählten Fonds, ETFs und anderen Anlagen. Weder die eingezahlten Beiträge noch eine bestimmte Rendite sind garantiert. In ungünstigen Marktphasen kann das Depot zeitweise weniger wert sein als die Summe aus Einzahlungen und Förderung.
Besonders relevant ist der Zeitpunkt der Auszahlung. Fallen die Kurse kurz vor dem Ruhestand, bleibt möglicherweise nicht genügend Zeit, um die Verluste wieder auszugleichen. Müssen Sie in einer solchen Phase verkaufen, kann das verfügbare Altersvorsorgevermögen deutlich niedriger ausfallen als erwartet. Eine lange Laufzeit senkt dieses Risiko nicht vollständig, erhöht aber die Chance, zwischenzeitliche Rückgänge auszusitzen.
Hinzu kommt das Kostenrisiko: Verwaltungs-, Depot-, Fonds- und Transaktionsgebühren können die Rendite über Jahrzehnte spürbar mindern. Auch die Inflation spielt eine Rolle. Selbst wenn Ihr Depot nominal an Wert gewinnt, kann die Kaufkraft des angesparten Vermögens sinken. Darüber hinaus besteht ein Steuer- und Gesetzesänderungsrisiko. Förderbedingungen, Besteuerung oder Auszahlungsregeln können sich während einer langen Vertragslaufzeit verändern.
Entscheidend sind daher die Wahl des Anbieters und die konkrete Produktausgestaltung. Achten Sie auf eine nachvollziehbare Anlagestrategie, niedrige Gesamtkosten und ausreichende Auswahlmöglichkeiten. Folgende Maßnahmen können Risiken begrenzen, aber nicht vollständig ausschließen:
Wie hoch Ihr persönliches Risiko ist, hängt unter anderem von
Eine sichere Rendite lässt sich auch mit einem breit gestreuten Altersvorsorgedepot nicht versprechen.
Beim Altersvorsorgedepot sind Anspar- und Auszahlungsphase klar getrennt. Während der Ansparphase zahlen Sie Beiträge ein, erhalten gegebenenfalls staatliche Zulagen und investieren das Kapital. Regulär greifen Sie erst im Ruhestand darauf zu. Der vereinbarte Beginn der Auszahlungsphase liegt grundsätzlich zwischen dem vollendeten 65. und 70. Lebensjahr. Ein früherer Start ist möglich, wenn Sie bereits vor dem 65. Geburtstag eine gesetzliche Altersrente, eine Altersrente der Alterssicherung für Landwirte oder eine entsprechende Versorgung für Beamte oder Soldaten beziehen.
Zu Beginn der Auszahlungsphase sollen Sie zwischen zwei Varianten wählen können:
Bis zu 30 Prozent des zu Beginn der Auszahlungsphase vorhandenen Kapitals können Sie einmalig entnehmen, ohne dadurch die Förderung zu verlieren. Für Kleinbetragsrenten sowie bestimmte Entnahmen im Rahmen der Eigenheimförderung gelten Sonderregeln. Außerdem können Sie zum Start der Auszahlungsphase den Anbieter wechseln, etwa um Ihr Depotvermögen bei einem Versicherer in eine lebenslange Rente umzuwandeln.
Entnehmen Sie gefördertes Geld außerhalb der gesetzlich erlaubten Fälle vorzeitig, müssen Sie die auf den entnommenen Betrag entfallenden staatlichen Zulagen und gesondert festgestellten Steuerermäßigungen zurückzahlen. Nicht gefördertes Kapital wird steuerlich anders behandelt und löst bei einer vorzeitigen Entnahme nicht automatisch dieselben Folgen aus.
Wichtig: Maßgeblich sind der individuell vereinbarte Auszahlungsbeginn, die konkreten Vertragsbedingungen und die dann geltende Rechtslage. Einzelheiten zur praktischen Umsetzung können sich bis zur Markteinführung beziehungsweise durch spätere gesetzliche Änderungen noch verändern.
Ob das Altersvorsorgedepot für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer finanziellen Situation, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft ab. Mit dieser Entscheidungsliste können Sie die wichtigsten Punkte prüfen:
Fazit: Das Altersvorsorgedepot kann besonders interessant sein, wenn Sie die Förderung gut ausschöpfen, langfristig investieren und Kursschwankungen akzeptieren können. Entscheidend ist jedoch der Vergleich des möglichen Nettoergebnisses mit Ihren bestehenden Verträgen und flexiblen Anlagealternativen.
Berechnen Sie jetzt mit unserem Rechner oben im Text, ob und wie stark Sie vom Altersvorsorgedepot profitieren könnten.
