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Als Letzter im Bunde: Doppische Eröffnungsbilanz liegt nun auch in Leinzell vor

Дата публикации: 08-09-2026 16:45:00

Mit sechs Jahren Verzug ist es in Leinzell so weit: Die Eröffnungsbilanz – Basis des seit 2020 vorgeschriebenen doppischen Haushaltswesens – liegt auf dem Tisch.

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Stand: 09.09.2026, 08:20 Uhr

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Die grauen Wolken, welche in den Wintermonaten über dem Leinzeller Rathaus schwebten, scheinen sich zunehmend zu verziehen: Die doppische Eröffnungsbilanz wurde endlich angefertigt – und finanziell liegt man im laufenden Jahr auf Kurs.

Die grauen Wolken, welche in den Wintermonaten über dem Leinzeller Rathaus schwebten, scheinen sich zunehmend zu verziehen: Die doppische Eröffnungsbilanz wurde endlich angefertigt – und finanziell liegt man im laufenden Jahr auf Kurs. © Archivfoto: Christian Nick

Mit sechs Jahren Verzug ist es in Leinzell so weit: Die Eröffnungsbilanz – Basis des seit 2020 vorgeschriebenen doppischen Haushaltswesens – liegt auf dem Tisch.

Leinzell. Anfang Juli wurde die wichtige Grundlage des bereits seit über einem halben Jahrzehnt anzuwendenden neuen kommunalen Haushaltsrechts – die sogenannte Eröffnungsbilanz der doppischen Buchführung – in Iggingen endlich präsentiert. Im Rahmen der jüngsten Sitzung des Leinzeller Gemeinderats konnte Kämmerer Stefan Schürle nun auch für die 2000-Einwohner-Gemeinde Vollzug melden: Die wichtige Basis der Finanzplanung liegt damit auch in der letzten Kommune der Verwaltungsgemeinschaft Leintal-Frickenhofer Höhe auf dem Tisch.

Finanzielles Fundament

Bürgermeister Marc Schäffler trat der langen Verspätung des Zahlenwerks mit Humor gegenüber: „Was lange dauert, währt ewig." Und in der Tat ist jenes ein Werk mit Persistenz. Denn jenes bildet sozusagen das Fundament sämtlicher ökonomischer Planungen der Zukunft: in Form einer finanziellen Bestandsaufnahme der jeweiligen Kommune, bei welcher sämtliche Vermögensgegenstände – also etwa Gebäude oder Straßen – sowie alle finanziellen Verbindlichkeiten bewertet und ausgewiesen werden. So wird sichtbar, wie „reich“ oder „verschuldet“ man tatsächlich ist.

Dass es der Rathauschef eher leicht nahm, erst mit sechsjährigem Verzug damit ans Licht der Öffentlichkeit treten zu können, mag nicht nur der Tatsache geschuldet sein, dass man in der Kämmerei der Verwaltungsgemeinschaft in den vergangenen Jahren stets mehr damit beschäftigt gewesen war, den jeweils aktuellen Haushaltsplan für die finanziell angeschlagene Gemeinde genehmigungsfähig zu schleifen. Sondern: Der Fall Leinzell ist kein Einzellfall. Denn immer noch steht auch manch andere Gemeinde im Land ohne Eröffnungsbilanz dar. 

Jetzt ist es so weit

Wie dem auch sei: Nun liegt das entsprechende Papier vor, weist auf Grundlage des Jahres 2020 den finanziellen Status Leinzells aus – und ebnet jetzt auch den Weg zur Anfertigung sämtlicher seit damals noch fehlender Jahresabschlüsse im System der doppelten Buchführung. Die Essenz: Mit einer Bilanzsumme von rund 16,2 Millionen fällt das Volumen vergleichsweise gering aus. Iggingen etwa konnte in seinem Planwerk 24,7 Millionen ausweisen. Diese Differenz der in puncto Einwohnerzahl annähernd vergleichbaren Gemeinden ist freilich begründbar: Aufgrund der geringen geografischen Fläche Leinzells fallen beispielsweise die Beträge fürs Sach- und Infrastrukturvermögen deutlich geringer aus. 

14,6 Millionen Euro an Sachvermögen stehen in dem Planwerk rund 900.000 Euro an Finanzvermögen gegenüber. Die Verbindlichkeiten in Form von Krediten betrugen 2020 1,2 Millionen Euro, das über die Jahre erwirtschaftete Eigenkapital ungefähr acht Millionen Euro. Die liquiden Mittel hingegen präsentierten sich sehr überschaubar: „Ein Girokonto von 100.000 Euro ist nichts", erläuterte der Kämmerer. 

Aktuell ist man auf Kurs

Stefan Schürle offerierte dem Gremium nach dem rechnerischen Blick in die Vergangenheit dann auch gleich noch einen Schwenk in die Gegenwart: In Form des sogenannten Finanzzwischenberichts erläuterte er, ob und inwiefern sich die kleine Kommune im Leintal gegenwärtig korrekt auf dem Pfad des nur mit Ach und Krach von der Kommunalaufsicht des Landratsamts genehmigten Schmalhans-Haushalts bewegt. Das bislang erfreuliche Ergebnis: „Es gibt keine gravierenden Planabweichungen", vermeldete der Herr über die Gemeindekasse. „Wir haben ein tragfähiges Konstrukt." 

Das sind die Eckdaten des Finanzzwischenberichts

Obgleich die Mai-Steuerschätzung laut dem Leinzeller Kämmerer „relativ schlecht" ausgefallen ist, gibt es bei den Erträgen aus der Grundsteuer bislang fast eine Punktlandung: Stand Juli wiesen Grundsteuer A und B insgesamt 322.000 Euro an Einnahmen für die Kommune aus, im aktuellen Haushaltsplan 2026 sind sie mit 325.000 Euro angesetzt. 

Bei der Gewerbesteuer geht man in Leinzell heuer sogar von 25.000 Euro mehr aus: In der Etatplanung sind 280.000 Euro eingestellt, die Prognose aus dem Juli rechnete indes mit 305.000 Euro. Und wie wird es am Ende des laufenden Jahres in der klammen Kommune unterm Strich finanziell aussehen? „Wir rechnen zwar damit, dass wir den Ergebnishaushalt nicht ausgeglichen bekommen. Aber wir schaffen es zumindest, das Defizit auf 300.000 Euro zu drücken", so Stefan Schürle. „Das ist für unsere Verhältnisse relativ gut."

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