US-Professor Erik Gordon warnt vor einer gefährlichen Mischung aus Dotcom-Überbewertung und Finanzkrisen-Risiko. Selbst ETF-Anleger könnten verlieren.
US-Professor Erik Gordon warnt vor einer gefährlichen Mischung aus Dotcom-Überbewertung und Finanzkrisen-Risiko. Selbst ETF-Anleger könnten verlieren.
Ein möglicher KI-Crash könnte nach Einschätzung von Erik Gordon zwei der schmerzhaftesten Börsenkapitel der vergangenen Jahrzehnte miteinander verbinden: die Überbewertungen der Dotcom-Blase und die Ansteckungsgefahr der Finanzkrise.
„Der nächste Crash wird wie das ‚Love Child‘ des Dotcom-Crashs und der Großen Finanzkrise aussehen“, erklärte der Professor der Ross School of Business gegenüber Business Insider.
Gordon hält die Bewertungen im KI-Sektor für extrem. Zwar dürfte die Technologie langfristig mehr Wert schaffen als das frühe Internet, doch die Preise vieler Unternehmen seien so weit gelaufen, dass „die meisten Investoren alles verlieren werden, genau wie die meisten Dotcom-Investoren“.
Das Risiko beschränke sich seiner Ansicht nach nicht auf direkte Besitzer von KI-Aktien. Weil Nvidia, Apple, Alphabet, Microsoft und Amazon zusammen auf mehr als 20 Billionen US-Dollar Börsenwert kommen und große Gewichte in Indizes und ETFs haben, könnten Verluste auch breite Anlegergruppen treffen.
Noch gefährlicher wird das Szenario für Gordon durch die Verschuldung. KI-Unternehmen hätten „einige Billionen US-Dollar an Verbindlichkeiten innerhalb und außerhalb ihrer Bilanzen“ angehäuft und seien mit der Kreditaufnahme noch lange nicht fertig.
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Sollten Teile davon ausfallen, könne sich der Schaden weit über Aktionäre hinaus ausbreiten und Banken, Investmentfonds sowie Versicherer treffen. „Die Ansteckungsgefahr auf den Finanzmärkten wird uns an die globale Finanzkrise erinnern“, sagte Gordon.
Der Vergleich ist bewusst drastisch: Beim Dotcom-Crash verschwanden Tausende Start-ups, selbst Amazon verlor zeitweise mehr als 90 Prozent. Die Finanzkrise wiederum brachte Lehman Brothers zu Fall, zwang AIG und Bear Stearns in die Rettung und drückte die Weltwirtschaft in die Rezession.
Gordon warnt deshalb nicht vor einer gewöhnlichen Korrektur, sondern vor einer Kombination aus Bewertungscrash und Kreditproblemen.
Demgegenüber halten Nvidia-Chef Jensen Huang und Elon Musk die hohen Bewertungen mit Verweis auf Produktivitätsgewinne, steigende Unternehmensgewinne und zusätzliches Wirtschaftswachstum für gerechtfertigt.
Für Anleger liegt der entscheidende Punkt damit weniger in der Frage, ob KI langfristig wirtschaftlichen Wert schafft. Entscheidend ist, ob die heutigen Bewertungen und die wachsende Verschuldung diesen Boom aushalten, falls die Erwartungen auch nur teilweise enttäuscht werden.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Zentralredaktion
Von wallstreetONLINE Redaktion
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