Girokonto oder Tagesgeld: Wo ist Geld besser aufgehoben? Welche Rolle Zinsen, Einlagensicherung und Schutz vor Betrug spielen.
Wer größere Summen auf dem Girokonto liegen lässt, verschenkt nicht nur mögliche Zinsen. Auch beim Schutz vor Betrug kann es sinnvoll sein, Rücklagen vom täglichen Zahlungsverkehr zu trennen.
Das Girokonto ist für den Alltag da. Gehalt wird darauf überwiesen, Miete und Rechnungen werden abgebucht, mit der Karte wird bezahlt und Überweisungen werden ausgeführt.
Genau das macht das Konto aber auch zu einem attraktiven Ziel für Betrüger. Wer sich Zugang zum Online-Banking verschafft, kann unter Umständen Überweisungen auslösen oder andere Zahlungsvorgänge manipulieren. Verbraucherzentralen warnen unter anderem vor Phishing, Schadsoftware und gefälschten Nachrichten, mit denen Kriminelle an Zugangsdaten gelangen wollen.
Das Wichtigste in Kürze:
Das bedeutet allerdings nicht, dass Geld auf dem Girokonto grundsätzlich unsicher wäre. Banken setzen verschiedene Sicherheitsverfahren ein. Beim Online-Banking spielt insbesondere die starke Kundenauthentifizierung beziehungsweise das TAN-Verfahren eine wichtige Rolle.
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Auf dem Girokonto soll das Geld bereitliegen, das für den Zahlungsverkehr verwendet werden kann. Wer beispielsweise 3000 Euro für die laufenden Ausgaben benötigt, muss sich darüber keine Gedanken machen.
Mit einem klassischen Tagesgeldkonto kann man normalerweise nicht direkt bezahlen. Das Guthaben wird in der Regel auf ein hinterlegtes Referenzkonto überwiesen, bevor es für den Zahlungsverkehr zur Verfügung steht. Das kann auch aus Sicherheitsgründen interessant sein.
Aber Vorsicht: Das ist keine Garantie gegen Betrug. Die konkrete Ausgestaltung hängt von der jeweiligen Bank ab. Manche Institute führen Giro- und Tagesgeldzugang sehr eng zusammen. Entscheidend ist deshalb, welche Möglichkeiten ein Angreifer nach einer erfolgreichen Übernahme des Online-Bankings tatsächlich hätte.
Der wichtigste Grund für Tagesgeld ist ohnehin ein anderer: Geld muss nicht unverzinst auf dem Girokonto herumliegen.
Tagesgeld und Festgeld gelten als typische Möglichkeiten, Geld kurz- bis mittelfristig anzulegen. Die Verbraucherzentrale weist allerdings darauf hin, dass Anleger bei der Suche nach Tages- oder Festgeld auf betrügerische Vermittlungsangebote stoßen können. Sicherer ist es, das Konto direkt bei einer Bank zu eröffnen und den Anbieter zu prüfen.
Wer beispielsweise dauerhaft 20.000 Euro auf dem Girokonto liegen hat, sollte prüfen, ob ein Tagesgeldkonto eine bessere Verzinsung bietet. Das Geld bleibt dabei grundsätzlich verfügbar – anders als bei einem Festgeldkonto mit fester Laufzeit.
Wer glaubt, Tagesgeld sei deshalb sicherer, weil es eine besondere staatliche Absicherung genießt, irrt.
Girokonto und Tagesgeld fallen grundsätzlich beide unter die gesetzliche Einlagensicherung. Geschützt sind Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Das gilt unter anderem für Sicht-, Termin- und Spareinlagen.
Entscheidend ist also nicht, ob das Geld auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto liegt. Entscheidend ist vor allem, bei welcher Bank wie viel Geld liegt.
Wer beispielsweise 200.000 Euro auf zwei Konten bei derselben Bank verteilt – etwa 100.000 Euro auf dem Girokonto und 100.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto –, hat damit nicht automatisch 200.000 Euro über die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert. Die Grenze gilt grundsätzlich pro Kunde und Bank, nicht pro Konto.
Wer größere Summen besitzt, kann deshalb eine Aufteilung auf mehrere Banken in Betracht ziehen. Je nach Institut können zusätzlich freiwillige Sicherungssysteme bestehen.
Nicht jede betrügerische Abbuchung bedeutet automatisch, dass das Geld verloren ist. Bei einem nicht autorisierten Zahlungsvorgang muss der Zahlungsdienstleister den Betrag grundsätzlich unverzüglich erstatten und das Konto wieder auf den Stand bringen, auf dem es ohne den Vorgang wäre. Das regelt § 675u des Bürgerlichen Gesetzbuches.
Allerdings gibt es wichtige Einschränkungen. Wer beispielsweise vorsätzlich oder grob fahrlässig gegen bestimmte Sorgfaltspflichten verstößt, kann unter Umständen für den Schaden haften. Das ergibt sich aus § 675v BGB.
Deshalb gilt: Wer eine verdächtige Überweisung bemerkt, sollte nicht abwarten, sondern die Bank unverzüglich informieren. Das Gesetz verlangt ebenfalls, einen nicht autorisierten oder fehlerhaften Zahlungsvorgang nach der Feststellung unverzüglich anzuzeigen.
Für viele Verbraucher ergibt sich eine einfache Struktur:
Eine solche Aufteilung hat einen zusätzlichen Vorteil: Nicht das gesamte liquide Vermögen befindet sich auf dem Konto, das täglich für Zahlungen genutzt wird.
Die Verbraucherzentralen warnen aktuell besonders vor Fällen, in denen Betrüger ihre Opfer unter dem Vorwand eines angeblich gefährdeten Kontos dazu brachten, Geld auf ein vermeintliches „Treuhandkonto“ zu überweisen.
Der wichtigste Schutz ist deshalb nicht nur die Wahl des Kontos. Verbraucher sollten niemals Links aus verdächtigen SMS oder E-Mails verwenden, um sich ins Online-Banking einzuloggen, und niemals TANs oder andere Sicherheitscodes an vermeintliche Bankmitarbeiter weitergeben.
Ein Depot funktioniert anders als ein Giro- oder Tagesgeldkonto. Dort liegen in der Regel Aktien, ETFs, Fonds oder andere Wertpapiere, die grundsätzlich dem Anleger gehören und von der Bank beziehungsweise dem Broker getrennt vom eigenen Vermögen verwahrt werden.
Geht das Kreditinstitut pleite, fallen die Wertpapiere deshalb grundsätzlich nicht in die Insolvenzmasse. Sie können in der Regel auf ein anderes Depot übertragen werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass der Wert der Anlage geschützt ist: Kursverluste trägt der Anleger selbst. Wer beispielsweise 50.000 Euro in Aktien investiert und deren Kurs um 20 Prozent fällt, hat anschließend nur noch einen Depotwert von 40.000 Euro.
Kriminelle können nicht einfach wie beim Girokonto eine normale Überweisung vom Depot ausführen. Bei Wertpapierdepots gelten andere Abläufe. Je nach Broker können beispielsweise Verkäufe und anschließende Auszahlungen erforderlich sein. Dennoch ist auch ein Depot nicht vollständig vor Betrug geschützt. Deshalb sind ein sicheres Passwort, eine Zwei-Faktor-Authentifizierung und ein sorgfältiger Umgang mit Zugangsdaten wichtig.
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