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Audi, BMW, Volkswagen, Continental, Europcar: Der Newsletter „manage:mobility“

Дата публикации: 21-05-2026 04:59:00

Warum der Druck auf Audi-Chef Gernot Döllner wächst, worauf der neue BMW-Boss setzt, wieso Autovermieter Europcar für Volkswagen immer teurer wird und wie die neue Aufsichtsratschefin Sabrina Soussan Continental umbaut – das und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von „manage:mobility“.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

seit diesem Dienstag will die Bundesregierung die Elektromobilität auch offiziell wieder mit direkten Subventionen für Privatkäufer anschieben. Vieles daran ist bizarr. So forderten Kanzler Friedrich Merz (70) und CSU-Chef Markus Söder (59) zuletzt von der EU lautstark mehr Freiheiten für Verbrenner. Der Absatz von Elektroautos zog derweil auch ohne Prämie immer weiter an – und ausgerechnet jetzt heißt es: viel Staatskohle für Strom.

Wenig profitieren dürfte davon Audi-Chef Gernot Döllner (57). Der hat in Deutschland nur wenige Privatkunden, Audi setzt einen wesentlich größeren Teil seiner Autos an Flottenkäufer ab. In China fällt es Döllners Leuten derweil schwer, überhaupt Abnehmer für Elektroautos zu finden. Und das ist bei Weitem nicht Döllners einziges Problem. Mehr dazu erfahren Sie in unseren Themen der Woche:

  • Warum der Druck auf Audi-Chef Gernot Döllner wächst

  • Worauf der neue BMW-Boss setzt

  • Wieso Autovermieter Europcar für Volkswagen immer teurer wird

  • Wie die neue Aufsichtsratschefin Sabrina Soussan Continental umbaut

Thema der Woche: Audi-Chef Döllner unter Druck
Schwere Tage: Audi-Chef Gernot Döllner

Schwere Tage: Audi-Chef Gernot Döllner

Foto:

Daniel Delang / manager magazin

Gernot Döllner (57) ist wohl der am meisten polarisierende Autoboss Deutschlands. Manche attestieren dem Audi-Chef die nötige Härte, um die Ingolstädter aus der Dauerkrise zu holen. Andere, teils sehr prominente Audianer, nehmen lieber Reißaus. Die Frage ist jetzt: Kann Döllner mit harter Hand auch harte Fakten schaffen? Probleme gibt es weiter genug. Ein E-Auto-Werk in China etwa ist für die Fertigung von bis zu 150.000 Fahrzeugen im Jahr ausgelegt. „Wir würden uns freuen, wenn die Zahl nicht vierstellig bliebe“, sagt ein Insider. Auch an anderen Stellen herrscht Alarm. Döllner will Audis Dauerbrenner A4 zu einem elektrischen Hightechmodell transformieren. Mein Kollege Michael Freitag weiß: Das Unterfangen droht aus dem Ruder zu laufen .

Köpfe: Milan Nedeljković ++ Sabrina Soussan ++ Christiane Benner ++ Oliver Blume
Captain Bavaria: Der neue BMW-Chef Milan Nedeljković

Captain Bavaria: Der neue BMW-Chef Milan Nedeljković

Illustration: Neil Edwards / Début Art / manager magazin

  • Wer heute CEO eines Automobilherstellers wird, ist meist als Troubleshooter gefragt. Milan Nedeljković (57) ergeht es anders. Sicher, frei von Problemen ist auch der neue BMW-Chef nicht. Im Vergleich zu den engsten Wettbewerbern präsentieren sich die Münchner aber noch stabil. Das kann man als Glück für Nedeljković sehen, aber zugleich als Verpflichtung. „Ich beneide ihn nicht“, kommentiert ein anderer mächtiger Münchner Manager. Auch die bayerische Bastion steht „under attack“, hauptsächlich in und aus China. Meine Kollegen Franz Anko-Hubik und Michael Freitag haben sich angesehen, wie gut es um die Verteidigungslinie des BMW-Bosses bestellt ist .

  • Im April hat Sabrina Soussan (56) bei Continental den ewigen Wolfgang Reitzle (77) als Aufsichtsratschefin abgelöst. Und Soussan scheint überzeugt zu sein: Es braucht mehr Personal. Zumindest im Vorstand.  Die frühere Chefin von Siemens Mobility will beim Reifenhersteller ein großes Rad drehen, wie meine Kollegin Margret Hucko erfahren hat.

  • Stichwort Großumbau – den findet man gerade praktisch überall in der deutschen Autoindustrie, oft verbunden mit Stellenstreichungen und Zukunftsängsten. Wie soll die Branche wieder aus der Krise steuern? IG-Metall-Chefin Christiane Benner (58) fordert im Interview: mehr Schutz aus Brüssel und ein weiteres Aufweichen des „Verbrenner-Aus“. Ein bisschen könne die hiesige Industrie auch von China lernen, vielleicht sogar dabei helfen, chinesische Autos in Deutschland zu bauen. „Wir sollten uns solchen Ansiedlungen nicht verschließen“, meint Benner, versieht die Idee aber auch mit einem klaren „Aber“ .

  • Spekulationen über einen Einzug chinesischer Hersteller gab es jüngst vor allem bei Volkswagen. Kommt es zum Big Bang mit XPeng? Konzernchef Oliver Blume (57) bremste die Fernostfantasien am Mittwoch bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg: Es gebe aktuell „keine Überlegungen und Gespräche mit chinesischen Herstellern“. Volkswagens Betriebsratschefin Daniela Cavallo (51) ärgerte sich derweil über die neu aufgeflammte Diskussion um Werksschließungen. Man präsentiere sich „wie ein Patient auf der Intensivstation“.

