Das Vertrauen in die gesetzliche Rente sinkt bei der Generation Z weiter. Nur noch jeder Zweite glaubt an den Rentenanspruch.
Die Generation Z verliert das Vertrauen in die gesetzliche Rente. Nur jeder Zweite glaubt noch daran, dass sie im Alter für den eigenen Lebensstandard ausreichen wird.
Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa glaubt nur jeder Zweite aus der Generation Z, dass er im Alter noch mit einer gesetzlichen Rente rechnen kann. Nur 5 Prozent gehen davon aus, dass ihre Rente im Alter ausreichen wird, um ihren Lebensstandard zu sichern. Die im Auftrag von ING Deutschland und Visa durchgeführte Umfrage zeigt zugleich ein hohes Interesse an Altersvorsorge-Depots (65 Prozent). Allerdings kennen nur 58 Prozent der jungen Erwachsenen diese Form der Vorsorge für die Rente.
Die Altersvorsorge bereitet vielen jungen Menschen Sorgen. Vier von fünf Befragten beschäftigen sich mit der Frage, wie sie ihren Lebensstandard im Alter sichern können. Die Skepsis gegenüber der gesetzlichen Rente ist daher groß.
Nur wenige jungen Erwachsenen glauben, dass die staatliche Rente ausreichen wird, um ihren Lebensstandard im Alter zu halten. Für viele ist deshalb klar: Wer später finanziell gut dastehen will, muss selbst vorsorgen.
Mit dem geplanten Altersvorsorge-Depot will die Bundesregierung ab 2027 einen neuen Weg für die Vorsorge für den Ruhestand schaffen. Sparer sollen Geld einzahlen und dafür staatliche Zulagen erhalten. Gewinne und Wertsteigerungen werden erst bei der späteren Auszahlung besteuert. Bei jungen Erwachsenen stößt das Modell auf Interesse.
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Lars Stoy, Vorstandsvorsitzender der ING Deutschland, sieht darin ein wachsendes Bedürfnis nach Eigenverantwortung:
„Die Analyse zeigt, dass die Gen Z ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand nimmt. Sie spart regelmäßig, investiert langfristig und nutzt vor allem breit gestreute ETFs. Das Altersvorsorge-Depot trifft damit bei vielen jungen Erwachsenen einen Nerv.“
65 Prozent der 18- bis 30-Jährigen finden das Altersvorsorge-Depot attraktiv. Doch noch kennt längst nicht jeder die neue Möglichkeit. Vor allem zwischen Männern und Frauen gibt es einen deutlichen Unterschied: Während 66 Prozent der jungen Männer bereits von dem Depot gehört haben, ist es bei den Frauen nur etwa jede Zweite.
Ein Blick auf die anonymisierten Daten der ING Deutschland Kunden zeigt: Knapp die Hälfte der jungen Depotinhaber (47 Prozent) investieren regelmäßig über einen Wertpapiersparplan. Im Schnitt fließen dabei rund 365 Euro pro Monat in die Depots – 14 Euro mehr als noch im Vorjahr.
Besonders beliebt sind ETFs. Rund 90 Prozent der Sparplan-Einzahlungen fließen in börsengehandelte Indexfonds. Fast jeder zweite junge Depotkunde (49 Prozent) setzt sogar ausschließlich auf breit gestreute ETFs wie den MSCI World oder den FTSE All-World.
Das zeigt sich auch beim Blick auf die Depots: Innerhalb eines Jahres legte das durchschnittlich investierte Vermögen deutlich zu – von 14.600 auf 17.800 Euro. Von Nervosität keine Spur: Auch als die Märkte zuletzt stärker schwankten, blieben die jungen Anleger ihrer Strategie weitgehend treu.
Die Gen Z geht offenbar zunehmend strategisch mit ihrem Geld um. 85 Prozent der Befragten sagen, dass sie ihre Finanzen gut im Blick haben. Zwei Drittel fällt es nach eigener Einschätzung leicht oder sogar sehr leicht, regelmäßig Geld zurückzulegen.
Insgesamt sparen oder investieren inzwischen 92 Prozent der jungen Erwachsenen – drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Besonders wichtig sind dabei langfristige Ziele. An erster Stelle stehen finanzielle Rücklagen für Notfälle: 64 Prozent sparen dafür. Es folgen finanzielle Unabhängigkeit mit 54 Prozent und die Altersvorsorge mit 53 Prozent. Auch für den Traum vom Eigenheim legen junge Menschen Geld zurück. Allerdings verliert dieses Ziel an Bedeutung: Während 2025 noch 40 Prozent dafür sparten, sind es inzwischen nur noch 30 Prozent.
Wer regelmäßig für die Zukunft vorsorgt, investiert dabei im Schnitt gut ein Viertel seines monatlichen Geldeingangs. 27 Prozent des verfügbaren Geldes fließen demnach in Sparen und Investieren.
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