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Tesla, Volkswagen, Ryanair, Saueressig: Der Newsletter „manage:mobility“

Дата публикации: 15-10-2026 05:00:00

Ryanairs Deutschland-Ragebait, Musks Zorn aufs Münsterland und Chinadumping auf zwei Rädern – um diese und weitere Themen geht es in dieser Woche bei „manage:mobility“.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

flog die Paris Motor Show lange Jahre unterm Radar, belebt der Clash zwischen Europas und Chinas Herstellern auch wieder die Autosause an der Seine. Diese Woche waren dort mehr chinesische Marken präsent denn je; kampflos wollte vor allem die einheimische Industrie den Angreifern aus Fernost das Feld aber nicht überlassen. Stellantis etwa zeigte reihenweise Fahrzeugstudien, die dem Hersteller dabei helfen sollen, sein Verliererimage der vergangenen Jahre abzuschütteln. Das Konzept hinter den Konzeptautos erinnert an Renault: Retro soll es richten. Citroën bekommt wieder eine Ente, und selbst dem Fiat Multipla, für viele als hässlichstes Auto aller Zeiten eine „Ikone“, könnte als „Multiplay“ neues Leben eingehaucht werden.

Bereit fürs Comeback? Fiat zeigte in Paris die Studie „Multiplay“

Bereit fürs Comeback? Fiat zeigte in Paris die Studie „Multiplay“

Foto: Christophe Petit Tesson / EPA

Die Deutschen? Waren entweder wie BMW erst gar nicht da. Oder sie fielen wie Volkswagen eher mit politischen Statements auf als mit Hinguckermodellen. Wer weiß, vielleicht war es VW und Mercedes bei all den Problemen, mit denen sie sich gerade zu Hause herumschlagen, gar nicht so unrecht, ausnahmsweise mal nicht im Mittelpunkt zu stehen.

Unsere Themen der Woche:

  • Warum Ryanair Deutschland immer mehr meidet

  • Wie ein Streit mit Tesla eine deutsche Batteriehoffnung gefährdet

  • Wieso China nicht allein für Europas Fahrradkrise verantwortlich ist

Thema der Woche: Warum Ryanair Deutschland immer mehr meidet
Kein Deutschlandfan: Laut Ryanair-Chef Eddie Wilson ist der Standort D viel zu teuer

Kein Deutschlandfan: Laut Ryanair-Chef Eddie Wilson ist der Standort D viel zu teuer

Foto:

Christian Mang / REUTERS

Ryanair und Deutschland, das ist aktuell alles andere als eine Romanze. In Berlin halbiert der Billigflieger ab diesem Winter sein Angebot. Für seine Gründe wählt Airline-Chef Eddie Wilson im Interview mit meiner Kollegin Anna Driftschröer markige Worte. Es gebe in Deutschland zu viele Flughäfen, die zu schlecht ausgelastet seien; das führe zu hohen Passagierkosten. In Berlin habe man „einen der teuersten Flughäfen Europas gebaut und kann ihn nicht füllen“, meckert Wilson. Gleichzeitig sei die Politik nicht bereit, wie in anderen Ländern die Luftverkehrssteuer abzuschaffen. Wilsons wenig charmante Conclusio: „Deutschland ist der schlechteste Markt in Europa.“ 

Köpfe: Bernd Lange ++ Andreas Scheuer ++ Rupert Stadler ++ Elon Musk
„Bis zu 70 Prozent Anti-Dumping-Zölle“: Der EU-Handelsausschussvorsitzende Bernd Lange bekämpft chinesische Subventionen

„Bis zu 70 Prozent Anti-Dumping-Zölle“: Der EU-Handelsausschussvorsitzende Bernd Lange bekämpft chinesische Subventionen

Foto: Zukunft Fahrrad
  • Bernd Lange (70) ist der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament, im Herzen aber bleibt der Mann ein Schrauber. Als Politiker sucht er aktuell nach dem richtigen Schlüssel für den Umgang mit der Fahrradgroßmacht China. Zweiräder werden dort wie auch Autos vom Staat stark subventioniert, europäische Hersteller bibbern vor einer chinesischen Dumpingflut. Lange sieht illegale Vorteile für die Anbieter aus Fernost. Im Interview mit meinem Kollegen Lutz Reiche erläutert er aber auch, warum er die Schuld für die desolate Lage der hiesigen Fahrradbranche nicht allein bei den Chinesen sieht .

