Morgan Stanley sieht die nächste KI-Welle abseits der üblichen Tech-Aktien. Welche bekannten Unternehmen nun profitieren könnten.
Die nächste KI-Welle könnte Anleger zu ganz anderen Aktien führen als bisher. Morgan Stanley setzt auf bekannte Unternehmen, die kaum jemand mit KI verbindet.
Die Investmentbank rät Anlegern deshalb zur „Hantelstrategie“: Auf der einen Seite bleiben die Anbieter der technischen Infrastruktur wichtig. Auf der anderen Seite rücken Unternehmen ins Blickfeld, die KI einsetzen, um Kosten zu senken und produktiver zu werden. Darunter sind einige Namen, die Anleger wohl kaum spontan mit künstlicher Intelligenz verbinden würden.
Das Wichtigste auf einen Blick:
Die Grundlage des Booms bleibt zunächst dieselbe. Morgan-Stanley-Analyst Joe Moore sieht die Nachfrage nach Halbleitern für Rechenzentren laut „MarketWatch“ weiterhin als „außergewöhnlich stark“ an. Nvidia und Broadcom zählen deshalb zu seinen bevorzugten Titeln.
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Der Grund: Rechenkapazitäten bleiben knapp. Morgan Stanley schreibt:
„Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Rechenleistung das Angebot auf Jahre hinaus deutlich übersteigen wird.“
Engpässe bei Stromversorgung, Genehmigungen und Infrastruktur könnten diesen Zustand sogar verlängern.
Doch gerade deshalb wollen die Strategen ihr KI-Engagement nicht mehr allein auf Hardware konzentrieren. Auch Unternehmen, die Daten, Cloud-Systeme und Anwendungen für KI bereitstellen, gewinnen an Bedeutung. Morgan Stanley nennt hier unter anderem Microsoft, Snowflake, Datadog, Cloudflare und Dynatrace.
Noch interessanter ist der Blick auf klassische Unternehmen. Denn die nächste Börsenphase könnte weniger davon geprägt sein, wer KI baut, sondern stärker davon, wer damit nachweisbar Geld spart oder mehr Umsatz erzielt.
Airbnb ist dafür ein Beispiel. Nach Angaben des Unternehmens könne sein KI-Assistent bereits rund 40 Prozent bestimmter Kundenprobleme ohne menschliche Unterstützung lösen, berichtet „MarketWatch“ unter Berufung auf Morgan Stanley. Das kann Bearbeitungszeiten verkürzen und Servicekosten reduzieren.
Auch der Medizintechnik-Anbieter iRhythm Holdings erwartet konkrete Produktivitätsgewinne. KI soll dort die Zeit, die Ärzte für die Auswertung von Patienteninformationen benötigen, nahezu halbieren.
Morgan Stanley zieht daraus einen breiteren Schluss: Die steigenden Fähigkeiten großer Sprachmodelle eröffneten eine „breite und bedeutende Möglichkeit zur Wertschöpfung“.
Für Anleger verändert das den Blick auf das Thema KI. Neben den bekannten Technologiegewinnern nennt die Bank auch Home Depot, Procter & Gamble, GE Aerospace und Coca-Cola als potenzielle Profiteure.
Die nächste KI-Welle könnte damit ausgerechnet dort sichtbar werden, wo viele Anleger bislang kaum nach ihr gesucht haben: bei ganz normalen Unternehmen, die künstliche Intelligenz nicht verkaufen müssen – sondern sie einfach besser nutzen als ihre Konkurrenz.
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