Die Finanzunternehmerin Corinne Brecher spricht offen über ihr Einkommen. Die 36-Jährige erklärt, warum Lohntransparenz wichtig ist und wie sie ihr Geld privat anlegt.
Die Finanzunternehmerin Corinne Brecher spricht offen über ihr Einkommen. Die 36-Jährige erklärt, warum Lohntransparenz wichtig ist und wie sie ihr Geld privat anlegt.
Die Schweizer Unternehmerin Corinne Brecher plädiert für mehr Lohntransparenz und nennt im Gespräch mit dem Schweizer „Tages-Anzeiger“ Zahlen zu ihren Finanzen. Bei einem Arbeitspensum von 80 Prozent zahlt sich die 36-Jährige in ihrer Firma ein Gehalt von monatlich 7000 Franken (circa 7463 Euro) aus. Sie hat ein fünfköpfiges Unternehmen, das Finanzkurse für Frauen anbietet.
Ihre berufliche Laufbahn begann in der Gastronomie, bevor sie über einen Quereinstieg in den Bankensektor wechselte. Dort bemerkte Brecher, dass sich fast ausschließlich Männer in Finanzfragen beraten ließen, berichtet der „Tages-Anzeiger“. Es hieß, „ihre Frauen würden sich nicht für Finanzen interessieren. Ich entgegnete: ,„Nehmen Sie sie trotzdem mit, ich werde dafür sorgen, dass es sie interessiert“', sagt die Mutter von zwei Kindern.
Schließlich betrieb sie auch einen Finanzblog und es kamen Anfragen von Frauen zu Budget, Vorsorge und Geldanlagen. 2020, nur wenige Jahre später, gründete Brecher ihr eigenes Unternehmen.
Bereits mit 18 Jahren erwarb Brecher ihr erstes Wertpapier von ihrem ersparten Trinkgeld. Heute fließen 80 Prozent ihres Vermögens in börsengehandelte Indexfonds und der Rest in Einzelaktien und Bitcoin. Zum Thema Geld betont sie gegenüber dem „Tages-Anzeiger“ jedoch: „Heute ist mir die Sinnhaftigkeit meiner Arbeit wichtiger.“ Zudem sieht sie die Offenlegung von Einkommen als ein Werkzeug im Kampf gegen geschlechtsspezifische Lohnungleichheit.
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Wie relevant das Thema Lohntransparenz inzwischen auch in Deutschland ist, zeigt die Umsetzung der europäischen Entgelttransparenzrichtlinie. Die EU-Vorgaben sollten bis Juni 2026 in nationales Recht übertragen werden. Die Bundesregierung erklärte im Mai jedoch, dass sich die Umsetzung in Deutschland verzögern werde.
Die Richtlinie soll unter anderem für mehr Transparenz bei der Bezahlung sorgen und geschlechtsspezifische Lohnunterschiede besser erkennbar machen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund verweist dabei darauf, dass Deutschland mit einer Entgeltlücke von 16 Prozent zu den EU-Ländern mit besonders großen Unterschieden gehört.