Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

„China-Böller“ als Retter: Wenn VW schlicht zu teuer wird

Дата публикации: 16-09-2026 16:30:00

Besonders beim Auto gelten die Deutschen als traditionsbewusst. Was passiert also, wenn chinesische Hersteller den Markt mit E-Autos fluten? Ein Tag im Autohaus Faust, wo sie genau zwei Marken haben: VW und BYD.

Основное содержимое страницы с новостью.

Besonders beim Auto gelten die Deutschen als traditionsbewusst. Was passiert also, wenn chinesische Hersteller den Markt mit E-Autos fluten? Ein Tag im Autohaus Faust, wo sie genau zwei Marken haben: VW und BYD.

Franca Faust, seit 21 Jahren Inhaberin des Autohauses Faust am Rande von Wittenberg, sagt, dass sie vieles an ihrem Job möge. Der direkte Austausch mit den Kunden bereitet ihr Freude. Vor allem aber mag sie den Moment, wenn es 18 Uhr ist und sie weiß, wie viele Autos an diesem Tag verkauft wurden.

Faust, 55, sitzt in ihrem Büro über der Verkaufsfläche. Auf einem Bildschirm läuft eine Präsentation über die Geschichte des Unternehmens. In kurzen, klaren Sätzen erzählt sie von den Anfängen im Jahr 1912, von Enteignungen in der DDR, von Filialen in Dresden und der Rückkehr nach Wittenberg in den Nullerjahren. Ihr Geschäft lebt überwiegend von Gebrauchtwagen: Rund 800 Stück verkauft sie pro Jahr. Dazu kommen 300 Neuwagen.

Während Faust ihren kleinen Vortrag hält, sieht man durch die Fenster immer wieder Menschen das Autohaus betreten. Die meisten kommen zu zweit. Es ist Freitagvormittag. Auslieferungstag. Die Kunden holen ihre neuen Autos ab. Nur wenige sind zum Bummeln hier. Wenn doch, dann womöglich, um sich die chinesischen Fabrikate anzuschauen, die vor dem Autohaus in erster Reihe stehen.

Das Interesse an alternativen Antriebsarten wächst

Im Frühjahr traf Franca Faust eine Entscheidung: Künftig sollten bei ihr auch Fahrzeuge vom Auto- und Batteriebauer BYD ausgestellt werden. Als Vertragspartnerin von Volkswagen hatte sie bis dahin fast ausschließlich Fahrzeuge des Weltkonzerns im Portfolio. „BYD hat in Deutschland den höchsten Bekanntheitsgrad unter den chinesischen Marken“, sagt sie. „Sieht man ja an den Zulassungszahlen.“

ANZEIGE

ANZEIGE

Diese Zahl ist lächerlich gering. Zumindest noch. Gerade einmal 5256 Fahrzeuge verkaufte BYD im August. Und das Ziel des Konzerns aus Shenzhen lautet: 50.000 Neuzulassungen bis Ende des Jahres. Man könnte das getrost als Größenwahn abtun. Schließlich gilt der deutsche Autofahrer als treues Wesen. Er weiß, was er fährt, und fährt am liebsten das, was er kennt. Doch etwas verschiebt sich gerade: In den vergangenen zwölf Monaten hat BYD seinen Absatz in Deutschland um 372 Prozent gesteigert. Auch andere chinesische Hersteller wachsen im dreistelligen Bereich. Und wenn es einen Ort gibt, an dem sich diese Verschiebung besonders gut dokumentieren lassen müsste, dann ist es das Autohaus.

„Neuwagen von VW sind finanziell nicht mehr drin“

Fragt man Franca Faust, warum sie auf BYD setzt, landet man schnell bei den ganz großen Themen. Die Straße von Hormus, Spritpreise, die schlechte Stimmung in Deutschland, wirtschaftlich wie gesellschaftlich. Immer öfter höre sie von Kunden: „Neuwagen von VW würden wir gerne kaufen, sind aber finanziell nicht mehr drin.“

Gleichzeitig lassen staatliche Kaufprämien und Rekordpreise an den Zapfsäulen die Nachfrage nach alternativen Antriebsarten rasant steigen. Im ersten Halbjahr 2026 war in Deutschland fast jedes vierte neu zugelassene Auto ein reines Elektroauto. 368.000 Stromer kamen in dieser Zeit neu auf die Straßen, 48 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Tendenz: steigend. Auch Hybride legen zu. Im Stammland des Verbrenners werden klassische Verbrenner zur Minderheit.

