Dormagen ächzt unter der Hitze: Besonders Fleischereien, Blumenläden und Apotheken müssen ihre Produkte bestmöglich kühlen. Promi-Metzger Eddy „the Butcher“ verrät, wie das Fleisch möglichst frisch auf den Grill kommt – und ein Baumarkt verrät, wann es wieder Ventilatoren gibt.
Dormagen · Dormagen ächzt unter der Hitze: Besonders Fleischereien, Blumenläden und Apotheken müssen ihre Produkte bestmöglich kühlen. Promi-Metzger Eddy „the Butcher“ verrät, wie das Fleisch möglichst frisch auf den Grill kommt – und ein Baumarkt verrät, wann es wieder Ventilatoren gibt.
30.07.2026 , 06:00 Uhr
Am Samstag werden 2000 Grillspieße über seine Theke gehen, prognostiziert Eddy „the Butcher“ Schülke.
Foto: Oliver Berg/dpa/Oliver BergIm Kühlhaus und hinter der Fleischtheke läuft Eddy „the Butcher“ Schülke gerade zu Hochtouren auf: Die Wettervorhersagen lassen ein heißes, trockenes Wochenende vermuten. „Für die Dormagener heißt das: Einen Garten ausfindig machen und Grill anschmeißen“, sagt Schülke. Er hat dabei in diesen Tagen einen Arbeitsplatz, um den ihn viele Menschen, die in Büros schwitzen, beneiden dürften. Etwa 7 Grad Celsius hat es im Vorbereitungsraum, wo das Fleisch bearbeitet wird, bevor es in die Theke kommt. Und auch die Fleischtheke muss natürlich gut kalt gehalten werden. Die ist in diesen Tagen gut gefüllt, zum Wochenende hin rechnet Schülke mit einem enormen Andrang: „Die Leute kommen und sagen ,Eddy, mach mir mal 30 Bauch, 40 Nacken, 30 Rücken – ich lad’ die Freunde ein.’“
Am Freitag prognostiziert Schülke, werden rund 1500 Spieße über die Theke gehen, am Samstag rechnet er sogar mit 2000 Stück. Wichtig ist dann bei den aktuellen Temperaturen: „Bei dem Wetter sollte man keine Einkäufe mit dem Fahrrad erledigen“, rät der Metzger. Die Zeit, die das Fleisch dann ungekühlt im Fahrradkörbchen liege, dürfe man keinesfalls unterschätzen. „Wenn die Leute frisches Hack oder Mett kaufen und dann noch zur Post oder zur Drogerie fahren, das ist echt gefährlich“, betont er.
Selbst im Auto sei die Unterbrechung der Kühlkette nicht zu unterschätzen: „Vorne mit der Klimaanlage ist es dann vielleicht schön kühl, das heißt aber nicht, dass es im Kofferraum genauso ist.“ Der Metzger empfiehlt stattdessen, mit Kühltasche oder isolierender Styroporkiste zur Fleischtheke zu kommen. „Und dann auf dem kürzesten Weg nach Hause – dort sollte der erste Gang dann zum Kühlschrank führen.“
Angenehm kühl, wenngleich etwas mehr als 7 Grad Celsius, ist es auch bei Anke Schmitz im „Elfengarten“. Auch sie hat bei dem Einkauf für ihr Blumengeschäft die Wettervorhersage stets im Blick: „Ich kaufe dann vor allem auch Blumen, die zum Trocknen geeignet sind, und kaufe insgesamt etwas weniger. Vor allem muss es einfach schön frisch sein“, weiß sie. Durch die große Markise bleibt es zumindest bei ihr im Geschäft kühl, für zu Hause rät sie ihren Kunden zur besonderen Sorgfalt mit Schnittblumen: „Die Sträußchen sollte man dann sehr gut anschneiden, in reichlich Wasser stellen und das Wasser auch jeden Tag wechseln.“ Etwas weniger Aufwand hat man mit Topfblumen. Um die müsse man sich bei den aktuellen Temperaturen keine großen Sorgen machen.
Im Gemüsefach des Kühlschranks können bei hohen Temperaturen auch Medikamente gelagert werden. „Wenn die Raumtemperatur auf mehr als 25 Grad steigt, dann sollten auch die Medikamente, die normalerweise in einem Schrank untergebracht sind, in den Kühlschrank“, rät Ulrike Geilenkirchen von der Bären-Apotheke in Horrem. Kellerräume seien in der Regel ebenso geeignet. In den Räumen der Apotheke an der Knechtstedener Straße ist alles klimatisiert – das Back-Office, der Kommissionierungsautomat und natürlich der Verkaufsraum. In dem seien es aktuell konstant um die 23 Grad, so Geilenkirchen. Und weil dort so angenehme Temperaturen herrschen, sind Apotheken auch ideale „Hitzeschutzinseln“, wie es die Apothekerkammer Nordrhein schon bei der vergangenen Hitzewelle angeregt hatte. Für die Dormagener Apotheken kein Problem: Neben einer kurzen Abkühlung gibt es dort bei Bedarf auch ein Glas Wasser oder Traubenzucker. Und wer sich nach einem kurzen Stopp in der Apotheke wieder in die Sonne begeben muss, der kann darauf vertrauen, dass ihm ein Pröbchen Sonnenschutzmittel angeboten wird.
Auch die Hagebaumarkt-Filiale in Horrem hat mit der Hitze zu kämpfen. Klimageräte und Ventilatoren sind hier seit drei Wochen ausverkauft, in den Regalen herrscht gähnende Leere – Nachwehen der letzten Hitzewelle Ende Juni. „Wir kriegen nichts nachgeliefert, auch das Zentrallager ist leer“, sagt eine Mitarbeiterin. „Das muss alles erst mal wieder nachproduziert werden. Im Worst-Case kriegen wir dieses Jahr nichts mehr an Nachschub.“ Mit etlichen Plakaten versucht die Filiale, ihre Kunden bereits am Eingang auf die leeren Regale hinzuweisen – vergebens. „Die Leute haben dafür kein Verständnis. Ich würde sie ja gerne woanders hinschicken, aber auch andere Baumärkte haben mit den Lieferengpässen zu kämpfen“, so die Mitarbeiterin.
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