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Entwicklungshilfe sicherte 379.000 Jobs in Deutschland

Дата публикации: 28-08-2026 08:20:00

Laut Studie steht ein Euro Entwicklungshilfe für 2,50 Euro mehr deutsche Exporte. Die Modellrechnung ergibt 379.000 Arbeitsplätze.

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Die Universität Göttingen hat deutsche Entwicklungshilfe im Ausland analysiert. Fazit: Allein 2024 sicherten Kredite und Zahlungen fast 400.000 Arbeitsplätze in Deutschland.

10,06 Milliarden Euro beträgt der Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in diesem Jahr. Der Großteil davon fließt über Entwicklungshilfen in ärmere Länder. Laut einer neuen Studie der Universität Göttingen ist dieses Geld gut angelegt. Ergebnis: Jeder ausgegebene Euro zwischen 2005 und 2024 steigerte die Erlöse aus deutschen Exporten um 2,50 Euro. Zudem schuf und sicherte Entwicklungshilfe im gleichen Zeitraum in Deutschland rund 380.000 Arbeitsplätze.

Für die Studie untersuchten zwei Forscher die Entwicklungshilfe von fünf Geberländern. Neben Deutschland waren das Dänemark, die Niederlande, Norwegen und Schweden. Auf der anderen Seite standen bis zu 140 Empfängerländer. Die Forscher wollten prüfen, ob stärkere Entwicklungshilfe für bestimmte Länder einen Effekt auf die Exporte des Geberlandes dorthin hat. Neben Waren wurden dafür auch Dienstleistungen berücksichtigt. Als Entwicklungshilfe wiederum berücksichtigten sie nur eindeutige Zahlungen, aber nicht etwa Schuldenerlasse, multinationale Hilfsprogramme oder Hilfen für Flüchtlinge aus dem Empfängerland im Geberland.

Das sind die Ergebnisse für Deutschland

Für Deutschland ergab sich aus den Daten von 2005 bis 2024 eine Exportelastizität von 0,108. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Eine um zehn Prozent höhere bilaterale Entwicklungshilfe geht laut Modell langfristig mit rund 1,08 Prozent höheren Exporten einher.

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Daraus konnten die Forscher dann den kompletten Nutzen jedes Euros Entwicklungshilfe berechnen. Im Durchschnitt erhöht jeder Euro Entwicklungshilfe die gesamten deutschen Exporte um 2,50 Euro. Die Schwankungsbreite liegt dabei von 1,88 bis 3,11 Euro. Ähnliche Effekte fanden sich auch für die Niederlande und Schweden. Dänemark und Norwegen hatten hingegen keine signifikant positiven Effekte durch ihre Entwicklungshilfe.

Diese Länder nützen uns am meisten

Die Exporte in ein Land steigen, weil durch die Entwicklungshilfe die Menschen dort mehr Geld zur Verfügung haben. Durch bessere Infrastruktur, ein besseres Gesundheitssystem und mehr Schulbildung können Unternehmen wie Beschäftigte etwa günstiger und produktiver arbeiten und damit mehr Geld verdienen. Das zusätzliche Geld geben sie dann auch für Konsumwaren und Dienstleistungen aus dem Ausland aus.

Der Effekt hängt deswegen stark vom Wohlstand des jeweiligen Landes ab. Während der Durchschnitt über alle Länder eben bei 2,50 Euro pro Euro Entwicklungshilfe lag, sind es bei den ärmsten Ländern nur etwa 50 Cent. In diese Gruppe fallen etwa Länder wie Haiti in der Karibik oder Burundi in Afrika. Bei Ländern mit niedrigem mittleren Einkommen wie Indien oder Ägypten liegt der Effekt schon bei 2,88 Euro. Bei Ländern mit höherem mittleren Einkommen wie Peru oder Indonesien sind es sogar 6,26 Euro.

Logistik profitiert am stärksten

Zudem profitieren verschiedene Branchen unterschiedlich stark. Die Studienautoren fanden den stärksten Effekt für die Branche „Landverkehr“. Dazu zählen beispielsweise Bahn- und Lkw-Transporte deutscher Anbieter für Kunden aus den Empfängerländern. Dahinter folgen die Holzindustrie, Chemie, Transport und Logistik, Maschinenbau, die Baubranche und die Telekommunikationsbranche.

Der Effekt erstreckt sich aber auch auf Dienstleistungen wie Ingenieur-, Gesundheits-, Beratungs- und Schulungsleistungen. Insgesamt fanden die Forscher bei 32 von 40 Branchen einen signifikant positiven Exporteffekt durch Entwicklungshilfe.

Hilfe sicherte rund 380.000 Arbeitsplätze

Davon ausgehend modellierten die Forscher, wie viele Arbeitsplätze in Deutschland an der Entwicklungshilfe hängen. Sie rechneten dabei für 2024 aus, dass die Hilfen die Exporte um 49 Milliarden Euro erhöhten. Daraus resultiert eine inländische Wertschöpfung von rund 32,4 Milliarden Euro. Die Differenz entfällt auf Rohstoffe, Bauteile und Dienstleistungen, die deutsche Unternehmen aus dem Ausland beziehen.

Daraus lässt sich modellieren, wie viele Arbeitsplätze mit den zusätzlichen Exporten verbunden waren. Es geht dabei nicht um real für den Export geschaffene Stellen. Die Modellrechnung soll eher zeigen, wie viele Stellen obsolet wären, wenn es den zusätzlichen Export nicht gegeben hätte. Die Modellrechnung kommt für 2024 auf 379.000 Arbeitsplätze.

Wichtig zur Einordnung: Die Studie ist ein bislang nicht peer-reviewtes Diskussionspapier. Die Autoren sprechen ausdrücklich von statistischen Zusammenhängen und nicht von einem eindeutigen Kausalnachweis. In einer alternativen Schätzung ist der positive Deutschland-Effekt nicht mehr signifikant.

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