Warum den neuen Renault-Chef das Aus vom „Verbrenner-Aus“ alarmiert, wie ein Streit um die Eigentümerin von ZF Friedrichshafen auf seinen Höhepunkt zusteuert und welche Folgen der Irankrieg für Airlines hat – das und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von „manage:mobility“.
Liebe Leserin, lieber Leser,
während andere zuletzt unsanft aus ihren Luxusträumen erwacht sind, setzt Luca de Meo (58) seit wenigen Monaten voll auf die Bling-Bling-Karte. Nach über 30 Jahren in der Autoindustrie gibt der viel herumgekommene Italiener nun für Gucci Gummi. De Meo soll den Luxuskonzern Kering sanieren – und mein Kollege Martin Mehringer hat sich angesehen, wie er diese Aufgabe angeht .
Statt für Tüll und Täschchen bleibt dieser Newsletter aber natürlich ein Hort für alles was fährt und fliegt. Wir werfen deshalb einen Blick in de Meos Vergangenheit. Vor seinem Autoausstieg hatte der Manager Renault geführt. Inzwischen hat dort François Provost (57) das Sagen. Unter de Meo hatte sich der schwer angeschlagene französische Autobauer berappelt, seit seinem Abgang stellt sich die Frage, wie es weitergehen soll. Was nun, Monsieur Provost? Wir haben den neuen Renault-Regenten bei seinem ersten Deutschlandbesuch als CEO zum Interview getroffen. Unsere Themen der Woche:
Warum den neuen Renault-Chef das Aus vom „Verbrenner-Aus“ alarmiert
Wie ein Streit um die Eigentümerin von ZF Friedrichshafen zu eskalieren droht
Welche Folgen der Irankrieg für Airlines hat
Wirklich zukunftsfest? Renault-Chef François Provost verpasste seiner Strategie den Titel „futuREady“
Foto:Christian Hartmann / REUTERS
Mit Luca de Meo (58) lenkte einer der profiliertesten europäischen Automobilmanager Renault in den vergangenen Jahren durch viele Krisen. Nach de Meos abruptem Abschied im Sommer übernahm François Provost (57) – ein Franzose, der bis dahin vor allem Renault-Kennern ein Begriff gewesen sein dürfte. Zum Einstand erbte er direkt eine Gewinnwarnung. Im Anschluss ließ sich Provost einige Monate Zeit, um seine Strategie zu formen. Im exklusiven Interview spricht er darüber, wie Renault sich in Europa aus eigener Kraft chinesischen Attacken erwehren will, auf welche Partnerschaften er in anderen Regionen setzt und warum die EU ohne eine klare Kursänderung aus seiner Sicht auf eine gigantische Autokatastrophe zusteuert .
Trägt schwer an der Gegenwart: Urenkel und Familienoberhaupt Albrecht von Brandenstein-Zeppelin in der Bibliothek von Schloss Mittelbiberach
Foto:Ilkay Karakurt / manager magazin
Die Zeppelin-Stiftung ist bis heute nach ihrem Gründer benannt, dem Luftfahrtpionier Ferdinand Graf von Zeppelin. Seinen Nachfahren gehört sie allerdings seit 1947 nicht mehr; damals wurde die ursprüngliche Stiftung aufgelöst, die Vermögenswerte, im Kern die Aktienmehrheit am Zulieferergiganten ZF Friedrichshafen, gingen an die Stadt Friedrichshafen. Ein solches Bonbon hätte wohl jeder gern, ganz besonders aber: Albrecht von Brandenstein-Zeppelin (75). Zehnmal klagte sich der Grafen-Urenkel seit 2015 durch die Instanzen, um die Stiftung wieder in die Familienhand zurückzuholen, bis dato immer vergeblich. Trotzdem macht der Mann, der als Laienprediger auf Onlinekanälen polarisiert, weiter. Ob im Rathaus oder bei ZF, in Friedrichshafen sind viele vom Zeppelin-Urenkel genervt. Jetzt nimmt das bizarre Bodenseedrama weiter an Fahrt auf .
Konkurrenz durch Zeppeline muss die Deutsche Bahn zwar nicht fürchten, die Geschäfte des Staatskonzerns laufen aber auch so mies genug. 2,3 Milliarden Euro Verlust für das Jahr 2025 musste Evelyn Palla (53) bei ihrer ersten Bilanzvorlage als Chefin verkünden. Ehemalige wie aktuelle Vorstände können sich trotzdem über Millionengehälter freuen.
Keine ganz leichte Kost hatte Achim Puchert (47) am Dienstag in der Kantine des Daimler-Truck-Werks in Wörth für die Beschäftigten bereitet. Der Vorstand kündigte an, dass der Lkw-Hersteller ein neues Montagewerk im tschechischen Cheb hochziehen und Teile der Wörther Produktion dorthin verlagern werde. Größeres Drama blieb ob der Nachricht aber offenbar aus: Der Betriebsrat trägt die Pläne mit und sieht sie als Teil einer Wachstumsstrategie des Konzerns.
