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Audi, Mobile.de, Brose, Lufthansa, Sixt: Von dicker Luft und einer Überraschung – der Newsletter „manage:mobility“

Дата публикации: 19-03-2026 05:54:00

Warum es bei Mobile.de brodelt, wie Maximilian Stoschek bei Brose mit ersten Entscheidungen überrascht und warum Lufthansa-Chef Carsten Spohr Alarm schlägt und doch optimistisch bleibt – das und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von „manage:mobility“.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

bringen die hohen Spritpreise die Deutschen dazu, das Auto häufiger stehen zu lassen? Nein, sagt man bei TomTom. Deren Verkehrsdaten zeigen keinen entsprechenden Effekt. Die Bahn immerhin spricht von einer höheren Nachfrage als erwartet. Ansonsten machen es einem potenzielle Mobilitätsalternativen gerade aber auch mal wieder nicht leicht. Streiks im ÖPNV, Streiks im Flugbetrieb. Da bleibt oft nur das Auto als Antwort.

Gute Nachrichten könnten das für diejenigen sein, die am Autogeschäft verdienen. Glänzend gelingt das seit vielen Jahren Mobile.de. Deutschlands größte Autobörse ist eine Gelddruckmaschine. Das weckt Begehrlichkeiten, Mobile.de soll an die Börse. Was nach einem Selbstläufer klingt, entwickelt sich im Hintergrund zum Drama. Womit wir bei unseren Themen der Woche angekommen wären:

  • Warum es bei Mobile.de ausgerechnet vor dem möglichen IPO brodelt.

  • Wie Maximilian Stoschek bei Brose mit seinen ersten Entscheidungen überrascht.

  • Warum Lufthansa-Chef Carsten Spohr Alarm schlägt und doch optimistisch bleibt.

Thema der Woche: Dicke Luft bei Mobile.de
Call for Action: Mobile.de-Chef Ajay Bhatia stresst seine Organisation

Call for Action: Mobile.de-Chef Ajay Bhatia stresst seine Organisation

Foto: Steffen Roth

Wer nach einem Gebrauchtwagen sucht, landet sehr häufig bei Mobile.de. Deutschlands größte Autoplattform läuft wie geschmiert. 2024 fuhren die Berliner bei 529 Millionen Euro Umsatz einen Nachsteuergewinn von 321 Millionen Euro ein. Möglich macht das eine Quasi-Monopolstellung im Markt: Die meisten Automobilhändler brauchen Mobile.de. Das lässt sich Firmenchef Ajay Bhatia (51) gnadenlos bezahlen. Jahr für Jahr wird das Inserieren auf der Plattform für Händler um 20, manchmal 30 Prozent teurer. Die Investoren hinter Mobile.de wittern nun die Chance auf den größtmöglichen Zahltag: Ein Börsengang steht im Raum, Wunschbewertung angeblich 10 Milliarden Euro. Doch ausgerechnet jetzt droht Mobile.de von der Erfolgsspur abzukommen: Händler rebellieren, von außen drängen mächtige Player ins Geschäft – und intern scheint die Stimmung vergiftet. 

Köpfe: Maximilian Stoschek ++ Michael Peterson ++ Kathrin Pannier
Raus aus dem Schatten: Patriarch Michael Stoschek (r.) hat den Verwaltungsratsvorsitz bei Brose an Sohn Maximilian abgetreten

Raus aus dem Schatten: Patriarch Michael Stoschek (r.) hat den Verwaltungsratsvorsitz bei Brose an Sohn Maximilian abgetreten

Foto:

PR

  • Kann er das? Zum Jahreswechsel hat Maximilian Stoschek (47) bei Brose seinen allmächtigen Vater Michael Stoschek (78) als Chef des Verwaltungsrats und damit als Zentrum der Macht beim fränkischen Autozulieferer abgelöst. Viele fragen sich: Entscheidet künftig wirklich der Junior, oder zieht doch der Papa im Hintergrund weiter die Strippen? Jetzt gibt es bei Brose wichtige Beschlüsse. Es geht um die angekündigte Suche nach Investoren und eine neue Organisation des Unternehmens; und Maximilian Stoschek betont dabei sehr offensiv, dass er jetzt das Sagen hat .

  • Verspätungen und Zugausfälle nerven nicht nur Reisende, sie kosten die Deutsche Bahn auch jede Menge Geld. 2025 musste der Konzern dafür laut Fernverkehrsvorstand Michael Peterson (55) 156,1 Millionen Euro berappen.

  • Als Topberaterin der Boston Consulting Group trat Kathrin Pannier (44) mehrfach auch bei Mercedes-Benz auf den Plan. Nachdem man dort seine Luxusträume ausgeträumt hat, zieht es auch Pannier in eine weniger glamouröse Richtung: Sie wird laut ihrem LinkedIn -Profil Strategiechefin beim Autozulieferer Eberspächer – bekannt vor allem für Auspuffanlagen und Standheizungen.

Unternehmen: Lufthansa ++ Sixt ++ Aumovio ++ British Airways
Traditionsbewusst: Lufthansa-Chef Carsten Spohr vor einer Junkers „Ju 52“

Traditionsbewusst: Lufthansa-Chef Carsten Spohr vor einer Junkers „Ju 52“

Foto:

Marc Krause / manager magazin

  • Wer 100 Jahre alt wird, sollte viel zu erzählen haben. Also traf mein Kollege Michael Machatschke Lufthansa-Chef Carsten Spohr (59) zum Interview. Der ist bei der Airline natürlich keine zehn Dekaden dabei, aber immerhin auch schon mehr als drei. Im Gespräch äußert sich Spohr zur Margenschwäche der Lufthansa, zur Kritik an ihrer Servicequalität oder der umstrittenen Multimarkenansammlung im Konzern. Und er hat eine klare Meinung zu den Verwerfungen in der Luftfahrt durch den Krieg im Nahen Osten: Es schwäche die europäische Souveränität, „wenn wir „immer mehr von Drehscheiben außerhalb Europas abhängig werden“, so der Lufthansa-Chef. Einerseits schlägt Spohr also Alarm – hier lesen Sie aber auch, was den Manager optimistisch stimmt .

