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Sir Jim Ratcliffe stellt Produktion in wichtigen britischen Werken ein und gibt hohen Gaspreisen die Schuld

Дата публикации: 23-09-2026 08:54:00

Ineos stoppt drei Chemieanlagen wegen hoher Gaspreise. Der Fall zeigt, wie Europas Energiekosten die Industrie unter Druck setzen.

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Hohe Gaspreise zwingen Ineos zur Produktionspause. Der Fall zeigt, wie Europas Energiekosten zum Risiko für Industrie und Wettbewerbsfähigkeit werden.

Im englischen Hull wird sichtbar, was hohe Gaspreise für Europas Industrie bedeuten können. Der britische Chemiekonzern Ineos stoppt die Produktion in drei Anlagen. Gas dient dort nicht nur als Energiequelle, sondern auch als Rohstoff.

Konzernchef und Milliardär Sir Jim Ratcliffe sagt, die britischen Gaspreise seien inzwischen zwölfmal so hoch wie in den USA. Das zeigt: Selbst moderne europäische Werke geraten jetzt unter Druck, wenn Energie dauerhaft deutlich mehr kostet als bei der Konkurrenz.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ineos legt drei Chemieanlagen in Hull still, zwei davon stehen bereits, die dritte soll folgen.
  • Das Unternehmen macht vor allem den Gaspreis verantwortlich: Er liege nach Ineos-Angaben mit dem Faktor zwölf über dem US-Niveau.
  • Europa geht mit vergleichsweise niedrigen Gasreserven in den Herbst. Auch Deutschlands Speicher sind deutlich schwächer gefüllt als in den Vorjahren.
  • Eine akute Versorgungskrise sieht die EU derzeit nicht. Doch LNG-Abhängigkeit und der Konflikt im Nahen Osten halten die Preise hoch und schwankungsanfällig.
Wenn Gas zum Standortnachteil wird

Die Anlagen in Hull produzieren Grundchemikalien, die beispielsweise für Arzneimittel, Lebensmittel, Farben, Klebstoffe oder Lösungsmittel benötigt werden. Nach Angaben der BBC arbeiten 245 Menschen direkt am Standort. Die Beschäftigten sollen zunächst weiterbeschäftigt werden. Ineos prüft dem Bericht zufolge unter anderem, Flüssigerdgas direkt aus den USA zu beschaffen.

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Ratcliffe begründet die Pause mit dem enormen Preisgefälle:

„Wir sind gezwungen, einige der effizientesten Anlagen in Europa stillzulegen, aber bei Gaspreisen, die jetzt 12 Mal so hoch sind wie in den USA und 8 Mal so hoch wie in China, können wir einfach nicht mithalten“, sagt er.

Sir Jim Ratcliffe

Sir Jim Ratcliffe ist nicht nur Chef des Chemiekonzerns Ineos, sondern auch Miteigentümer von Manchester United. Getty Images/DIRK WAEM/Kontributor

Seine Zahlen stammen allerdings vom Unternehmen selbst. Reuters bezifferte den britischen Gaspreis am 22. September auf rund 23,51 Dollar je Million British Thermal Units – gegenüber weniger als drei Dollar in den USA. Damit war Gas in Großbritannien nach diesen Marktpreisen mindestens knapp achtmal so teuer wie in den Vereinigten Staaten.

„Wirtschaftlicher Vandalismus im industriellen Maßstab“

Ratcliffe nimmt das zum Anlass für eine scharfe Attacke auf die britische Regierung. Deren Energiepolitik sei „wirtschaftlicher Vandalismus im industriellen Maßstab“, sagte der Ineos-Chef.

Gerade für die Chemieindustrie ist das entscheidend: Gas steckt hier häufig direkt im Produkt. Ein höherer Preis lässt sich deshalb schwer durch etwas weniger Heizen oder effizientere Beleuchtung ausgleichen.

Europas Gaspuffer ist dünner geworden

Europas Speicher waren Mitte September laut Reuters nur zu rund 69 Prozent gefüllt – deutlich weniger als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Der europäische TTF-Gaspreis lag am 22. September bei gut 71 Euro je Megawattstunde.

Auch für Deutschland ist die Lage angespannt. Hierzulande waren die Speicher zuletzt nur zu rund 57 Prozent gefüllt. Die Bundesnetzagentur spricht ausdrücklich von deutlich niedrigeren Ständen als in den Vergleichsjahren und hält die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aufrecht.

Für die meisten deutschen Speicher gilt zum 1. November eine Vorgabe von 80 Prozent. Zugleich betont die EU-Kommission, dass derzeit kein unmittelbares Risiko für die Versorgungssicherheit bestehe. Europa verfüge heute über mehr LNG-Kapazitäten, breitere Bezugsquellen und einen geringeren Gasverbrauch als zu Beginn der Energiekrise 2022.

Entscheidend wird der Winter

Das Risiko liegt deshalb weniger in leeren Leitungen als in den Kosten. Der Konflikt im Nahen Osten behindert LNG-Lieferungen aus Katar, zugleich konkurriert Europa auf dem Weltmarkt mit asiatischen Käufern. Reuters berichtet, dass US-Flüssiggas inzwischen einen erheblich größeren Teil des europäischen Bedarfs deckt als noch vor der Energiekrise.

Für Ineos ist diese neue Energiewelt bereits Realität. Für Deutschland und Europa könnte Hull deshalb ein Warnsignal sein: Entscheidend ist nicht nur, ob genug Gas verfügbar ist – sondern zu welchem Preis Industrieunternehmen es kaufen können.

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Классификация: Экономика. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 9.42. Источник: rss.focus.de.