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EU prüft Zulassung von E20-Benzin – Autofahrer profitieren

Дата публикации: 25-09-2026 06:38:00

Die EU-Kommission prüft, ob Benzin künftig bis zu 20 Prozent Bioethanol enthalten darf. Autofahrer könnten profitieren – doch E20 hat nicht nur Vorteile.

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Die EU-Kommission prüft, ob Benzin künftig bis zu 20 Prozent Bioethanol enthalten darf. Autofahrer könnten profitieren – doch E20 hat nicht nur Vorteile.

  • Im Video oben: Autofahrer müssen sich wohl an neuen Kraftstoff gewöhnen

Die EU könnte schon bald den Weg für die neue Benzinsorte E20 freimachen. Zum einen will man so unabhängiger von kostspieligen Ölimporten werden, zum anderen soll Benzin damit günstiger werden.

Im Rahmen der anstehenden Überarbeitung der europäischen Kraftstoffregeln soll geprüft werden, ob Benzin mit einem Ethanolanteil von bis zu 20 Prozent zugelassen werden kann. Das geht aus einem Schreiben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an die drei CDU-Europaabgeordneten Peter Liese, Jens Gieseke und Norbert Lins hervor, über den die „Bild“ berichtet.

Bislang liegt die zulässige Obergrenze für Ethanol im regulären Ottokraftstoff bei zehn Prozent. Das bekannte Super E10 enthält entsprechend bis zu zehn Prozent Bioethanol. E20 würde den Anteil verdoppeln.

Für Autofahrer wäre das allerdings nicht sofort eine neue Zapfsäule. Die Kommission hat E20 bislang lediglich als mögliche künftige Regelung angekündigt. Die drei CDU-Abgeordneten rechnen mit weiteren Schritten im Zuge der für Ende 2026 erwarteten Überarbeitung der einschlägigen EU-Regeln. Wann der Kraftstoff tatsächlich flächendeckend angeboten werden könnte, ist offen. Zudem müsste geklärt werden, welche Fahrzeuge den höheren Ethanol-Anteil vertragen.

E20 soll weniger fossiles Benzin benötigen

Hinter dem Vorstoß steckt vor allem die Hoffnung, den Verbrauch fossiler Kraftstoffe zu verringern. Beim E20 wird ein größerer Teil des Benzins durch Bioethanol ersetzt. Das wird beispielsweise aus Getreide, Zuckerrüben oder anderen Biomassequellen hergestellt.

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Die EU-Kommission betont in ihrem Schreiben, dass höhere Biokraftstoff-Beimischungen bei der Dekarbonisierung der bestehenden Fahrzeugflotte eine Rolle spielen könnten. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass mögliche Probleme bei der Verträglichkeit für ältere Fahrzeuge berücksichtigt werden müssten.

Der ADAC unterstützt grundsätzlich eine höhere Beimischung. Nach Angaben des Automobilclubs könnten dadurch die Einsparpotenziale gegenüber E10 weiter steigen. Voraussetzung seien allerdings entsprechende technische Freigaben der Autohersteller.

Wird Tanken für Autofahrer billiger?

Für Autofahrer dürfte allerdings eine andere Frage wichtiger sein: Was kostet E20 an der Zapfsäule?

Bioethanol kann günstiger sein als fossiles Benzin. Gleichzeitig hat Ethanol jedoch einen niedrigeren Energiegehalt. Ein Fahrzeug benötigt deshalb für dieselbe Strecke mehr Kraftstoff.

Das bedeutet: Ein niedrigerer Preis pro Liter führt nicht automatisch zu niedrigeren Fahrtkosten. Entscheidend ist, wie groß der Preisunterschied zwischen E20 und herkömmlichem Benzin tatsächlich ausfällt und wie stark der Verbrauch steigt.

Die CDU-Europaabgeordneten, die sich für E20 einsetzen, argumentieren, dass der Kraftstoff die Spritkosten senken könne. Eine Garantie für einen bestimmten Preisvorteil gibt es bislang allerdings nicht. Für Verbraucher wäre deshalb ein Vergleich des Preises pro gefahrenem Kilometer aussagekräftiger als allein der Blick auf den Literpreis.

