Eine Britin entschied sich gegen ein Studium und schlug stattdessen eine Karriere als Sprecherin ein. Heute arbeitet sie in einem Studio in ihrem Garten und erzielt damit einen Jahresverdienst von 114.000 Pfund.
Eine Britin entschied sich gegen ein Studium und schlug stattdessen eine Karriere als Sprecherin ein. Heute arbeitet sie in einem Studio in ihrem Garten und erzielt damit einen Jahresverdienst von 114.000 Pfund.
Emily Jardine (37) aus der südenglischen Stadt Reading schlug nach der Schule zunächst einen ganz anderen Weg ein. Statt zu studieren, arbeitete sie in verschiedenen Verwaltungsjobs. Erst der Wechsel in ein Tonstudio brachte sie zur Sprecherbranche. Heute ist ihre Stimme in englischsprachigen Werbespots von unter anderem Google, Coca-Cola, WhatsApp und McDonald’s zu hören, wie die Zeitung „The Sun“ berichtet.
2012 fand Emily eine Stelle als Projektassistentin in einem Tonstudio und kam dort erstmals mit Sprechaufnahmen in Kontakt. Als ihr Chef sie eines Tages vor ein Mikrofon stellte, entdeckte sie ihre Begeisterung für den Beruf. Der Einstieg brachte zunächst kaum Geld ein: In den ersten Monaten arbeitete sie teilweise kostenlos. Später verdiente sie neben ihrem Hauptjob nur einige Hundert Pfund im Jahr.
Sie wagte dann 2017 den Schritt in die Selbstständigkeit. „Ich brauchte niemanden, der mir sagte, dass ich aufsteigen konnte, und ich musste nicht auf eine Gehaltserhöhung warten“, sagt Emily gegenüber „The Sun“. „Zum ersten Mal habe ich vor etwa drei Jahren 90.000 Pfund [105.091 Euro] verdient. Im Jahr darauf waren es rund 96.000 Pfund [112.097 Euro] und im vergangenen Jahr habe ich 114.000 Pfund [133.115 Euro] erreicht.“
Inzwischen vermittelt ihr ein Netzwerk aus 51 Agenten in 24 Ländern Aufträge aus aller Welt. Mit dem höheren Einkommen konnte sie sich 2021 ein Haus auf dem Land für 283.250 Pfund (etwa 330.000 Euro) leisten und im Garten ein eigenes Aufnahmestudio bauen lassen. Ihr Arbeitsweg dorthin dauert gerade einmal 52 Sekunden. Zusätzlich verdient die 37-Jährige mit Einzelcoachings 120 Pfund (circa 140 Euro) pro Stunde.
ANZEIGE
ANZEIGE
,regionOfInterest=(696,388)&hash=64a787eced0d301ea034f57f222eb50fb1880e320ab8cfea9a23b6fd50ff1773)
Für den Beruf als Werbesprecher gibt es keine einheitlich vorgeschriebene Ausbildung, erklärt Indeed. Ein Einstieg ist etwa über eine Schauspiel- oder Gesangsausbildung, ein Volontariat bei einem Radiosender oder spezielle Sprechtrainings möglich. Entscheidend sind vor allem eine einprägsame Stimme, gutes Sprechvermögen, Geduld und die Fähigkeit, die eigene Stimme an verschiedene Kunden und Anforderungen anzupassen.
Werbesprecher kommen nicht nur bei klassischen Werbespots zum Einsatz, sondern vertonen unter anderem auch Audioguides, Kinotrailer, Imagefilme, Dokumentationen, Computerspiele und E-Learning-Angebote. Mit zunehmender Erfahrung und Bekanntheit können sich mehr Aufträge ergeben, wobei viele Sprecher wie Emily selbstständig arbeiten.