Volkswagens Elektroangst, Audis Huawei-Pläne und Boschs neue Jobkürzungen – um diese und weitere Themen geht es in dieser Woche bei „manage:mobility“.
Liebe Leserin, lieber Leser,
haben Sie in letzter Zeit darüber nachgedacht, sich einen elektrischen Kleinwagen zuzulegen? Dann stellen Sie sich schon einmal auf lange Wartezeiten ein. Wer bei Volkswagen einen elektrischen Polo bestellt, muss sich rund zwölf Monate gedulden. Seit der Irankrieg die Spritpreise auf neue Rekordhöhen getrieben hat, erleben die deutschen Autobauer einen Run auf Elektroautos.
Viel Interesse, keine Marge: Volkswagens kleine Elektroautos (v. l.) Cupra Raval, VW ID.Polo, Škoda Epiq und VW ID.Cross
Foto:Volkswagen AG
Volkswagen kommt bei der hohen Nachfrage nach ID.Polo, Škoda Epiq und Cupra Raval kaum hinterher. Für die Hersteller bedeutet der Elektroboom Fluch und Segen zugleich. Endlich steigen mehr Kunden auf ölpreisunabhängige Stromer um. Das Problem: Mit ihnen lässt sich kaum Geld verdienen. Da nützt es auch nichts, dass sich Deutschland und Frankreich gerade darauf geeinigt haben, vom EU-weit beschlossenen Aus für Verbrenner abzurücken. Christoph Seyerlein und Michael Freitag haben recherchiert: Zentrale Player aus der Autoindustrie erwarten, dass die Elektroverkäufe ab jetzt immer weiter steigen werden. Sie sehen einen Kipppunkt erreicht: „Die Leute, die einmal Elektro fahren, drehen nicht wieder um.“
Mehr dazu in einem unserer Themen der Woche:
Warum VW wegen des Bestellbooms bei Elektro noch härter sparen muss
Wieso Audi zur Rettung seines Flaggschiffs A8 ausgerechnet die Hilfe von Huawei aus China sucht
Warum der neue Bosch-Chef weitere Jobs streichen muss
Kanzlerinnenkarosse: Angela Merkel steigt in ihren A8
Foto: Berlinfoto / IMAGOMit dem A8 stieg Audi einst in die Liga der Premiumhersteller auf. Sogar die frühere Kanzlerin Angela Merkel (72; CDU) wie auch schon ihr Vorgänger Gerhard Schröder (82; SPD) nutzten die Nobellimousine der Volkswagen-Tochter als Dienstwagen. Jetzt hat sich Audi-Chef Gernot Döllner (57), so hat es Michael Freitag recherchiert, überlegt, dass das Flaggschiffmodell in einer eigenen Variante für China auch in China gebaut werden könnte – entwickelt in zentralen Teilen von Huawei. Wer? Ja, Sie haben richtig gehört. Der chinesische Techkonzern, der vielerorts mit Sorgen vor Spionage verbunden wird – und der das natürlich als unbegründet erachtet. Trotzdem: ein Hochrisikomanöver .
Aufstieg bei Gea: Ex-Traton-Chef Andreas Renschler
Foto:Thorsten Jochim / VISUM
Andreas Renschler (68) war früher Daimler- und Volkswagen-Vorstand. Volkswagens Trucktochter Traton brachte er an die Börse, und seit 2022 leitet er außerdem den Aufsichtsrat des Lippstädter Zulieferers Hella. Meine Kollegin Kirsten Bialdiga hat herausgefunden, dass er bald einen weiteren Job bekommt: Renschler soll auch Chefkontrolleur des Dax-Konzerns Gea werden.
Was Audi-Chef Gernot Döllner noch ein wenig mehr unter Druck setzt als die – oben schon beschriebene – Sorge um den A8, ist das Geschäft in China. Audi wird dort in diesem Jahr wahrscheinlich so wenige Autos verkaufen wie zuletzt 2012. Vielleicht hat eine Personalie dort ja etwas mit der Schwäche zu tun: Audi-Chinachef Johannes Roscheck (62) werde seine Position räumen, heißt es im Unternehmen.
In Österreich hat am Dienstag der Korruptionsprozess gegen Porsche-Holding-Aufsichtsrat Siegfried Wolf (68) begonnen. Zur Erinnerung: Es geht im Wesentlichen um den Vorwurf, Wolf habe sich einen Steuererlass von rund 630.000 Euro durch das Versprechen von Karrierehilfe für eine Finanzbeamtin gesichert. Der Österreicher weist das zurück. Wolf sitzt auch im Aufsichtsrat des Autozulieferers Schaeffler.
Der Name Gerhard Gribkowsky wird Ihnen vielleicht nichts sagen, dafür aber bestimmt der millionenschwere Formel-1-Korruptionsskandal. Gribkowsky kassierte als früherer BayernLB-Vorstand in den 2000er-Jahren Schmiergeld von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone (95). 2012 verurteilte das Landgericht München Gribkowsky wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung zu achteinhalb Jahren Haft. Jetzt ist der Skandalbanker bei einem Motorradunfall in Österreich gestorben.