E20 muss deutlich günstiger sein

Durch den geringeren Energiegehalt von Ethanol im Vergleich zu Benzin, steigt bei einem angenommenen Mehrverbrauch von drei Prozent der Verbrauch eines Autos mit 7,4 Litern E10-Verbrauch auf rund 7,62 Liter pro 100 Kilometer.

Beispiel: Kostet E10 2,25 Euro pro Liter, müsste E20 rund 6,6 Cent pro Liter günstiger sein, damit sich der Wechsel finanziell überhaupt lohnt.

  • 4 Cent günstiger: E20 kostet auf 100 km rund 19 Cent mehr
  • 6 Cent günstiger: E20 kostet rund 4 Cent mehr
  • 7 Cent günstiger: E20 spart rund 3 Cent
  • 8 Cent günstiger: E20 spart rund 11 Cent

Entscheidend ist nicht der Preis pro Liter, sondern der Preis pro gefahrenem Kilometer.

In Deutschland läuft bereits ein E20-Test

E20 ist in Deutschland bereits seit 2023 im Praxistest. In Mannheim wurde damals die erste E20-Zapfsäule eröffnet. Der zunächst auf 85 Fahrzeuge begrenzte Flottenversuch wurde inzwischen ausgeweitet. Nach Angaben des Herstellers CropEnergies nahmen 2025 mehr als 80 Fahrzeuge verschiedener Hersteller teil, rund 50 davon tankten regelmäßig E20. Nach rund 35.000 Litern habe es keine technischen Probleme gegeben.

Nach Angaben von CropEnergies wurden bis Ende August 2025 mehr als 14.000 Kilogramm CO₂ gegenüber rein fossilem Benzin eingespart. Die durchschnittliche Treibhausgas-Einsparung des eingesetzten Ethanols lag demnach bei 15 Prozent. Die Zahlen stammen allerdings vom Betreiber beziehungsweise Hersteller des Kraftstoffs und sind deshalb entsprechend einzuordnen.

Nicht jedes Auto darf E20 tanken

Für Autofahrer ist das ein wichtiger Punkt: E20 ist nicht einfach eine stärkere Version von E10, die jeder Benziner tanken kann.

Der ADAC weist darauf hin, dass konkrete Freigaben der Fahrzeughersteller notwendig sind. Das gilt insbesondere für Fahrzeuge im Bestand. Erst wenn die technische Eignung geklärt ist, kann ein Fahrzeug für den Kraftstoff freigegeben werden.

Auch die rechtlichen Voraussetzungen müssen noch angepasst werden. Die bisherige Kraftstoffnorm sieht für reguläres Benzin einen maximalen Ethanolanteil von zehn Prozent vor. Inzwischen gibt es allerdings eine technische Spezifikation für E20-Ottokraftstoff.

E20 könnte ohne neue Tankstellen auskommen

Ein Vorteil des neuen Kraftstoffs: Die bestehende Tankstellen-Infrastruktur könnte grundsätzlich weiter genutzt werden.

Der Mannheimer Flottenversuch zeigte nach Angaben von CropEnergies, dass für Mischung und Auslieferung keine grundlegenden Umbauten der Tankstellen nötig waren. Das könnte eine Einführung erleichtern.

Das Problem liegt damit weniger bei den Zapfsäulen als bei der rechtlichen Zulassung, der Kraftstoffnorm und den Fahrzeugfreigaben.

Umweltverbände und Experten sehen auch Nachteile

Bioethanol ist allerdings nicht automatisch klimafreundlich. Entscheidend ist, aus welchen Rohstoffen es hergestellt wird und wie diese angebaut und verarbeitet werden.

Bei der Bewertung müssen deshalb unter anderem Anbauflächen, Düngemittel, Verarbeitung und Transport berücksichtigt werden. Hinzu kommt der höhere Kraftstoffverbrauch von Fahrzeugen mit E20.

Dem stehen mögliche Einsparungen bei fossilen CO₂-Emissionen gegenüber. Der ADAC verweist darauf, dass Bioethanol je nach Herstellungsverfahren deutlich geringere Treibhausgasemissionen verursachen kann als fossiler Ottokraftstoff.

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