Wie Oliver Zipse bei BMW die Schlüssel übergibt, wie der Münchner Autobauer seine Topgremien verändert und wie sich in der Fahrradbranche ein neuer „Superverband“ formiert – das und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von „manage:mobility“.
Liebe Leserin, lieber Leser,
gäbe es im Autobusiness einen Kontinuitätspreis, dürfte man sich bei BMW wohl gute Chancen darauf ausrechnen. Während in Wolfsburg, Ingolstadt oder Stuttgart regelmäßig das Drama-Barometer ausschlägt, bleibt es in München meistens ruhig. Vorstandswechsel gehen dort zum Beispiel in der Regel ziemlich geräuschlos über die Bühne. Chef wird ohnehin, wer vorher Produktionsvorstand war.
So gesehen sollte man sich genauer mit Raymond Wittmann (47) befassen. Bislang Chefstratege, zieht er nun in den Vorstand ein und löst dort Milan Nedeljković (57) ab. Der wiederum steigt bei BMW bekanntermaßen nicht aus, sondern auf. Nedeljković löst am 14. Mai Oliver Zipse (62) als CEO ab, Wittmann leitet künftig die Produktion.
Doch siehe da, tatsächlich belassen es die Münchner nicht allein bei einer Vorstandsrochade. Auch im Aufsichtsrat wird durchgewechselt. Ein Ex-Siemensianer weicht einem aktuellen. Unsere Themen der Woche:
Wie Oliver Zipse bei BMW die Schlüssel übergibt.
Wie der Münchner Autobauer seine Topgremien verändert.
Wie sich in der Fahrradbranche ein neuer „Superverband“ formiert.
Hat’s besser gewusst: BMW-Chef Oliver Zipse bleibt dem Verbrenner treu
Foto:Dirk Bruniecki / manager magazin
Allzu lang wird Oliver Zipse nicht mehr regelmäßig im BMW-Vierzylinder am Münchner Petuelring ein und aus gehen. Zumindest nicht als Chef. Nach 35 Jahren im Konzern ist für ihn in gut zwei Monaten Schluss. Kurz vor der Zipse-Zäsur haben ihn meine Kollegen Franz Anko-Hubik und Michael Freitag zum Gespräch getroffen. Und Zipse machte nicht nur in Richtung der EU und ihrer aus seiner Sicht verfehlten Politik klare Ansagen: Elektroautos? Werden weiter zulegen, aber nicht zur singulären Lösung. Das Geschäft in China? Sieht er auf Stabilisierungskurs. Den Standort Deutschland? Hält Zipse weiter für den besten der Welt, wenn es um Autos geht. Hier geht es zum ausführlichen Interview .
Gasturbinen, Trafos und bald Autos: Siemens-Energy-Frontmann Christian Bruch erweitert sein Betätigungsfeld
Foto: Maximilian Schwarz / REUTERSZipses Nachfolger Nedeljković wird der vierte Produktionsvorstand in Folge, der bei BMW an die Spitze rückt. Über ihn wird künftig ein leicht veränderter Aufsichtsrat wachen: Die Kontrolleurskarriere von Heinrich Hiesinger (65) bekommt einen weiteren Kratzer, sein Mandat wird nicht verlängert. Bei ZF Friedrichshafen hatte Hiesinger im vergangenen Jahr als Aufsichtsratschef gar vorzeitig gehen müssen. Für ihn, der seine Laufbahn einst bei Siemens gestartet hatte, rückt bei BMW nun ein aktueller Siemensianer ins Gremium. Nach Informationen des manager magazins steht Siemens-Energy-Chef Christian Bruch (56) bereit .
Noch ist Karin Dohm (53) als Finanzvorständin der Deutschen Bahn im Amt. Nach internen Querelen ist die Managerin aber isoliert. Ihre Vorstandskollegen fordern in einem Brief an Aufsichtsratschef Werner Gatzer (67) Dohms Absetzung. „Das Vertrauensverhältnis eines jeden Einzelnen zu Frau Dohm ist nachhaltig, tiefgreifend und unwiederbringlich gestört“, heißt es darin. Diese Weiche wird nicht wieder richtig gestellt werden können.
Eiszeit herrscht bei der Bahn nicht nur im Vorstand. Die Winterphänomene Schnee und Frost überraschten den Bahn-Trupp derart, dass sich die Sanierung der wichtigen Strecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert. Am 14. Juni soll sie wieder voll befahrbar sein, sechs Wochen später als angepeilt. Fahrgäste dürften bis dahin hoffen, dass die Bahn ihre Probleme mit Ersatzbussen für die Strecke in den Griff bekommt. Zuletzt kamen dort so marode Gefährte zum Einsatz, dass Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (51; SPD) von einer „Zumutung“ sprach.
Schatten und Licht: Volkswagens Gewinn brach 2025 zwar ein, Oliver Blume und seine Vorstandskollegen gingen bei den Boni trotzdem nicht leer aus
Foto: Julian Stratenschulte / dpaOliver Blume (57) lenkte Volkswagen und Porsche lange anders als sein technologieoffener Vornamensvetter Zipse BMW. Blume setzte gerade als Porsche-Chef radikal auf Elektro. Die Wette ging nicht auf. Und dann brach auch noch so manches Unheil über die Welt herein, das kein Automanager kontrollieren kann: Kriege, Zölle, you name it. Volkswagens Betriebsgewinn erodierte in jenem Umfeld im vergangenen Jahr um fast die Hälfte auf 8,9 Milliarden Euro. Das macht sich auch auf Blumes Gehaltszettel bemerkbar: Für 2025 erhielt der Manager 7,4 Millionen Euro und damit trotz manch kritisierter Boni rund 3 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor.