Keine Startfreigabe: Wegen hoher Kerosinkosten und sinkender Passagiernachfrage könnten einige Lufthansa-Flieger länger am Boden bleiben
Foto: Boris Roessler / dpaIm Interview mit meinem Kollegen Michael Machatschke hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr (59) neulich bereits eindringlich vor den Folgen der Eskalation im Nahen Osten gewarnt und Alternativpläne für die europäische Luftfahrt angemahnt . Intern prüft Spohr nun selbst Maßnahmen, wie die Airline mit steigenden Kerosinpreisen und sinkenden Passagierzahlen umgehen will. Im Extremfall könnten wohl bis zu 40 Jets der Lufthansa-Flotte bis auf Weiteres am Boden bleiben. Die Verwerfungen treffen logischerweise auch andere Fluggesellschaften; wen es mehr und wen es weniger beutelt, haben wir hier zusammengefasst.
Die Betriebsratswahl bei Tesla in Grünheide geriet für die IG Metall zur bösen Klatsche . Jetzt holt die Gewerkschaft zum Gegenschlag aus. Im Wahlkampf hatte Teslas Werksleiter André Thierig (45) einen Gewerkschafter angezeigt, weil der eine Betriebsratssitzung aufgenommen haben soll. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder stellte die Ermittlungen jedoch ein, Belege für eine Aufzeichnung hatte sie nicht gefunden. Die IG Metall will das Wahlergebnis in Grünheide anfechten, da die Tesla-Spitze „mit falschen Vorwürfen“ in die Abstimmung eingegriffen habe. Die Tesla-Telenovela bietet Stoff für weitere Staffeln.
Tragische Züge nimmt gern auch mal Volkswagens verzweifelte Suche nach der passenden Software für die eigenen Autos an. Die heiße Frage im Moment lautet: Kann es Rivian wirklich richten? Frei von Bugs ist das Joint Venture mit dem US-Start-up gewiss nicht . Erste Fahrzeuge des Gemeinschaftsunternehmens haben laut Volkswagen aber zumindest wichtige Wintertests bestanden.
Prüfung bestanden heißt es auch bei Blacklane: Was wir bereits vorab berichtet hatten , machte Uber inzwischen offiziell; der Berliner Chauffeurdienst gehört künftig zum US-Fahrdienstvermittler.
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Aufschlag zum Mittag: Die Spritpreise erreichten am Mittwoch ein neues Jahreshoch
Foto: Marijan Murat / dpaTankstellen dürfen in Deutschland ab sofort nur noch einmal am Tag um 12 Uhr die Preise für Benzin und Diesel erhöhen. Und das tun die Betreiber allem Anschein nach direkt kräftig. Laut einer Auswertung des ADAC stiegen die Spritpreise am Mittwoch um kurz nach 12 Uhr im Schnitt um knapp 8 Cent pro Liter und erreichten damit einen neuen Höchststand in diesem Jahr. Zapfige Zeiten an der Säule.
Heiße Ware waren gebrauchte Elektroautos bis dato eher nicht. Von Fragen zu ihrer Wertstabilität gepeinigt und von der Politik bei Subventionen verschmäht, machten viele Kundinnen und Kunden bislang einen Bogen um die Second-Hand-Stromer. Zynisch ausgedrückt könnten solche Modelle jetzt allerdings zu „Kriegsgewinnern“ werden. Die Spritpreise steigen wie erwähnt immer weiter und siehe da: Plötzlich werden E-Gebrauchtwagen interessant. Laut AutoScout24 ist die Nachfrage auf der Plattform hierzulande im März um 39 Prozent gestiegen, während Benziner und Diesel in der Kundengunst verlieren.
Französischkurs verpasst: Air-Canada-Chef Michael Rousseau tritt zurück
Foto: Bloomberg / Getty ImagesSelbst wenn man eigentlich nichts Falsches sagt, kann das manchmal verheerend sein. Das musste dieser Tage Michael Rousseau (68) feststellen. Der Air-Canada-Chef war wegen seiner Beileidsbekundung nach dem tödlichen Unfall auf dem LaGuardia-Flughafen in New York voll in den Wind geraten. Nicht, weil er unpassende Worte wählte, sondern die falsche Sprache. Rousseau kondolierte ausschließlich auf Englisch. Kanadas größte Fluggesellschaft hat ihren Sitz aber im französischsprachigen Québec. Klingt nach einer Lappalie, ist in Kanada aber so gewichtig, dass sich selbst die höchsten Politiker des Landes einschalteten. Rousseau geht nun vorzeitig in Rente. Au Backe, oder auch: Au revoir!
Ihnen wünsche ich nun eine ansprechende Woche.
Ihr Christoph Seyerlein
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