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Wie sicher ist Ihr ETF in Krisen? Spar- und Rentenphase im Check

Дата публикации: 20-09-2026 11:37:00

Was passiert mit Ihrem ETF bei einem Börsencrash? So krisenfest sind MSCI World und ACWI IMI – und worauf Anleger jetzt achten sollten.

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Aktuell sind MSCI World, IMI und Co. stark im Aufwind. Aber die nächste Börsenkrise kommt bestimmt. Nur wann? Wie sicher Ihr Aktien-ETF dann ist, lesen Sie hier.

Gerade gibt’s an der Börse steigende Kurse, auch bei MSCI World, ACWI IMI und Co. Der Blick ins Depot ist dann erstmal erfreulich. Aber vielleicht schauen Sie auch mit etwas Sorge darauf: Ist zum Beispiel KI wirklich die große Wachstumschance? Oder droht da eine Blase?

MSCI World hat schon viele Krisen überstanden

Schauen wir deshalb auf Ihren Aktien-ETF: Wie sicher ist er in Krisen, falls wirklich eine kommen sollte? Dazu blicken wir zuerst auf den MSCI World, auch wenn unsere Top-Empfehlung mittlerweile der IMI ist.

Denn der World hat eine längere Historie und schon so einige heftige Krisen hinter sich, aus denen Sie lernen können. Für den IMI gilt dann sowieso ähnliches: Denn er besteht zu knapp 80 Prozent aus dem MSCI World.

Aber wie haben sich die Krisen ausgewirkt?

Das zeigt Ihnen unsere Grafik:

Krisen des MSCI World im Überblick

Krisen des MSCI World im Überblick MSCI, Berechnungen von Finanztip

Sie sehen: Der MSCI World hat schon einige massive Kursstürze hinter sich. Aber: Wer in der Vergangenheit in den MSCI World investiert und seine Anteile beliebige 15 Jahre liegen gelassen hat, hat niemals Verlust gemacht.

Und zwar unabhängig vom Zeitpunkt, zu dem Sie investiert haben. Die niedrigste Rendite bei einer Einmalanlage über 15 Jahre lag bei 1,3 Prozent pro Jahr. Die höchste bei 14,46 Prozent jährlich. Der Schnitt über alle 15-Jahreszeiträume: 8,3 Prozent im Jahr.

ACWI IMI: Sparplan über 15 Jahre immer im Plus

Bei unserer Top-ETF-Empfehlung gilt ähnliches. Kein Wunder: Denn der ACWI IMI streut noch deutlich breiter als der MSCI World. Hier hätten Sie auch mit einem ETF-Sparplan über beliebige 15 Jahre seit der Jahrtausendwende nie Verlust gemacht.

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Das zeigt Ihnen ein Auszug aus unserem Renditedreieck, für das wir einen ETF-Sparplan simuliert und mit Daten von MSCI zurückgerechnet haben:

Rendite mit einem Sparplan

Rendite mit einem Sparplan Finanztip

So lesen Sie die Grafik: Sagen wir Sie haben im Juni 2001 (Y-Achse) Ihren Sparplan gestartet. Dann lag Ihre Jahresrendite bis Juni 2021 (X-Achse) im Schnitt bei 9,4 Prozent. Über diese 20 Jahre war also alles gut. Nach zehn Jahren – im Juni 2011 – wären es aber nur 3,6 Prozent pro Jahr gewesen. Trotz Dotcom- und Finanzkrise immerhin kein Minus. Aber ein klares Zeichen, dass kürzere Laufzeiten als 15 Jahre Renditerisiken bringen.

Was sollten Sie in einer Krise tun?

Auch wenn Sie die 15-Jahre-Regel kennen: Eine Börsenkrise mit einem fetten Minus von zum Beispiel über 50 Prozent aus unseren Beispielen kann beim Blick ins Depot echt wehtun.

Wir wollen Ihnen deshalb helfen, richtig vorzugehen. Passend zu Ihrer Situation, also ob Sie noch ansparen oder schon Geld entnehmen.

1. Sie sparen noch an: So managen Sie die Krise

Wenn Sie noch in der Ansparphase sind, denken Sie vor allem an eins: Sie sind noch gar nicht am Ziel. Die Verluste, die Sie im Depot sehen, sind virtuell. Sie werden erst real, wenn Sie verkaufen.

Und: Jeder Anteil kann noch die 15 Jahre investiert bleiben. Das gilt auch für Anteile, die Sie noch kurz vor dem Ruhestand kaufen. Denn dann sollten Sie sowieso nicht auf einen Schlag alles verkaufen.

Deshalb: Verkaufen Sie nicht panisch bei einer Krise, sondern halten Sie Ihre Anteile und lassen Sie den Sparplan weiterlaufen. Ansonsten verpassen Sie den Aufschwung danach. Und für Ihre Sparrate bekommen Sie dann sogar mehr Anteile als sonst.

2. Sie entsparen schon: So gehen Sie nun vor

Deutlich schmerzhafter ist so eine Krise, wenn Sie schon Geld aus Ihrem Aktien-ETF entnehmen. Sie müssen jetzt für den gleichen Betrag mehr Anteile entnehmen.

Besonders gefährlich ist ein Crash, wenn er Sie kurz nach Beginn Ihrer Rente trifft und Sie wahrscheinlich gerade besonders viel Geld im Depot haben.