Bei der Lufthansa und ihrer Tochter Cityline kommt es heute und am Freitag aller Voraussicht nach zu neuen Pilotenstreiks. Die einen streiten um die Altersvorsorge, die anderen um einen neuen Tarifvertrag.
Erinnern Sie sich noch an Nexperia? Im vergangenen Herbst hielt der bizarre Streit zwischen den Niederlanden und China um den Chiphersteller die Autobranche in Atem. Komplett gelöst ist das Thema noch immer nicht: Beide Seiten überziehen sich weiter mit Vorwürfen.
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Bleibt was hängen? Außenminister Johann Wadephul (vorn) beim CDU-Parteitag in Stuttgart mit Vertretern der Fahrradwirtschaft
Foto: Inessa Bondar / Zukunft Fahrrad e.V.Ein Duo bläst zur Fahrradfusion. Wie mein Kollege Lutz Reiche erfahren hat, wollen die wohl bekanntesten Branchenlobbyvereinigungen „Zweirad-Industrie-Verband“ und „Zukunft Fahrrad“ künftig gemeinsame Sache machen. Im Verbandsverbund hoffen sie darauf, bei der Politik mehr Gehör zu finden. Doch wird der angepeilte „Superverband“ wirklich ein größeres Rad drehen können? Die Meinungen dazu sind geteilt .
Gegen die Krise in der Fahrradbranche strampelten zuletzt Dienstradleasinganbieter vergeblich an. Abschlüsse und Umsätze gingen bei ihnen das zweite Jahr in Folge zurück. Die Auswirkungen sind etwa beim Marktführer JobRad zu beobachten: Das Unternehmen baut mehr als 100 Stellen ab und steigt als Hauptsponsor des SC Freiburg vom Sattel. Die Hoffnung, dass es 2026 einen neuen Dienstradkick gibt, fährt auf ganz schmalen Reifen daher .
Muss umlenken: Der neue Porsche-Chef Michael Leiters
Foto:Porsche AG
Über 90 Millionen Euro Gewinn würden sich viele Firmen sicher freuen, bei Porsche ist die Zahl allerdings Ausdruck der Misere, in die der Sportwagenhersteller zuletzt im Rekordtempo gerauscht ist. Im Vergleich zu 2024 karambolierte der Ertrag im Kerngeschäft um 98 Prozent. Was nun, Michael Leiters (54)? Der neue Porsche-Chef, inklusive Finanzgeschäft zählt er übrigens etwas freundlichere 413 Millionen Euro, setzt unter anderem auf weiteren Stellenabbau und neue Modelle. Um einen genaueren Eindruck davon zu bekommen, wie Leiters mit den Horror-Hinterlassenschaften seines Vorgängers (und Gesamtkonzernchefs) Oliver Blume (57) verfahren will, empfehle ich Ihnen wärmstens den großen Inside-Bericht von Michael Freitag .
Die Preise an den Tankstellen der Republik kennen im Vergleich zu den Porsche-Gewinnen aktuell nur die absolut entgegengesetzte Richtung: Es geht immer weiter nach oben. Der Krieg im Nahen Osten lässt den Ölpreis ungebremst steigen. Autofahrerinnen und -fahrer müssen sich vielleicht schon bald auf Spritpreise von 2,50 Euro pro Liter einstellen. Das entfacht die Debatte, ob und wie der Staat eingreifen sollte, damit die Zapfsäule nicht zum gewaltigen Zankapfel wird. Von Tankrabatt bis Übergewinnsteuer – ein Überblick über die möglichen Instrumente.
Hier kauft fast keiner: Blick ins Berliner Nio House
Foto: Stefan Zeitz / IMAGOAus eins mach fünf. Der chinesische Elektroautobauer Nio hat seine Neuzulassungen in Deutschland von Januar auf Februar um 500 Prozent gesteigert. Keine Hilfe war der in absoluten Zahlen weiter mikroskopisch kleine Absatz für David Sultzer (48). Der Deutschlandchef, jüngst mit LinkedIn-Postings zu den Fehlern neuer Automarken hierzulande auffällig geworden, ist seinen Job los. Damit hat Nio seit seinem Deutschland-Marktstart Ende 2022 nicht nur irre viel Geld verbrannt – wir berichteten exklusiv –, sondern mittlerweile auch den dritten Hauptübungsleiter hierzulande verschlissen. Einen vierten soll es erst einmal nicht geben.
Ich hoffe, Sie bleiben diese Woche fest im Sattel!
Ihr Christoph Seyerlein
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| 4 | Volkswagens Porsche-Piëch-Problem und BMWs Schocktherapie - News zur Autoindustrie | 0 | 11.28 | 18-06-2026 |
| 5 | Audi, BMW, Volkswagen, Continental, Europcar: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 10 | 21-05-2026 |
| 6 | Nio, Canyon, VW, BMW, BYD: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 7 | 16-04-2026 |
| 7 | Audi, Tesla, Sixt, Fahrräder – der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 7.94 | 05-03-2026 |
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| 9 | VW, Riese und Müller, Aston Martin – der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 9.44 | 11-09-2025 |
| 10 | Volkswagen, Mercedes, BMW, IAV, Daimler Truck, Audi, Conti: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 6.69 | 07-05-2026 |