Wie Betriebsratschef Schlagbauer die Lage bei Audi bewertet, welche Gefahr die Fahrradbranche jahrelang ausgeblendet hat und wie die Drama-Betriebsratswahl bei Tesla ausging – das und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von „manage:mobility“.
Liebe Leserin, lieber Leser,
für die Menschen vor Ort hat der Krieg im Nahen Osten dramatische Folgen. Die ökonomische Dimension zeigt sich im Kleinen auch bei uns, zum Beispiel für Autofahrerinnen und Autofahrer: Sprit wird zur Investition, Benzin und Diesel tänzeln um die 2-Euro-Marke pro Liter. Schon werden Rufe nach einer „Spritpreisbremse“ laut. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (52; CDU) wiegelt ab: Das stehe nicht auf der Agenda.
Um Politik geht es in diesen Wochen auch in vielen Unternehmen; Betriebsratswahlen stehen an. Früh dran war der Kandidat, bei dem es schon im Vorfeld der Abstimmung das größte Drama gab: Die Beschäftigten im Tesla-Werk Grünheide konnten von Montag bis Mittwoch wählen. Werksleitung und IG Metall hatten sich zuletzt gegenseitig mit Klagen überzogen, jüngst aber zumindest einen Vergleich geschlossen. Mehr zum Ergebnis erfahren Sie in diesem Newsletter.
Gewählt wird auch bei Audi. Dort strebt Jörg Schlagbauer (48) eine zweite Amtszeit als Gesamtbetriebsratschef an. Er sieht den kriselnden Autobauer im Interview besser aufgestellt, als das von außen betrachtet den Eindruck macht. Bleibt er am Ruder, wird sich Schlagbauer trotzdem mit harten Themen auseinandersetzen müssen. Volkswagen-Chef Oliver Blume (57) schreibt den Marken strenge Sparziele ins Aufgabenheft. Muss auch Audi den Gürtel noch enger schnallen? „Nur weil Volkswagen ein neues Sparprogramm auflegt“, sagt Schlagbauer, „werden wir sicher nicht eine neue Verhandlungsrunde bei Audi fahren.“
Unsere Themen der Woche:
Wie Betriebsratschef Schlagbauer die Lage bei Audi bewertet
Welche Gefahr die Fahrradbranche jahrelang ausgeblendet hat
Wie die Drama-Betriebsratswahl bei Tesla ausging
Kämpfer für das Audi-Land: Betriebsratschef Jörg Schlagbauer
Foto: Stefan Bösl / IMAGODie Marke mit den vier Ringen (und in China teilweise ohne) hat euphemistisch ausgedrückt schon bessere Zeiten erlebt. Im Interview schildert Audi-Gesamtbetriebsratschef Jörg Schlagbauer meinem Kollegen Michael Freitag die Stimmung trotzdem als „deutlich besser, als Sie es offenbar erwarten“. Eitel Sonnenschein an der Donau? Ganz sicher nicht. Schlagbauer redet die Probleme nicht klein. Nach dem Tausch des Entwicklungsvorstands fordert er „endlich wieder Kontinuität“, 10 Chefentwickler in 15 Jahren sind ihm zu viel. Für mehr Erfolg bräuchten die Entwickler zudem mehr Freiheiten von der Konzernmutter Volkswagen, meint der Betriebsratschef: „Ich möchte hier nicht zur Meuterei aufrufen. Aber wir müssen unseren Ingenieuren den Mut und die Kreativität erlauben, die Audi erfolgreich gemacht haben.“
Hat die IG Metall düpiert: Bei Tesla in Grünheide dürfte Michaela Schmitz Betriebsratschefin bleiben
Foto: Christian Ditsch / IMAGODie Schlammschlacht um die Betriebsratswahlen bei Tesla in Grünheide hat eine Siegerin: Michaela Schmitz wird aller Voraussicht nach Vorsitzende des Gremiums bleiben. Ihrer „Giga United“-Gruppierung gelang es sogar, die IG Metall als stärkste Fraktion abzulösen. Für die Metaller ist es eine herbe Schlappe. Von insgesamt 37 Tesla-Betriebsräten stellt die Gewerkschaft künftig nur noch 13 und damit drei weniger als bislang.