  • Andreas Scheuer (52; CSU) spielt seit seinem Ausscheiden aus dem Bundestag im April 2024 politisch keine große Rolle mehr. In Erinnerung blieb der frühere Bundesverkehrsminister für den unrühmlichen Versuch, in Deutschland eine Pkw-Maut einzuführen. Nach dem Veto aus Brüssel blieb ein Loch von 243 Millionen Euro in der Staatskasse. Später erklärten die vorgesehenen Betreiber, sie hätten im November 2018 vorgeschlagen, den Vertragsabschluss bis zur Entscheidung des EU-Gerichtshofs zu verschieben. Im deshalb anberaumten Untersuchungsausschuss erklärte „Andi“, sich an ein „Verschiebungsangebot“ nicht erinnern zu können. Inzwischen muss sich Scheuer wegen möglicher Falschaussage vor Gericht verantworten. Zwei Hauptzeugen bekräftigten dort nun noch mal: Es gab das Angebot.

  • Der frühere Audi-Chef Rupert Stadler (63) wird sich an sein berufliches Waterloo wohl ewig erinnern können. Stadler kann Dieselgate weiterhin nicht zu den Akten legen. Zwar hatte die VW-Hauptversammlung schon vor mehr als fünf Jahren einem Haftungsvergleich über 4 Millionen Euro mit Stadler zugestimmt. Das Oberlandesgericht Celle hat jene Einigung nach Klagen zweier Anlegerschutzvereine aber gekippt.

  • Wir kehren zurück in der Politik, springen aber über den großen Teich. In den USA stehen die Midterms an. Präsident Donald Trump (80) und seine Republikaner drohen bei den Wahlen, die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat zu verlieren. Verlassen kann sich die Partei einmal mehr auf Elon Musk (55). Er macht als Unterstützung mal eben 276 Millionen US-Dollar locker.

Unternehmen: Saueressig ++ BMW ++ Volkswagen ++ Schaeffler
David gegen Goliath: Tesla wirft seinem Lieferanten vor, seine Technologie gestohlen zu haben

David gegen Goliath: Tesla wirft seinem Lieferanten vor, seine Technologie gestohlen zu haben

Foto:

Thomas Bartilla / Future Image / IMAGO

  • Von Klopapier und Zigarettenschachteln zu Trockenbeschichtung für Batterien: Die Firma Saueressig aus Vreden hat eine bemerkenswerte Transformation hingelegt. Seit zwei Jahren treibt den Druckexperten, der heute unter dem Namen seiner US-Konzernmutter Matthews auftritt, aber vor allem der Streit mit dem Kunden um, mit dem der eigene Wandel eng verbunden ist. Niemand setzte seit 2019 so stark auf Matthews und die Trockenbeschichtung wie Tesla. Als Matthews auch mit anderen Autobauern und Zellherstellern ins Geschäft kam, begann der Streit. Im Kern geht es um die Frage: Wem gehört die Technologie? Anna Driftschröer hat recherchiert: Für Saueressig beziehungsweise Matthews droht sich der Konflikt zur Existenzfrage auszuwachsen. 

  • Wie Sauerbier laufen die Geschäfte für deutsche Autobauer in China. Bei BMW sackte der Absatz im Reich der Mitte im zurückliegenden Quartal um ein Viertel auf 114.315 Neuwagen ab und zog den gesamten Konzern ins Minus.

  • Noch schlechter war zuletzt Volkswagen unterwegs. Nicht einmal 1,9 Millionen an Kunden übergebene Neuwagen bedeuteten ein Minus von 14,3 Prozent und damit den heftigsten Quartalsverlust seit 2022.

  • Chronische China-Schwäche ist längst nicht nur ein Herstellerthema. Auch die Autozulieferer leiden darunter, beispielsweise Schaeffler. Die Franken schreiben wegen miserabler E-Mobilitätsgeschäfte 240 Millionen Euro ab.