  • Sie haben mit 67 Jahren 300.000 Euro im Aktien-ETF, außerdem 75.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto, das mit 2 Prozent pro Jahr verzinst ist
  • Davon entnehmen Sie monatlich 750 Euro, um Ihre Rentenlücke zu schließen
  • Der Einfachheit halber nehmen wir an, Sie entnehmen nur aus dem Aktien-ETF
Szenario 1: Der Crash zum Rentenbeginn

Sie gehen mit 67 Jahren in Rente, kurz danach kommt ein Börsencrash, der Ihren Aktien-ETF 30 Prozent nach unten rauschen lässt. Aus 300.000 Euro werden so 210.000 Euro.

Sie entnehmen trotzdem, um die Rentenlücke zu schließen. Ihr ETF macht nach dem Crash weiterhin 6 Prozent pro Jahr. Nach zehn Jahren, mit 77, haben Sie dann noch gut 240.000 Euro im Depot. Dazu kommen dank Zinsen ca. 91.000 Euro auf dem Tagesgeld, also 331.000 Euro insgesamt.

Sie sehen: Das Depot hat sich in zehn Jahren trotz Entnahme etwas erholt. Sie können ja auch in der Rente Rendite machen. Und: Sie könnten natürlich nach dem Crash auch erstmal vom Tagesgeld entnehmen, um so den Effekt noch stärker abzumildern.

Szenario 2: Der Crash nach 10 Jahren Rente

Auch hier gehen Sie mit 67 Jahren in Rente, entnehmen 750 Euro pro Monat und Ihr ETF macht 6 Prozent Rendite pro Jahr. Macht nach 10 Jahren circa 400.000 Euro im Depot.

Geht es jetzt durch einen Crash 30 Prozent nach unten, sinkt Ihr Depotwert auf gut 281.000 Euro. Dazu kommen auch hier 91.000 Euro auf dem Tagesgeld. Mit insgesamt 372.000 Euro sind Sie quasi da, wo Sie vor zehn Jahren begonnen haben.

40.000 Euro mehr durch späteren Crash

Der spätere Crash macht also ca. 40.000 Euro Unterschied im Vergleich zu Szenario 1 (281.000 statt 240.000 Euro im Depot). Zum Start der Entnahmephase ist er besonders schmerzhaft, da Ihr Depot prall gefüllt ist, aber kein Geld mehr nachkommt. Hier nochmal auf einen Blick:

So wirken sich verschiedenen Crash-Zeitpunkte aus

So wirken sich verschiedenen Crash-Zeitpunkte aus Finanztip
Nicht mehr als 3 Prozent pro Jahr entnehmen

Trotzdem können Sie einen Crash überstehen: Indem Sie investiert bleiben und nicht mehr als 3 Prozent des Startwerts pro Jahr entnehmen. Das entspricht genau den 750 Euro/Monat = 9000 Euro/Jahr in unserem Beispiel.

Denn unsere Analysen zeigen: Mit dieser Entnahmequote haben Sie auch im hohen Alter noch Geld übrig – selbst wenn es an der Börse ganz ungünstig läuft.

Und wenn Ihr Depot- oder ETF-Anbieter pleitegeht?

Bleibt noch eine Sorge: Was, wenn es in einer großen Krise auch Ihren Depotanbieter erwischt und der pleitegeht? Oder der Anbieter Ihres Aktien-ETFs?

Die gute Nachricht: Ihre Anteile sind als Sondervermögen geschützt. Sie werden von einer gesonderten Depotbank verwaltet. Beim ETF-Anbieter iShares z. B. von der State Street Bank.

Keine Sorgen, falls die Depotbank Involvenz beantragt

Damit hat die Fondsgesellschaft keinen Zugriff darauf. Geht die Depotbank pleite, werden Ihre Anteile an eine andere übertragen. Dasselbe gilt für Ihren Depotanbieter: Geht er pleite, wird Ihr Depot zu einem anderen Anbieter übertragen.

Bei diesem Punkt müssen Sie sich also keine Sorgen machen und können deshalb bei Depotanbietern einfach auf Preis und Leistung achten. Wir empfehlen unseren Preis-Leistungs-Sieger Traders Place. Die beste Leistung in unserem Vergleich bekommen Sie bei Comdirect.

Fazit: So minimieren Sie Ihr Risiko

Sie wollen das Risiko für Ihren Aktien-ETF möglichst klein halten? Dann halten Sie sich an diese vier Punkte:

  • Diversifizieren Sie möglichst gut: Mit dem MSCI ACWI IMI streuen Sie Ihr Geld über möglichst viele Länder und Unternehmen. Und damit auch Ihr Risiko
  • Lang halten: Je länger die Anteile liegen, desto mehr Zeit haben sie, sich von Krisen zu erholen. Legen Sie früh los und lassen Sie die Anteile liegen, mind. 15 Jahre
  • Halten Sie die Balance: Überprüfen Sie einmal im Jahr, wie der Anteil von Aktien-ETF und Sicherheitsbaustein ist. Wenn die Anteile um 5 Prozent-Punkte von Ihrer gewünschten Verteilung abweichen, stellen Sie die Balance wieder her (Rebalancing)
  • Flexible Auszahlungen: Wenn die Krise da ist, versuchen Sie zuerst Geld aus dem Sicherheitsbaustein zu entnehmen. Dann vermeiden Sie, viele Anteile für relativ wenig Geld verkaufen zu müssen. Später können Sie dann Rebalancing machen. Müssen Sie aus dem ETF entnehmen, belassen Sie es in guten wie in schlechten Zeiten bei 3 Prozent pro Jahr.

Mit der Entnahmephase beschäftigen wir uns bald übrigens nochmal genauer. Sie wollen bis dahin noch mehr übers Depotmanagement erfahren? Dann schauen Sie in unseren Ratgeber zum Rebalancing.

Von Timo Halbe , Emil Nefzger und Jonas Fehling

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