  • Was Trude Herr, Tommy Engel und Wolfgang Niedecken einst trällerten, stimmt im Falle des insolventen Autovermieters Starcar tatsächlich: „Niemals geht man so ganz.“ Zum Jahreswechsel hatte Starcar den Betrieb einstellen müssen. Das Unternehmen selbst wird auch nicht wieder auferstehen. Aber: Die Marke dürfte weiterleben – unter dem Dach von Sixt .

  • Unterm Dach von Continental ausgezogen ist im vergangenen Jahr Aumovio. Der Start in die Eigenständigkeit könnte sicher einfacher sein. Schon 2025 bröckelten bei Contis einstiger Autosparte die Umsätze, im laufenden Jahr rechnet CEO Philipp von Hirschheydt (51) mit einem weiteren Rückgang.

  • Der Krieg im Nahen Osten dürfte uns noch länger beschäftigen. Davon geht auch British Airways aus. Die Airline hat viele Flüge in die Region bis auf Weiteres gestrichen. Dubai oder Tel Aviv fliegen die Briten beispielsweise mindestens bis Juni nicht mehr an, Abu Dhabi fliegt sogar für das gesamte Restjahr vom Flugplan.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns gern an manage.mobility@manager-magazin.de . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Zahl der Woche: 43
Letzter in der „Bundesliga-Tabelle“: Audi-Chef Gernot Döllner

Letzter in der „Bundesliga-Tabelle“: Audi-Chef Gernot Döllner

Foto: Daniel Karmann / dpa

Wenn der Volkswagen-Konzern seine Jahreszahlen vorlegt, ist das traditionell auch ein spezieller Tag für das Management. Bilanz-Tag ist Boni-Tag. Für Audi-Führungskräfte war das über viele Jahre ein Fest: Sie dominierten die interne „Bundesliga-Tabelle“ des Konzerns und kassierten besonders ab. Inzwischen heißt es aber: Willst du Audi oben sehen, musst du die Tabelle drehen. Mit 43 Punkten bildeten die Ingolstädter 2025 das Schlusslicht. Oben standen oft belächelte Konzerntöchter wie die Volkswagen Group Components oder Škoda. Als wäre das nicht schon genug für das angekratzte Audianer-Selbstverständnis, ist nach unseren Recherchen auch keine Besserung in Sicht: Zum Frust über die Boni gesellen sich weitere Baustellen – nicht zuletzt im Handel .

Deepdrive: Au Backe, Autozulieferer

Autozulieferer wurden in der Vergangenheit gern mal als der Motor Deutschlands beschrieben. Auch ganz unpathetisch kann einem beim Gedanken schwummrig werden, wie abhängig viele Landstriche gerade im Süden der Republik von Autoteileherstellern sind. Die Dauerkrise in der Branche, sie ist nicht mehr zyklisch, sondern strukturell, stellen Autoexperten der Beratung Oliver Wyman in einer neuen Analyse fest. 2025 habe es in Deutschland mit 59 Insolvenzen mehr Zuliefererpleiten als je zuvor gegeben. Seit 2022 sei die Nettozahl der Werke führender Lieferanten hierzulande zudem um 22 gesunken. So hart trifft es kein anderes Land auch nur ansatzweise. Was dagegen tun? Die Wyman-Berater haben fünf Möglichkeiten  herausgearbeitet.

Geisterfahrer der Woche
Erwischt beim Zweckentfremden: Bundeskanzler Friedrich Merz (r.) und Finanzminister Lars Klingbeil

Erwischt beim Zweckentfremden: Bundeskanzler Friedrich Merz (r.) und Finanzminister Lars Klingbeil

Foto: Michael Kappeler / dpa

Als ich am Dienstag von der Audi-Bilanzvorlage nach Hause fuhr, lief im Lokalradio die Nachricht, dass eine defekte Stopfmaschine, also eine Maschine, die für ein stabiles, tragfähiges Gleisbett sorgen soll, die Gräfenbergbahn zwischen Nürnberg und Gräfenberg lahmlegte. Auf Hochtouren läuft dagegen die Stopfmaschine der Bundesregierung. Vor einem Jahr verabschiedete der Bundestag sein 500 Milliarden Euro schweres „Sondervermögen für Klimaneutralität und Infrastruktur“. Doch statt das Geld in zusätzliche Infrastrukturprojekte zu investieren, hat die Bundesregierung laut Wirtschaftsforschern 86 Prozent der bis dato abgerufenen Mittel zweckentfremdet, um Haushaltslöcher zuzuschütten. Während andere angeblich „Lifestyle-Teilzeit“ praktizieren, arbeitet Friedrich Merz (70) mit seiner Regierung mit Vollgas an weiteren Glaubwürdigkeitsverlusten.

Kommen Sie auch ohne Sondervermögen gut durch die Woche!

Ihr Christoph Seyerlein

­Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Sie erreichen meine Kolleginnen und Kollegen im Team Mobility und mich unter manage.mobility@manager-magazin.de .

Unseren Newsletter „manage:mobility“ finden Sie auch hier auf unserer Website.

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