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USA kämpfen gegen steigende Zinsen – doch der Markt gewinnt

Дата публикации: 25-09-2026 09:07:00

Die USA versuchen, ihre Finanzierungskosten zu senken. Doch die Renditen langfristiger Staatsanleihen steigen weiter – und machen neue Schulden immer teurer.

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Die Renditen für US-Staatsanleihen steigen auf Rekordniveau. Washington und die Fed versuchen gegenzusteuern – bislang ohne nachhaltigen Erfolg.

US-Staatsanleihen auf Höchststand seit zwei Jahrzehnten

Ein besonders deutliches Warnsignal kommt von den 30-jährigen US-Staatsanleihen. Ihre Rendite stieg am Donnerstag auf rund 5,44 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten. Zuletzt lagen die langfristigen US-Renditen in den Jahren vor der Finanzkrise auf einem vergleichbaren Niveau.

Der Anstieg zeigt, dass Anleger für die langfristige Finanzierung der Vereinigten Staaten eine deutlich höhere Entschädigung verlangen. Faktoren wie Inflation, Staatsverschuldung und die wachsende Menge neuer Anleihen, die der US-Staat finanzieren muss, bestimmen zunehmend den Markt.

USA kaufen eigene Schulden zurück

Das US-Finanzministerium hat zuletzt sein Programm zum Rückkauf eigener Staatsanleihen von zwei Milliarden US-Dollar auf bis zu sechs Milliarden US-Dollar je Operation verdreifacht. Dabei sollen vor allem langlaufende Anleihen mit Laufzeiten von 20 bis 30 Jahren zurückgekauft werden. Die Idee dahinter ist, dass durch die Käufe die Liquidität am Markt verbessert und der Druck auf die langfristigen Renditen reduziert werden sollen. Doch bislang gelingt dies nicht, im Gegenteil, wie die Rekordrenditen zeigen.

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Die Zinskurve wird zum Problem für die USA

Auch die Inflation spielt eine zentrale Rolle. Steigende Energiepreise haben zuletzt die Erwartungen an die Geldpolitik verändert. Anleger rechnen eher mit weiteren Zinserhöhungen als -senkungen und verlangen bei langfristigen Anleihen eine höhere Risikoprämie.

Besonders problematisch ist dabei die Entwicklung der Zinsstrukturkurve. Normalerweise liegen die Renditen langfristiger Anleihen deutlich über denen kurzfristiger Papiere. Anleger erhalten einen Aufschlag dafür, dass sie ihr Geld über Jahrzehnte verleihen. Um davon zu profitieren und sich günstiger zu finanzieren, hat die US-Regierung zuletzt hauptsächlich kürzer laufende Bonds ausgegeben und die Emission von Langläufern zurückgefahren.

Der Zinsvorteil der USA schmilzt

Doch der Renditeabstand zwischen den Laufzeiten schrumpft immer weiter. Der Unterschied zwischen der Rendite zweijähriger und zehnjähriger US-Staatsanleihen ist von rund 73 Basispunkten im Februar auf etwa 22 Basispunkte gefallen. Noch stärker zeigt sich die Bewegung beim Vergleich zwischen zwei- und 30-jährigen Anleihen: Der Abstand sank von rund 140 Basispunkten zu Jahresbeginn auf nur noch etwa 50 Basispunkte.

Das ist ein Warnsignal für die Finanzierungskosten der USA. Denn der Staat kann sich kurzfristig kaum noch günstiger refinanzieren als langfristig. Egal zu welcher Laufzeit gegriffen wird, der Versuch, die Kosten zu senken, verpufft.

Jeder Zinsanstieg wird für die USA richtig teuer

Während die USA also versuchen, über Rückkäufe und Kurzläufer ihre Schulden-Kosten zu reduzieren, entscheidet der Markt zunehmend selbst über die Höhe der Renditen und richtet sich dabei stärker nach den Erwartungen zu Wachstum, Inflation, Staatsfinanzen und der globalen Nachfrage nach US-Anleihen.

Das ist für die weltgrößte Volkswirtschaft besonders problematisch, weil ihre Schuldenlast inzwischen enorm ist. Jede Erhöhung der durchschnittlichen Finanzierungskosten hat direkte Auswirkungen auf den Staatshaushalt. Bereits heute gehören die Zinsausgaben zu den größten Ausgabenposten des Bundes.

US-Regierung und Fed stoßen an ihre Grenzen

Der Anstieg der langfristigen Renditen bedeutet nicht, dass Investoren grundsätzlich das Vertrauen in US-Staatsanleihen verlieren. US-Treasuries bleiben einer der wichtigsten Märkte der Welt. Doch für Washington sollten die immer höheren Zinskosten ein Warnsignal sein.

Sie zeigen, dass bislang alle Maßnahmen, die die Regierung und die Notenbank unternommen haben, um die Renditen niedrig zu halten, ins Leere gelaufen sind. Sie können die Entwicklung höchstens bremsen, aber nicht aufhalten oder gar umkehren. Weder die Fed noch die US-Regierung können dauerhaft gegen Marktkräfte ankämpfen.

Von Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion

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