Warum Autobauer Nio den Auszug aus seinen prunkvollen Häusern erwägt, wie Fahrradhersteller Canyon die Kurve kriegen will und was der Machtwechsel in Ungarn für die chinesische Autoindustrie im Land bedeutet – das und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von „manage:mobility“.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Bundesregierung hat gerade nicht nur ein umstrittenes Entlastungspaket gegen hohe Spritpreise und Co. auf die Reise gebracht, Kanzler Friedrich Merz (70; CDU) rüffelte im gleichen Atemzug auch die EU und forderte eine weitere Anpassung der CO2-Politik. In der nächsten Verhandlungsrunde will Merz für „vollständige Energieoffenheit“ plädieren.
Deutschlands Autobranche wird es genau verfolgen. Viele in der lahmenden Leitindustrie des Landes bekommen beim Stichwort Brüssel Schnappatmung. Allein ist die Politik an der Misere einiger Hersteller und zahlreicher Zulieferer sicher nicht schuld. Bei all den Schreckensnachrichten aus der Szene in den vergangenen Monaten und Jahren, sei es bei Volkswagen, Mercedes, Bosch oder ZF Friedrichshafen, drängt sich längst die Frage auf: Kommt Deutschlands Autoindustrie überhaupt noch mal aus der Dauerkrise?
Unser Gast im Digitaltalk: Die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner glaubt an die Zukunft der deutschen Autoindustrie – und stellt sich den Fragen der Abonnentinnen und Abonnenten
Foto: [M] manager magazin, Lando Hass / IG MetallChristiane Benner (58), Vorsitzende der IG Metall, ist davon überzeugt. Warum, das diskutiert Michael Freitag mit ihr am Mittwoch, den 29. April, um 18.15 Uhr in einer neuen Ausgabe von „manage:mobility live“. Abonnentinnen und Abonnenten des manager magazins können online daran teilnehmen und schon im Vorfeld ihre Fragen an Deutschlands mächtigste Gewerkschafterin schicken. Seien Sie dabei, hier geht es zur Anmeldung.
Und hier zu unseren Themen der Woche:
Warum Autobauer Nio den Auszug aus seinen prunkvollen Häusern erwägt
Wie Fahrradhersteller Canyon die Kurve kriegen will
Was der Machtwechsel in Ungarn für die chinesische Autoindustrie im Land bedeutet
Beste Lage: Das Berliner Nio House am Kurfürstendamm
Foto: Krisztian Bocsi / Bloomberg / Getty Images1, 5, 2: Das ist nicht etwa die taktische Ausrichtung einer stark dezimierten Fußballmannschaft, hier geht es um die Neuzulassungen des chinesischen Autobauers Nio in Deutschland im Januar, Februar und März. Bei den Zahlen kann man konstatieren: Es gibt Nischenhersteller, und es gibt Nio. Dabei machen die Modelle der Chinesen optisch wie technisch etwas her, auch der Außenauftritt ist glanzvoll. Nio leistet sich prunkvolle Autotempel in erster Lage in Berlin, Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg. Statt der Verkäufe steigert man damit hierzulande aber offensichtlich nur die Verluste. Jetzt wird restrukturiert, Toppersonal muss (mal wieder) gehen – und auch die mondänen Nio Houses stehen auf der Kippe .
Raus aus der Krise? Canyon-Gründer Roman Arnold holt sich Verstärkung
Foto:Patricia Kuehfuss / manager magazin
Auf die Rückkehr von Gründer Roman Arnold (62) folgte bei Canyon erst mal der Schock: Bis zu 320 Stellen sollten beim Fahrradhersteller wegfallen. Die Carbonbikes aus Koblenz sind immer noch schnittig, wirtschaftlichen Erfolg konnten sie zuletzt aber nicht mehr liefern; drei Jahre rote Zahlen hintereinander zwingen Canyon zu Einschnitten. Die sollen nun doch etwas moderater ausfallen, inzwischen stehen noch 200 Jobs zur Disposition. Jetzt will Arnold den Blick nach vorn richten und holt sich für den Antritt aus der Schockstarre Verstärkung: Mein Kollege Lutz Reiche berichtet exklusiv, wer im Mai neuer Canyon-CEO wird .
So schwer wie Nio in Deutschland fällt Volkswagen das Autoverkaufen bei Weitem nicht, aber auch Wolfsburg hat schon bessere Zeiten erlebt. Mit 2,05 Millionen Neuwagen wurde der Konzern im ersten Quartal etwa 4 Prozent weniger los als im Vorjahreszeitraum. In den USA und China strauchelt Volkswagen nach wie vor – und damit in den beiden größten Automärkten der Welt. In den Vereinigten Staaten setzt die Kernmarke VW jetzt wieder voll auf Verbrenner und stellt die Produktion des elektrischen ID.4 im Werk Chattanooga ein. Die Folgen einer solchen Kehrtwende sind Abschreibungen, Jefferies-Analysten rechnen mit rund 550 Millionen Euro.
Bei der Suche nach einem erfolgreichen deutschen Automobilhersteller zeigen fast alle Finger reflexartig auf BMW. Alles geht aber auch den Münchnern nicht einfach so von der Hand, ihr Absatz fiel im ersten Quartal ebenfalls zurück. Schwach waren auch bei BMW die Zahlen in den USA und vor allem in China.
Mehr Autos verkaufte zuletzt dagegen Stellantis, vor allem in den USA legte die Opel-Mutter zu. Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, dass der Konzern auch gerade erst sanft aus seinem Horrorjahr 2025 herausbeschleunigt.