Nach nur drei Monaten ist für Karin Dohm (53) der Zug als Finanzvorständin der Deutschen Bahn schon wieder abgefahren. Die Managerin habe während ihrer kurzen Bahnfahrt zahlreiche Menschen gegen sich aufgebracht, heißt es. Für Dohm könnte sich der Kurztrip trotzdem gelohnt haben: Mehrere Medien berichten, dass ihr bis zu zwei Jahresgehälter als Abfindung winken.
In Dohms Fall war Bahn-Chefin Evelyn Palla (52) mit ihrer Geduld offenbar zügig am Ende. Ihre Fahrgäste bittet sie dagegen um mehr Nachsicht. „Die Schiene in Deutschland in Ordnung zu bringen, dafür werden wir 10 Jahre brauchen“, so Palla. Was gegen Bahn-Frust helfen könnte? Im Zug aus dem Fenster zu gucken oder zu lesen, sei schön und entspannend, rät Palla, die Menschen hätten „den Reiz der Eisenbahn oft vergessen“. Schöner schleichen mit Evelyn.
Der vermeintliche Cashflow-Coup von Finanzchef Arno Antlitz (55) treibt Volkswagen weiter um. Betriebsratschefin Daniela Cavallo (50) pochte bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg am Mittwoch weiter auf eine „Anerkennungsprämie“ für die Tarifbeschäftigten. Die Konzernspitze will aber erst nach der Betriebsratswahl in der kommenden Woche darüber entscheiden. Laut einem externen Gutachten könnte ein früherer Beschluss die Wahl beeinflussen. Spannung versprechen auch die nächsten Aufeinandertreffen von Cavallo und ihrem Audi-Amtskollegen Schlagbauer. Der eine fordert mehr Freiheiten, die andere mahnt eine kürzere Leine für Konzerntöchter an. „Alleingänge einzelner Marken“ könne man sich nicht mehr leisten.
Wollen weiter hoch hinaus: Die Sixt-Co-Chefs Konstantin (l.) und Alexander Sixt
Foto: Peter Kneffel / dpaFür die Mehrheit der großen Autovermieter lief das vergangene Jahr grottig bis furchtbar: Hertz verbrannte operativ 830 Millionen Dollar, Avis gar deren 929 Millionen. Europcar hat noch keine Zahlen vorgelegt, dürfte aber weiter im Restrukturierungsmodus festhängen. Dass es auch anders geht, zeigt Sixt: Die Werbekönige aus Pullach bestätigten am Mittwochvormittag, was wir bereits am Dienstag vermutet hatten: 4,3 Milliarden Euro bedeuteten den vierten Rekordumsatz in Folge. Mit gut 400 Millionen Euro fuhr Sixt auch einen nennenswerten operativen Gewinn ein, auch wenn er nicht ganz für das angepeilte Renditeziel von 10 Prozent reichte. 2026 wollen sich die Sixts nun weiter vom Wettbewerb absetzen. Wie das gelingen soll? Einmal hier entlang .
Rot waren die Zahlen dagegen bei Continental. Beim Reifenhersteller sorgte vor allem die Abspaltung der Autosparte Aumovio im September für Abrieb. Diese und andere Umbauarbeiten schlugen buchhalterisch mit 1,2 Milliarden Euro ein. Unter dem Strich stand letztlich ein Minus von 165 Millionen Euro.
Auch Schaeffler konnte 2025 keinen Gewinn scheffeln. Mit einem Minus von 424 Millionen Euro und einem verhaltenen Ausblick konnte auch der gewiefte Banker Klaus Rosenfeld (59) die Börse nicht länger verzaubern: Die zuletzt erfolgreiche Schaeffler-Aktie knickte nach der Bilanzvorlage um 17 Prozent ein.
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Fachkraft gesucht: Fahrradmechanikerinnen und -mechaniker sind rar
Foto: Morsa Images / E+ / Getty ImagesDass die Fahrradbranche im Vertrieb schon mehrere Jahre die Kette nicht mehr aufgelegt bekam, hat Kollege Lutz Reiche mit mannigfaltigen Beispielen beschrieben. Heute berichtet er über ein Risiko, das die Szene allem Anschein nach geflissentlich ausgeblendet hat: Den Werkstätten gehen die Zweiradmechaniker aus. Das ist nicht nur ärgerlich für die Bikerinnen und Biker, die gerade auf ihre Frühjahrsinspektion warten. Auch für die Unternehmen entwickelt sich der Fachkräftemangel zum ernsten Problem: Laut einer Studie führt der Frust der Radler dazu, dass immer mehr Menschen absteigen .