Und das, sagt Franca Faust, mache die Hersteller aus Fernost auch für sie interessant, weil die etwas versprechen, womit die deutsche Konkurrenz kaum mithalten kann: viel Technik, viel Qualität, vergleichsweise niedrige Preise.

Was chinesische Hersteller versprechen: viel Auto für wenig Geld

Also begann die Autohändlerin zu recherchieren. Sie fand heraus, dass die nächsten BYD-Händler viele Kilometer entfernt in Leipzig und Berlin sitzen und dass der ländliche Raum um Wittenberg geradezu prädestiniert für Elektromobilität sei. „Was auch Sinn macht: Die Menschen leben in Einfamilienhäusern, viele mit einer Solaranlage auf dem Dach. Die können ihre Autos bequem und günstig zu Hause laden.“

Anfang des Jahres schickte sie ihren Stiefsohn, der den Servicebereich im Autohaus leitet, und ihre Tochter, die mit Autohandel nichts zu tun hat, dafür aber sehr gut Englisch spricht, nach China. Dort hätten ihnen selbst VW-Mitarbeiter gesagt: „BYD ist der Audi von China.“ Danach war Faust überzeugt. Seit Juni kann man bei ihr rein batteriebetriebene Autos und Hybride kaufen, die gewöhnungsbedürftige Namen tragen: Dolphin, Seal und Sealion. Auf ihren Motorhauben prangt der chromglänzende BYD-Schriftzug.

Die Abkürzung steht für Build your Dreams. Frei übersetzt: „Lebe deinen Traum“. Was einst das Motto der westlichen Welt war, reklamieren heute die Chinesen für sich.

Einige Kunden konnten es nicht fassen, als sie vom BYD-Einzug ins Autohaus Faust erfuhren. Mit diesen „China-Böllern“, schimpften sie in den sozialen Medien, trügen Franca Faust und ihr Team zum Niedergang der deutschen Autoindustrie bei. Es klang wie ein Verrat an der ehemaligen Musterbranche.

Mit BYD können die Kunden wenig anfangen

Franca Faust muss jetzt zu einem Termin. Sie steigt in ihren schwarzen VW-SUV, einen Diesel, der wegen seiner Form, vor allem aber wegen seiner matten Folierung, ziemlich grimmig aussieht. Sie habe einen Jagdschein und sei nachts öfter im Wald unterwegs, sagt sie. Fahre sie sich dort einen Kratzer rein, falle der auf der matten Oberfläche weniger auf. Dann rollt sie vom Hof. Zeit, sich umzuschauen.

Abgemähte Felder, eine Mazda-Niederlassung und ein Einkaufscenter umgeben das Autohaus. Es liegt im Norden der 45.000-Einwohner-Stadt. Das Autohaus hat diese klassische Autohausfassade: große, nach oben hin schräg laufende Glasfronten, darüber ein flaches Dach. Ein VW-Schild hängt über dem Eingang.

Kunde fährt seit 30 Jahren VW

Drinnen stehen sechs Wagen auf der Ausstellungsfläche. Grauer Fliesenboden, helles Mobiliar, ein paar Zimmerpflanzen. Wer hereinkommt, wird zunächst von drei Mitarbeiterinnen am Empfang begrüßt, leise und herzlich. An den Schreibtischen sitzen die Verkäufer. Männer. Sie führen die Gespräche, rechnen die Preise aus und so weiter. Frauen empfangen, Männer verkaufen, so scheint es hier zu laufen.

Ein älterer Mann mit Hörgerät inspiziert einen Volkswagen. Ein Interessent? Nein, ein Kunde, der auf sein neues Auto wartet. Einen VW, was sonst. Er fährt seit 30 Jahren VW. Jetzt hat er sich für ein höher gelegenes Modell entschieden, gebraucht, Automatik, Verbrenner. „Ich bin 79 und schaffe es nicht mehr leicht in die tiefen Autos.“

Seine Frau stellt sich dazu. Könnten sich die beiden auch einen BYD vorstellen? Die Frau runzelt die Stirn. „B-U-N-D?“, sagt sie. Nein, BYD, der größte Autokonzern Chinas und der größte Elektroautobauer der Welt.