Ab wann gibt es das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot startet zum 1. Januar 2027. Ab wann Verträge tatsächlich abgeschlossen und Förderanträge gestellt werden können, hängt auch von der Umsetzung durch die Anbieter ab. Übergangsfristen für bestehende Riester-Verträge sollten Sie anhand der dann geltenden gesetzlichen Regelungen prüfen.
Wie viel muss ich monatlich einzahlen?
Um die Grundzulage zu erhalten, ist grundsätzlich ein Eigenbeitrag von mindestens 120 Euro pro Jahr beziehungsweise 10 Euro im Monat erforderlich. Wie hoch Ihre optimale Sparrate ist, hängt von Ihrem Budget, Ihrer gewünschten Förderung und Ihrer Anlagedauer ab. Die allgemeine Förderung schöpfen Sie vollständig aus, wenn Sie 150 Euro monatlich beziehungsweise 1800 Euro jährlich einzahlen. Mit dem Altersvorsorgedepot-Rechner können Sie unterschiedliche Sparraten vergleichen.
Wie hoch ist die maximale Förderung?
Die allgemeine Förderung beträgt bis zu 540 Euro pro Jahr. Dafür müssen Sie jährlich 1800 Euro selbst einzahlen. Zusätzlich sind bis zu 300 Euro Kinderzulage pro Jahr und förderfähigem Kind möglich. Für die volle Kinderzulage ist ein Eigenbeitrag von 300 Euro je Kind und Jahr erforderlich. Wer zu Beginn des Beitragsjahres noch keine 25 Jahre alt ist und die weiteren Voraussetzungen erfüllt, erhält darüber hinaus einmalig einen Berufseinsteigerbonus von 200 Euro.
Kann ich mit dem Altersvorsorgedepot in ETFs investieren?
Ja, das Altersvorsorgedepot ermöglicht die geförderte Anlage in Fonds und ETFs. Welche Wertpapiere konkret verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Anbieter, Produkt und der gesetzlich festgelegten Liste zulässiger Vermögensgegenstände ab. Achten Sie bei der Auswahl insbesondere auf eine breite Streuung, die Aktienquote und die Gesamtkosten.
Ist das Geld im Altersvorsorgedepot garantiert?
Nein, eine umfassende Garantie für Ihre Einzahlungen oder eine bestimmte Rendite gibt es beim Altersvorsorgedepot nicht. Kapitalmarktanlagen können im Wert schwanken und Verluste verursachen. ETFs gelten regelmäßig als Sondervermögen und werden getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwahrt. Das schützt grundsätzlich bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft, verhindert aber keine Kursverluste.
Kann ich das Altersvorsorgedepot vorzeitig kündigen?
Eine vorzeitige Entnahme ist grundsätzlich möglich, gilt außerhalb gesetzlich zugelassener Ausnahmen jedoch als förderschädlich. Dann müssen Sie die auf den entnommenen Betrag entfallenden staatlichen Zulagen und festgestellten Steuervorteile zurückzahlen. Prüfen Sie vor einer Kündigung deshalb die finanziellen und steuerlichen Folgen.
Muss ich die Auszahlung versteuern?
Ja, für geförderte Leistungen gilt grundsätzlich die nachgelagerte Besteuerung: Während der Ansparphase werden Wertsteigerungen und Erträge nicht laufend besteuert. Dafür sind die auf geförderten Beiträgen beruhenden Leistungen in der Auszahlungsphase grundsätzlich mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz steuerpflichtig. Wie hoch Ihre Belastung ausfällt, hängt von Ihren persönlichen Verhältnissen und Ihren übrigen Einkünften im Ruhestand ab.
Was passiert mit meinem Riester-Vertrag?
Für Riester-Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden, gilt Bestandsschutz. Sie können Ihren Vertrag mit der bisherigen Förderung weiterführen. Alternativ können Sie ihn beitragsfrei stellen, in die neue Fördersystematik wechseln oder das Kapital förderunschädlich in einen neuen Altersvorsorgevertrag übertragen. Kündigen Sie Ihren Vertrag nicht vorschnell: Bei einer förderschädlichen Kündigung können Zulagen, Steuervorteile, Garantien und günstige Vertragsbedingungen verloren gehen.
Kann ich den Anbieter später wechseln?
Ja. Innerhalb des neuen Systems werden Anbieterwechsel erleichtert. Ab fünf Jahren nach Vertragsabschluss muss der abgebende Anbieter den Wechsel kostenfrei ermöglichen. Der neue Anbieter darf dafür höchstens 150 Euro Verwaltungspauschale verlangen. Auch zu Beginn der Auszahlungsphase ist ein Wechsel möglich. Prüfen Sie dennoch, ob weitere Kosten entstehen, welche Anlagen übertragen werden können und ob das neue Produkt tatsächlich günstiger ist.
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