Geringerverdiener: Die schwache Mercedes-Bilanz schlägt auch bei CEO Ola Källenius durch
Foto: Bernd Weißbrod / dpaAus „Luxus läuft“ ist in der Autobranche relativ rasant „Luxus läuft rückwärts und bergab“ geworden. Schmerzlich erfahren musste das Ola Källenius (56). Der Mercedes-Chef hat seine Luxusträume mittlerweile eingemottet. Spuren hat der Irrweg aber nicht nur beim Autobauer selbst hinterlassen, sondern auch auf Källenius’ Konto. Das dürfte mit einem Gehalt von 8,8 Millionen Euro für 2025 immer noch ordentlich gedeckt sein, aber: Die Vorjahre waren mit 12,5 respektive 12,7 Millionen Euro für Källenius aber deutlich fetter.
Deepdrive: Was bringt mehr „Made in Europe“?Die Europäische Kommission hat am Mittwoch den „Industrial Accelerator Act“ veröffentlicht. Wer sich die 96-Seiten-Vollversion zu Gemüte führen möchte: bitteschön . Die Verordnung, die noch durch manche Brüsseler Institution muss, soll unter anderem die hiesige Autoindustrie im Wettbewerb mit chinesischen Angreifern stützen und schützen. So müsse künftig etwa der Anteil an „Local Content“ von Autos, die in der Europäischen Union von Fördergeld profitieren, bei 70 Prozent liegen. Klingt gut. Bräuchte es nur noch eine stabile europäische Batterieproduktion. Immerhin machen die Akkus gern mal um die 40 Prozent der Wertschöpfung eines Elektroautos aus.
Rauchschwaden über Dubai: Satellitenbilder nach den Angriffen des Iran auf die Glitzerstadt
Foto: Planet Labs / AFPDer Krieg in der Golfregion hat auch Zehntausende Touristen in den Emiraten kalt erwischt. Zur Stresssituation wird die Lage auch für Reisekonzerne. Manche irritieren dabei mit ihrem Verhalten. Beispiel Booking.com: Die Reiseplattform schaltete trotz der iranischen Angriffe auf Dubai weiter munter Werbeanzeigen für Hotels in der plötzlich gar nicht mehr so sicheren Wüstenmetropole. Die Anmerkung „Bleiben Sie flexibel mit kostenfreier Stornierung und buchen Sie ganz beruhigt den perfekten Aufenthalt“ wirkt ob der Ausnahmesituation fast schon zynisch. Booking tappte nicht allein in die Werbefalle. Eurowings etwa trommelte am Wochenende noch mit „Worauf wartest du noch?“ für Flüge von Düsseldorf nach Dubai. Lerne: Niemals den digitalen Werbeanzeigenmanager aus den Augen verlieren.
Ich wünsche Ihnen eine friedliche Woche!
Ihr Christoph Seyerlein
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| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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| 1 | Volkswagen, Mercedes, Bosch, Tesla: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 8.59 | 16-07-2026 |
| 2 | BMW, Porsche, VW, Nextbike, Aumovio: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 6.48 | 14-05-2026 |
| 3 | Hella, VW, Lufthansa, ZF, BlaBlaCar, Tesla: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 7.3 | 23-04-2026 |
| 4 | Audi, BMW, Volkswagen, Continental, Europcar: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 10 | 21-05-2026 |
| 5 | Elektroautos, Volkswagen, BYD, Tesla, BMW, Sixt: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 7.35 | 09-04-2026 |
| 6 | BMW, Volkswagen, Porsche, VW, Fahrradfusion – der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 6.33 | 12-03-2026 |
| 7 | ZF Friedrichshafen, Renault, Volkswagen, Tesla: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 10 | 02-04-2026 |
| 8 | Nio, Canyon, VW, BMW, BYD: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 7 | 16-04-2026 |
| 9 | Audi, Mobile.de, Brose, Lufthansa, Sixt: Von dicker Luft und einer Überraschung – der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 8 | 19-03-2026 |