Er würde niemals chinesische Autos verkaufen, sagt der Verkäufer

Das Paar passt ziemlich gut in das Bild, das Franca Faust von der typischen VW-Klientel zeichnet: „Loyale Kunden“, die Zuverlässigkeit schätzen, weil sie bei den Marken aus dem Volkswagen-Kosmos wissen, was sie bekommen. „Das sind zum Teil auch jüngere Leute, die schon mit ihren Eltern in einem Tiguan oder einem Passat gesessen haben.“

BYD sei eher für technikaffine und weniger markentreue Menschen interessant. „Erst gestern hatten wir einen Mercedes-Fahrer, der sich einen BYD Tang zugelegt hat. Einen vollelektrischen Siebensitzer, das Flaggschiff des Konzerns.“ Der Anteil junger und älterer Käufer sei ungefähr gleich groß. Darüber hinaus berichtet sie, dass BYD-Käufer in der Regel Barzahler sind. Diese Menschen bezahlen ihr Auto komplett, sind aber für die Autohändler oft weniger lukrativ. Leasingkunden, die einen Wagen mieten, können gleich mehrere Geschäfte bedeuten: Finanzierung, Versicherung, Service. Und in ein paar Jahren das nächste Auto.

„Ein E-Auto wäre schon wegen der Reichweite ein Problem“

Ob sich die von Franca Faust beschriebene Trennlinie tatsächlich so klar ziehen lässt, zeigt sich wenig später. Auch die nächsten Kunden, ein Ehepaar in den Sechzigern, können mit BYD wenig anfangen. Überhaupt Elektromobilität: nicht so ihr Ding. Vor einer Weile haben sie einen neuen VW bestellt, groß, grau, Benziner. „Ich fahre jeden Tag nach Dessau“, sagt die Frau. „Ein E-Auto wäre schon wegen der Reichweite ein Problem.“ Ein VW-Fachverkäufer fährt mit einem Tiguan vor, das Paar steigt ein. Es riecht nach neuem Auto, ein bisschen wie nach einer frisch geöffneten Dose Tennisbälle.

Der Verkäufer erklärt das Display, zeigt, wo sich welche Einstellung versteckt. Er wischt über den Bildschirm bis zur Müdigkeitswarnung. „Die haben wir Deutschen erfunden“, sagt er. Die Kundin auf dem Beifahrersitz hört aufmerksam zu. Ihr Mann sitzt hinten und schaut gelangweilt ins Leere.

Später wird der Verkäufer sagen, dass er als Deutscher niemals chinesische Autos verkaufen könnte.

Das einzige E-Auto ist ein BYD

Gegen 15 Uhr erscheinen die ersten BYD-Interessenten an diesem sonst geräuschlosen Tag. Kathleen und Christian Döge-Hampel besuchen spontan das Autohaus. Eine Probefahrt? „Das geht so kurzfristig leider nicht“, sagt die Mitarbeiterin am Empfang. Also bleibt ihnen nur, sich die Modelle auf dem Hof anzusehen. Sie mustern einen gebrauchten Atto 3 mit roter Lackierung für 35.450 Euro, spähen durch die abgedunkelten Seitenscheiben. „Das Display wäre mir zu klein“, sagt Kathleen Döge-Hampel und läuft hinüber zu einem Seal. „Ich stehe auf Limousinen.“ Was gefällt ihnen an BYD?

Sie sagt: „Das Design und ganz klar: der Preis.“ Er sagt: „Die deutschen Hersteller verlangen, dass du wirklich für jedes Extra draufzahlst.“

Sie müssen weiter. Aber für die beiden steht fest: Sie werden wiederkommen.

Dann, um 18 Uhr, die Zahlen. An diesem Tag haben Franca Faust und ihre Beschäftigten einen Neuwagen und sechs Gebrauchtwagen verkauft, darunter fünf Volkswagen, einen Skoda und einen BYD. Das einzige E-Auto ist der BYD.

Von Leon Grupe

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Das sind die wichtigsten Punkte im VW-Sparpaket09.704-09-2026
2VW kämpft um seine Zukunft und wird dabei zu Deutschlands Nokia06.6911-09-2026
3Volkswagen senkt Gewinnprognose deutlich011.9418-09-2026
4VW vor Konzern-Beben: „So Spitz auf Knopf stand es noch nie“09.8403-09-2026
5Wegen Rückruf von 950.000 Autos: VW gehen die Schrauben aus010.3526-09-2026
6E-Autos boomen – doch Deutschland drohen Milliardenverluste014.3517-09-2026
7Solar, Auto, nun Pharma: China greift die nächste Branche an012.9428-08-2026
8„Finanziell am Kipppunkt“: In Emden geht Angst vor VW-Aus um013.1310-09-2026
9China überholt Deutschland als Polens wichtigster Importpartner06.9418-09-2026
10Keine Einigung: VW-Aktionäre sollen über Sparplan abstimmen01202-09-2026

Классификация: Мнения. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 13.04. Источник: rss.focus.de.