China dominiert den Markt für seltene Erden. Die USA kontern jetzt mit Milliardeninvestitionen in Brasilien und Afrika.
China dominiert den Markt für seltene Erden. Die USA kontern mit Milliardeninvestitionen in Brasilien und Afrika – und wollen damit eine strategische Schwachstelle ihrer Wirtschaft schließen.
Seltene Erden sind unscheinbare Rohstoffe mit gewaltiger strategischer Bedeutung. Ohne sie funktionieren weder moderne Elektromotoren noch viele Waffensysteme. Genau deshalb entwickelt sich ihre Versorgung zu einem geopolitischen Wettlauf. Die USA wollen ihre Abhängigkeit von China verringern und stellen dafür nun Milliarden bereit. Besonders Brasilien rückt dabei ins Zentrum.
Wo die US-Investitionen hinfließen:
Wie „Business Insider Africa“ berichtet, rückt dabei eine Mine in Zentralbrasilien in den Fokus. Die Pela-Ema-Mine des Bergbauunternehmens Serra Verde liegt bei Minaçu im Bundesstaat Goiás. Die Economic Defense Unit des US-Kriegsministeriums stellt über ein Programm zur Stärkung der industriellen Basis 750 Millionen Dollar (rund 644 Millionen Euro) bereit.
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Das Geld soll eine langfristige Abnahmevereinbarung für dort produzierte Seltene-Erden-Karbonate absichern. Zusätzlich verpflichtet sich die US-Behörde Defense Logistics Agency zu Käufen für Seltene-Erden-Produkte aus dem Serra-Verde-Projekt im Wert von 300 Millionen Dollar (rund 257 Millionen Euro).
Eine vom Ministerium nicht namentlich genannte Großbank steuert weitere 500 Millionen Dollar (rund 429 Millionen Euro) bei. Insgesamt umfasst das Finanzierungspaket damit 1,55 Milliarden Dollar (rund 1,33 Milliarden Euro). Washington will sich damit langfristigen Zugriff auf strategisch wichtige seltene Erden aus Brasilien sichern und seine Abhängigkeit von chinesisch dominierten Lieferketten verringern.
Das US-Kriegsministerium bestätigte die Finanzierungsstruktur am 24. August. Pela Ema soll unter anderem Dysprosium, Terbium, Neodym und Praseodym liefern. Diese Elemente werden für leistungsfähige Permanentmagnete benötigt, die etwa in Kampfjets, Satelliten, Drohnen, Elektroautos und Energieanlagen stecken.
Doch Brasilien ist nur ein Teil der US-Strategie. Bereits wenige Tage zuvor hatte die staatliche US-Entwicklungsbank DFC insgesamt 62,8 Millionen Dollar für Seltene-Erden-Projekte in Malawi, Angola, Madagaskar und Südafrika zugesagt.
Der größte Anteil, rund 50 Millionen Dollar, entfällt auf das Phalaborwa-Projekt in Südafrika, das vom Bergbauinvestor TechMet unterstützt wird. Die übrigen Mittel fließen in Projekte in Malawi, Angola und Madagaskar.
Der Unterschied zu Brasilien ist allerdings erheblich: Während Pela Ema bereits produziert, befinden sich die afrikanischen Projekte noch in früheren Entwicklungsphasen. Das US-Geld soll dort vor allem helfen, technische Arbeiten und Projektentwicklung zu finanzieren und damit weitere private Investoren anzuziehen.
Washington setzt in Afrika damit zunächst auf den Aufbau künftiger Förderkapazitäten – in Brasilien dagegen auf bereits verfügbare Rohstoffe.
Laut Internationaler Energieagentur entfallen auf das Land mehr als 90 Prozent der weltweiten Raffineriekapazität bei magnetischen seltenen Erden. Bei besonders leistungsfähigen Permanentmagneten lag der Anteil 2024 sogar bei 94 Prozent.
Die USA versuchen deshalb, eine Lieferkette außerhalb Chinas aufzubauen – vom Bergwerk bis zum Magneten. Afrika bietet große unerschlossene Vorkommen, Brasilien bereits produzierende Anlagen.
Der Unterschied bei den Investitionssummen zeigt damit auch, worum es Washington derzeit geht: nicht nur um Rohstoffe im Boden, sondern um möglichst schnell verfügbare Mengen außerhalb chinesischer Kontrolle.
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