Unternehmen: Europcar ++ Jaguar ++ ZF Friedrichshafen ++ Swapfiets
Mieterhöhung: Volkswagen muss für Europcar noch einmal satt draufzahlen

Mieterhöhung: Volkswagen muss für Europcar noch einmal satt draufzahlen

Foto:

John Keeble / Getty Images

  • Stellen Sie sich vor, Sie beteiligen sich am Kauf eines Unternehmens, das in den folgenden Jahren immer weiter abschmiert. Nach fünf Jahren steigen Sie aus und bekommen für Ihre Anteile trotzdem viel mehr Geld, als sie ursprünglich investiert haben. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Im Fall von Europcar ist das so passiert. Das Trio Volkswagen, Attestor und Pon hatte den Autovermieter 2022 übernommen. Jetzt steigt Attestor aus, die Anteile muss Volkswagen übernehmen – und den britischen Finanzinvestor ausgerechnet in einer Phase des strikten Sparens mit heftigem Aufschlag ausbezahlen .

  • Nicht überall auf der Insel läuft es so geschmiert wie bei Attestor. Die britische Regierung zerlegt sich selbst und begibt sich damit auf einen Kurs, den die einst so stolze Automarke Jaguar schon vor Jahren eingeschlagen hat. 2025 verkaufte Jaguar in Europa mit 935 Einheiten nur noch mickrige Restbestände. Dabei bleiben soll es nicht, der Hersteller versucht sich am kompletten Reset: neues Design, neue Antriebe, neue Preisklasse. Margret Hucko analysiert, wie gut die Chancen der Legende auf ein legendäres Comeback stehen .

  • Es ist noch nicht lange her, da befürchteten viele bei ZF Friedrichshafen, ihnen könnte „das Herz“ herausgerissen werden. Ein Verkauf der Antriebssparte stand im Raum. Mehrfach demonstrierten Tausende Beschäftigte dagegen, Ex-Chef Holger Klein (56) stolperte nicht zuletzt über die Wut der ZFler. Nachfolger Mathias Miedreich (51) bekannte sich zur „Division E“, zentrale Produkte wie Elektromotoren und Inverter wollte er aber lieber zukaufen, statt sie selbst herzustellen. Jetzt ist auch das vom Tisch, ZF entschied sich für „make“ statt „buy“. An Standorten wie Schweinfurt und Auerbach atmen die Arbeitnehmer vorsichtig auf, aber: Zahlreiche Stellen werden dort trotzdem wegfallen.

  • Von „make or buy“ zu „nutzen statt kaufen“. Dafür trommeln nicht nur in der automobilen Welt viele, bis dato häufig ohne großen wirtschaftlichen Erfolg. Auch rund ums Radl rödeln manche an flexiblen Modellen, auch dort ist der Konsolidierungsdruck allem Anschein nach aber hoch. Mit Swapfiets, bekannt für seine blauen Vorderräder, übernimmt  einer der namhafteren Anbieter für Fahrradabos Wettbewerber Dance.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns gern an manage.mobility@manager-magazin.de . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Zahl der Woche: 30
Grüne Welle: Elektromodelle steigen in der Gunst der Autokäufer

Grüne Welle: Elektromodelle steigen in der Gunst der Autokäufer

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Zurück zur Elektrokaufprämie und der Frage, ob es die wirklich braucht. Neulich hatten wir geschrieben, dass andere Faktoren wie davonlaufende Kosten für Verbrenner das Interesse an E-Autos schon stark elektrisieren . In jene Kerbe schlägt jetzt auch die Internationale Energieagentur (IEA). Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus lässt vielerorts die Spritpreise explodieren, batteriebetriebene Fahrzeuge werden dadurch attraktiver. Mehr und mehr wächst auch das Modellangebot im Markt. Die IEA rechnet deshalb damit, dass der weltweite E-Anteil am Autoabsatz in diesem Jahr der Marke von 30 Prozent nahekommen wird – Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge allerdings inklusive.

Deepdrive: Kein Grund für Zollgroll?

Dealmaker Donald did it: Nach monatelangem Zögern und jüngsten Drohungen des US-Präsidenten setzt die EU das „Turnberry“-Abkommen um, das die Einfuhrzölle auf Industriewaren aus den USA auf 0 Prozent absenkt. Ausgehandelt hatten das Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67) schon im vergangenen August. Das Thema sorgt nicht zuletzt bei deutschen Autobauern immer wieder für Schnappatmung. Eine Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft  legt allerdings nahe: Andere leiden unter Trumps Zollzinnober noch wesentlich stärker.

Geisterfahrer der Woche
Teurer Treibstoff: Ryanair warnt vor einer „apokalyptischen Situation“

Teurer Treibstoff: Ryanair warnt vor einer „apokalyptischen Situation“

Foto: Piroschka Van De Wouw / REUTERS

Statt Geisterfahrer heißt es diesmal: Geisterflieger. Von denen könnte es schon bald einige geben, davor warnt zumindest Ryanair-Finanzchef Neil Sorahan. Wegen des Irankriegs wird Kerosin knapp und teuer, bei Ryanair sei die Rechnung für den Flugtreibstoff um „mehrere Hundert Millionen“ Euro gestiegen. Sorahan und Co. rechnen deshalb mit mehreren Airlinepleiten, man bereite sich auf eine „apokalyptische Situation“ vor.

Ihnen wünsche ich eine Woche frei von Turbulenzen.

Ihr Christoph Seyerlein

­Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Sie erreichen meine Kolleginnen und Kollegen im Team Mobility und mich unter manage.mobility@manager-magazin.de .

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