  • Nicht nur die Politik bekommt von Ryanair-Chef Wilson im Interview ihr Fett weg, auch gegen die Lufthansa teilt der Brite aus. Deutschland zahle „jeden Tag den Preis dafür, dass man sich auf einen nationalen Champion verlässt“. Statt sich um Kurzstrecken hierzulande zu kümmern, kaufe die Lufthansa lieber Fluggesellschaften in anderen Ländern auf. Wie auf Bestellung treibt man bei den Kranichen denn auch die Expansion voran: Die Lufthansa hat das Bieterrennen um die portugiesische TAP gewonnen.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns gern an manage.mobility@manager-magazin.de . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Deepdrive: Welche Second-Hand-Stromer laufen

Elektrische Gebrauchtwagen galten lange als nahezu unverkäuflich. Langsam aber scheint sich der Markt einzuschwingen. Hohe Spritpreise machen auch Second-Hand-Stromer interessanter. Das Münchner Start-up Aampere hat eine Plattform entwickelt, über die Verkäufer ihre gebrauchten E-Fahrzeuge bei Autohändlern zur Auktion stellen können. Jetzt hat das Team um CEO und Co-Gründer Florian Reister (31) anhand von rund 5000 Auktionen analysiert, welche Autos am besten bei Händlern ankommen. Ganz vorn im „EV Resale Index“  liegt Teslas Model 3, das Verkäufern nach 36 Monaten noch durchschnittlich 57,6 Prozent vom Neupreis einbrachte. Am Ende des Rankings: die deutschen Premium-SUVs Mercedes EQE (37,1 Prozent), BMW iX (36,3 Prozent) und Audi Q4 (36,0 Prozent).

Zahl der Woche: 55

Nach 55 Jahren hat der Intercity1 Schicht auf der Schiene und wird ausgeflottet. Die 55 ist aber noch aus einem anderen Grund unsere Zahl der Woche: Wir vom manager magazin feiern in diesem Jahr 55. Geburtstag. Keine Sorge, anders als der IC1 werden wir deshalb nicht altersmüde. Stattdessen wollen wir stetig besser werden und haben uns anlässlich unseres Jubiläums etwas überlegt: Wir laden 55 Leserinnen und Leser zu einem exklusiven Dialog nach Hamburg ein. Diskutieren Sie mit uns über die Zukunft der deutschen Wirtschaft und die Erwartungen an den Wirtschaftsjournalismus von morgen. Ihre Fragen, Ihre Kritik und Ihre Ideen sind willkommen. Wann? Am 19. November, bei uns in der Redaktion in Hamburg. Alle Informationen zur Teilnahme gibt es hier.

Geisterfahrer der Woche
Kein „Voll-Selbstständiges Fahren“: Teslas Fahrassistenzsystem hat in Europa einen neuen Namen

Kein „Voll-Selbstständiges Fahren“: Teslas Fahrassistenzsystem hat in Europa einen neuen Namen

Foto: Harald Tittel / dpa

Seit Jahren steht Elon Musk in der Kritik, Teslas Fähigkeiten beim autonomen Fahren überzuverkaufen. Dutzende Menschen, die sich darauf verließen, dass Teslas „Autopilot“ wirklich ein Autopilot sei, bezahlten das Vertrauen mit ihrem Leben. Lange steuerte Musk gar nicht gegen, dann benannte er das System in „Full Self-Driving (Supervised)“ um. Auch der Name wurde häufig als irreführend kritisiert. In den USA hält Tesla trotzdem weiter an der Bezeichnung fest. Anderswo traut sich Musk dagegen nicht mehr, seine vermeintlichen Muskeln spielen zu lassen: In Europa spricht der Autobauer nun von „Tesla Assisted Driving“.

Ob assistiert oder völlig selbstständig, kommen Sie gut durch die Woche!

Ihr Christoph Seyerlein

­Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Sie erreichen meine Kolleginnen und Kollegen im Team Mobility und mich unter manage.mobility@manager-magazin.de .

Unseren Newsletter „manage:mobility“ finden Sie auch hier auf unserer Website.

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