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Danke, Friedrich: Ex-Minister und Neu-Autohändler Christian Lindner freut sich über den „Tankrabatt“
Foto: Lisi Niesner / REUTERSDen letzten „Tankrabatt“ im Jahr 2022 infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine hatte Christian Lindner (47) noch als Bundesfinanzminister mitverantwortet. Jetzt freut sich Neu-Autohändler Lindner über das Comeback der Maßnahme, Autofahren dürfe schließlich „nicht zum Luxus werden“ . Dafür muss dann offenbar auch mal sein sonstiges „Der Markt regelt“-Mantra pausieren. Andere sind weniger euphorisch, etwa Monika Schnitzer (64). Laut der Wirtschaftsweisen reduziere die geplante Aussetzung der Energiesteuer den Anreiz, Sprit zu sparen, und sei „die schlechteste aller diskutierten Optionen“.
Über ein Jahr hat es gedauert, bis Lucid einen neuen Dauerchef gefunden hat. Seit Februar 2025 hatte der Deutsche Marc Winterhoff interimistisch den CEO gegeben. Jetzt kommt Silvio Napoli. Kennen Sie nicht? Wir mussten auch nachsehen, Napoli war bis Anfang 2025 Chef des Aufzugbauers Schindler. Ob der Mann mit dem nach eigenen Angaben „fortschrittlichsten Hersteller softwaredefinierter Autos“ höhere Stockwerke erklimmen kann? Bis dato fiel Lucid vor allem als großer Geldvernichter auf.
Happy Li: Geely-Gründer Li Shufu (r.), hier mit Volvo-Chef Håkan Samuelsson, konnte 2025 als einziger großer Autoboss seine Gewinne mehren
Foto: Marie Mannes / REUTERSGeldscheffeln zählte 2025 nicht zu den Kernkompetenzen der globalen Autoindustrie, zumindest gemessen an den eigenen Ansprüchen. Laut einer EY-Analyse verdienten 18 der 19 größten Hersteller der Welt im vergangenen Jahr schlechter als noch 2024, ihr kumulierter Gewinn sank um 59 Prozent. Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich, wer der eine glückliche Goldesel war. Wir wollen Sie nicht auf die Folter spannen: Einzig Geely konnte 2025 den Gewinn steigern.
Mit einem erdrutschartigen Sieg hat Péter Magyar (45) den langjährigen ungarischen Machthaber Viktor Orbán (62) aus dem Amt gefegt. Magyar will vieles anders machen als sein Vorgänger, er verspricht beispielsweise einen wieder deutlich EU-zugewandteren Kurs. Stellt sich die Frage, was das für die Beziehungen zu einer Weltmacht bedeutet, die Orbán besonders protegiert hatte: China ist in Ungarn extrem präsent, nicht zuletzt mit seiner Autoindustrie; BYD unterhält in dem Land seine Europazentrale und sein erstes europäisches Werk, Batteriehersteller CATL investiert knapp 7,3 Milliarden Euro in Ungarn. Ohne Not wird Magyar das kaum aufs Spiel setzen, knüpft die weitere Zusammenarbeit aber an Bedingungen. Mein Kollege Theodor Harzer hat sich angesehen, wie der neue Ministerpräsident mit China umgehen will.
Ungewollte Bodenhaftung: Wegen Streiks fallen weiter viele Lufthansa-Flüge aus
Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpaWenn die Deutsche Bahn mit ihren absurden Zuständen fast schon langweilig wird, schwingt sich eben die Lufthansa auf, als deutsche Drama-Queen einzuspringen. Pünktlich zum 100. Geburtstag wird die Airline so von Streiktiraden überzogen, dass man kaum noch folgen kann, wer hier gerade eigentlich wann die Arbeit niederlegt. Mal sind es die Pilotinnen und Piloten, mal das Bordpersonal. Vonseiten der Großaktionäre kommen statt Lösungsvorschlägen Vorwürfe, „unverhältnismäßigen Missbrauch“ des Streikrechts prangert etwa die Kühne Holding an. „Das ist alles irre“, stöhnte ein Bekannter, der sich bei mir vorgestern von seiner „komplett wilden Tour nach Kroatien“ meldete. Mobilität made in Germany ist längst alles andere als ein Qualitätssiegel.
Ich hoffe, Sie kommen ohne Umwege gut durch die Woche!
Ihr Christoph Seyerlein
Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Sie erreichen meine Kolleginnen und Kollegen im Team Mobility und mich unter manage.mobility@manager-magazin.de .
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| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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| 1 | BMW, Porsche, VW, Nextbike, Aumovio: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 6.48 | 14-05-2026 |
| 2 | BMW, Volkswagen, Porsche, VW, Fahrradfusion – der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 6.33 | 12-03-2026 |
| 3 | VW, Riese und Müller, Aston Martin – der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 9.44 | 11-09-2025 |
| 4 | BMW, ZF Friedrichshafen, Volkswagen, Porsche, Polestar: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 7.56 | 30-07-2026 |
| 5 | Volkswagen, Xpeng, VW, Swapfiets: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 9.23 | 11-06-2026 |
| 6 | BMW, Porsche, Volkswagen, BYD, Tui, Christian Lindner und Joe Kaeser: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 7.64 | 30-04-2026 |
| 7 | Volkswagen, ZF Friedrichshafen, Porsche, Ionity: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 7.54 | 25-06-2026 |
| 8 | Audi, Tesla, Sixt, Fahrräder – der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 7.94 | 05-03-2026 |
| 9 | Volkswagen, Opel, Decathlon, Eurobike: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 5 | 02-07-2026 |
| 10 | Hella, VW, Lufthansa, ZF, BlaBlaCar, Tesla: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 7.3 | 23-04-2026 |