Kurzer Ausflug in die USA: Techmilliardär und Tesla-Chef Elon Musk (55) hat versprochen, „jedem Kind in Amerika“ eine Aktie seines Raumfahrtunternehmens SpaceX zu schenken. Eventuell muss er sein Versprechen schon bald erweitern: Die Kinder bekämen gleich ein Stückchen Tesla dazu. Die beiden Musk-Konzerne prüfen eine Fusion. Sie wollen mehr wissen? Hier die Story über den möglichen Zusammenschluss. Und auch die neuesten Tesla-Zahlen finden Sie jetzt bei uns auf der Homepage.
Noch mehr Probleme: Der neue Bosch-Chef Christian Fischer
Foto: Bernd Weißbrod / dpaNeues Drama gibt es bei Bosch. Das Autozulieferergeschäft steckt seit Längerem tief in der Krise. Jetzt hat der neue Bosch-Chef Christian Fischer ein weiteres Problem: Das Geschäft mit Elektrowerkzeugen läuft nicht. Eine US-Offensive der Tochter Power Tools scheiterte krachend. „Wir haben null Erfolg, verbrennen nur Geld“, sagt ein Insider. Im Heimatmarkt Deutschland sinkt der Marktanteil, an mindestens zwei Standorten bangen Beschäftigte um ihre Jobs. Zwei Topmanager, so berichtet mein Kollege Franz Anko-Hubik, hat die Power-Tools-Aufsichtsratschefin Katja von Raven (55) bereits ausgetauscht.
Einer Schrumpfkur unterzieht sich bekanntlich auch Volkswagen – wir berichteten kürzlich . Der Konzernvorstand will nun offenbar bis 2030 weltweit die Gehälter einfrieren. Den Beschäftigten drohen laut IG Metall dadurch reale Einkommensverluste von bis zu 10 Prozent. Ob die globale Nullrunde tatsächlich kommt, wird sich noch zeigen. Voraussichtlich wird ab Ende November über einen neuen Tarifvertrag verhandelt.
Der Münchner Autobauer BMW hat sein Abfindungsprogramm vorzeitig abgeschlossen. Der Grund ist der hohe Andrang. Erst vor knapp drei Wochen hatten Zehntausende Mitarbeiter in Deutschland ihre jeweiligen Angebote erhalten. Die Abfindungszahlungen sind zum großen Teil sechsstellig.
Wir springen von der Autoindustrie in die Luftfahrt. Die Lufthansa erwägt offenbar, sich von einem Teil ihrer IT Sparte Lufthansa Systems zu trennen. Die Fluggesellschaft habe bereits Banker beauftragt, um den Verkauf des IT-Dienstleisters für die Luftfahrtindustrie zu prüfen, berichtete die „Financial Times“. Es wäre nicht der erste Verkauf eines Randgeschäfts.
Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns gern an manage.mobility@manager-magazin.de . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.
Fast 72.700 E-Autos muss VW wegen fehlerhafter Batterien weltweit in die Werkstätten zurückrufen. In Deutschland geht es bei den insgesamt drei Rückrufen um rund 10.000 Fahrzeuge, wie aus Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervorgeht. Betroffen sind demnach größtenteils die VW-Modelle ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz – sowie der Cupra Born.
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Mit einer spektakulären Show in Texas präsentierte Tesla seinen neuen Elektrosportwagen Roadster. Ein Auto, das fliegen kann. Falls Sie noch nicht gesehen haben, wie der Sportwagen mit Raketendüsen kopfüber von einer Rampe springt und wieder auf der Straße landet, kann ich Ihnen das Video hier oben noch einmal ans Herz legen. Die „Rocket“-Variante wird übrigens nur auf Einladung des Unternehmens zugänglich sein. Im Gegensatz dazu stellte Porsche fast zeitgleich seinen neuen Sportwagen „Mission S“ vor – mit Verbrennungsmotor, breiten Kotflügeln und vier prominent in Szene gesetzten Auspuffrohren. Bleibt abzuwarten, wer sich durchsetzt und wer als Geisterfahrer endet.
Ihre Anna Driftschröer
Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Sie erreichen meine Kolleginnen und Kollegen im Team Mobility und mich unter manage.mobility@manager-magazin.de .
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| 2 | Volkswagen, Mercedes, Bosch, Tesla: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 8.59 | 16-07-2026 |
| 3 | Ford, Volkswagen, Deutsche Bahn, Tesla, Bosch, Audi, Daimler Truck: Von Untergangs-Ängsten und Unentbehrlichkeiten – der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 8.48 | 26-03-2026 |
| 4 | Tesla, Volkswagen, Ryanair, Saueressig: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 11.82 | 15-10-2026 |
| 5 | Audi, Tesla, Sixt, Fahrräder – der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 7.94 | 05-03-2026 |
| 6 | VW, Riese und Müller, Aston Martin – der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 9.44 | 11-09-2025 |
| 7 | Volkswagen, Mercedes, BMW, IAV, Daimler Truck, Audi, Conti: Der Newsletter „manage:mobility“ | 0 | 6.69 | 07-05-2026 |
| 8 | Volkswagens defizitäre Elektroautos, Probleme bei Bosch, Viessmann kauft FC Bayern Anteile | 0 | 7.66 | 22-10-2026 |
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