Nigeria streitet mit China um seine Weltraum-Infrastruktur. Der Disput um einen Kredit eskaliert. Jetzt steigt Nigeria auf westlichere Hersteller um.
Nigeria streitet mit China um seine Weltraum-Infrastruktur. Der Disput um einen Kredit eskaliert. Jetzt steigt Nigeria auf westlichere Hersteller um.
Die nächste Generation von Nigerias Kommunikationsinfrastruktur wird israelisch und französisch. Einige Monate nach einem Streit mit einem chinesischen Raumfahrtunternehmen gab die nigerianische Regierung bekannt, die beiden Satellitenarten NigComSat-2A und NigComSat-2B bei den Unternehmen Israel Aerospace Industries und Thales Alenia Space kaufen zu wollen.
Was Sie wissen müssen:
Wie „Business Insider Africa“ berichtet, stehen eine Bundesbehörde und das Raumfahrtunternehmen Nigcomsat in Verhandlungen mit den beiden Herstellern. Vor dem Beginn der Fertigung stehen allerdings noch der Vertragsabschluss und die technische Planung an.
Diese Ankündigung folgt etwa fünf Monate nach einer Warnung der China Great Wall Industry Corporation (CGWIC), von der Nigeria das alte Satellitensystem bezogen hatte. CGWIC hatte angekündigt, die Dienste zur Unterstützung der bestehenden NigComSat-1R-Satelliten einzustellen. Grund dafür waren angeblich ausstehende Zahlungen in Höhe von 11,44 Millionen US-Dollar.
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Diese haben sich angesammelt, nachdem 2019 ein nigerianisches Kontrollzentrum für die Satelliten Sturmschäden davongetragen hatte. Eine Basis in China hatte die Kontrolle übernommen und zum Beispiel in den Bereichen Telemetrie und Steuerung Leistungen geliefert – gegen eine jährliche Gebühr.
Dass Nigeria jetzt seine Einkäufe diversifiziert, heißt aber nicht, dass die chinesisch-nigerianische Satellitenpartnerschaft zerbricht. Nigcomsat will weiter den 1R betreiben, der aus China stammt. Das neue israelisch-französische Programm bedeutet aber einen Wechsel der Zulieferer für die nächste Generation der Weltraum-Infrastruktur.
Das nigerianische Unternehmen soll den Medienberichten vom März über die 11,4 Millionen Dollar Schulden widersprochen haben. Die Episode zeigt trotzdem deutlich die Risiken, wenn sich Länder in wichtigen Sparten von einzelnen Handelspartnern abhängig machen.
In den vergangenen Jahrzehnten hat China hohe Summen in Nigeria investiert: Chinesische Investoren stehen hinter Bahnstrecken und Hafen-Terminals. Fälle wie der des nigerianischen Satelliten zeigen, dass China durchaus willens ist, seine Kontrolle über solche Infrastruktur als Waffe einzusetzen. Westliche Industriestaaten haben in anderen Wirtschaftsbereichen ebenfalls damit begonnen, sich von China wegzuorientieren.
Die beiden neuen Satellitentypen werden nun noch einige Jahre auf sich warten lassen. 2A ist für das Jahr 2028 geplant, 2B soll erst 2029 an den Start gehen. „Nigcomsat-2A und Nigcomsat-2B werden unsere nationalen Satellitenkapazitäten stärken, die Konnektivität ausbauen und die kritische Kommunikation im ganzen Land unterstützen“, sagte Jane Nkechi Egerton-Idehen dazu, Managing Director von Nigcomsat.
Die Satelliten sollen außerdem für mehr Sicherheit innerhalb der eigenen Grenzen und in den angrenzenden Ländern sorgen.
„Euractiv“ berichtete, dass das Land Berlin und IAI in der deutschen Hauptstadt ein Innovationszentrum errichten wollen. Dieses wird sich auf Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Sicherheit und Dual-Use-Technologien konzentrieren. Eine entsprechende Vereinbarung haben der Berliner Bürgermeister Kai Wegner und Boaz Levy von IAI im Juni unterzeichnet.