VW im Elektrodilemma, kaum Power für die Werkzeugsparte von Bosch und Viessmann als Investor des FC Bayern – über die wichtigsten Wirtschaftsthemen informieren wir Sie in unserem Newsletter „Der Tag“.
Mehr verkaufen, aber weniger verdienen? Volkswagen jubelt öffentlich über Rekordaufträge bei kleinen E-Autos. Ob ID.Polo, Škoda Epiq oder Cupra Raval – die Nachfrage ist hoch. Fast zu hoch. Denn wer einen elektrischen Polo bestellt, muss rund zwölf Monate warten. Hinter den Kulissen ist der Jubel über die hohe Nachfrage jedoch verhalten, wie meine Kollegen Michael Freitag und Christoph Seyerlein recherchiert haben. Denn mit den elektrischen Kleinwagen lässt sich kaum Geld verdienen, sie drücken auf die Marge. Laut Insidern könnte die Elektroeuphorie den Autobauer schon in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro kosten .
Die Hersteller stecken in einem Dilemma. Bedienen sie die plötzliche Nachfrage nicht, verlieren sie den Markt. Chinesische Wettbewerber könnten sich schneller breitmachen als ohnehin befürchtet. Also weiter Autos verkaufen, an denen sie viel weniger verdienen?
Viel Interesse, keine Marge: Volkswagens kleine Elektroautos (v. l.) Cupra Raval, VW ID.Polo, Škoda Epiq und VW ID.Cross
Foto:Volkswagen AG
Europas größter Softwarehersteller SAP hat im dritten Quartal mehr Cloudverträge abgeschlossen als erwartet. Konzernchef Christian Klein hebt deshalb für die Sparte die Prognose an. Die Aktie legt zu.
Der Maschinenbauer Gea steht nach schwierigen Jahren heute wieder gut da. An der Spitze des Aufsichtsrats steht nun ein Wechsel an: Nach Informationen meiner Kollegin Kirsten Bialdiga soll Ex-Traton-Chef Andreas Renschler (68) Chefaufseher von Gea werden .
Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner (63) gilt als Kritiker der chinesischen Video-App TikTok und setzt sich für eine europäische Lösung nach US-amerikanischem Vorbild ein. Sollte es dazu kommen, wäre Springer gar an einem Einstieg interessiert.
Katja von Raven (55), Chefaufseherin von Boschs Werkzeugsparte, muss nachsteuern. Mit Akkuschraubern und Winkelschleifern wollte Bosch Power Tools den Markt in den USA erobern, teure Werbespots beim Super Bowl und markige Claims („The more you Bosch, the more you feel like a Bosch“) inklusive. Aber der Erfolg in den USA blieb aus. Und wegen der Konzentration auf die US-Expansion schenkte Bosch Power Tools dem Geschäft in Europa offenbar weniger Beachtung. Der Marktanteil fiel hier von 18 auf 17 Prozent, berichtet mein Kollege Franz Anko-Hubik . Besonders unter Druck steht der Stammsitz der Werkzeugsparte in Leinfelden-Echterdingen, wo in mehreren Runden Jobs wegfallen.
Downsize-Modus: Unter Katja von Ravens Aufsicht sinken Umsatz, Marge und Mitarbeiterzahl
Foto:Wolfram Scheible
Viele Unternehmen testen KI an möglichst vielen Stellen. Konzerne wie Reckitt, Ikea und L’Oréal verfolgen einen anderen Ansatz: Sie konzentrieren sich bei der Einführung auf wenige Bereiche. Was die drei anders machen – und was Sie daraus für den KI-Einsatz mitnehmen können, lesen Sie hier .
Das Arbeitsleben wird immer länger, aber halten wir das auch durch? Gesine Braun, Chefredakteurin vom Harvard Business manager, spricht im Podcast „Lead Forward“ mit Redakteurin Christiane Sommer über Longevity im Job .
Bayern-Fan und Investor in grüne Energien: Max Viessmann zieht in den Aufsichtsrat des FCB ein
Foto: Lucas Bäuml / F.A.Z.-FotoEinen Teil des Lieblingsvereins zu besitzen, davon träumen viele. Statt zu Schal oder Stadionrasen greift Familie Viessmann beim FC Bayern München richtig zu, die Taschen sind nach dem Verkauf des Heizungskonzerns an die US-Konkurrenz tief genug. Die Viessmann Generations Group, in der die Milliardärsfamilie ihre Beteiligungen gebündelt hat, übernimmt mit einer Kapitalerhöhung 6,7 Prozent an der FC Bayern München AG. Sie ist damit neben Adidas, Audi und der Allianz der vierte externe Anteilseigner. Der bekennende Bayern-Fan Max Viessmann (37) zieht in den Aufsichtsrat des FC Bayern ein, der dafür auf zehn Mitglieder erweitert wird. Doch Viessmann konzentriert sich nicht nur auf Fußball: Er arbeitet daran, einen neuen, grünen Familienkonzern zu schmieden , wie meine Kollegin Sonja Banze bereits vor zwei Jahren berichtete. Und dieser Weg, um zum Fußballkontext zurückzukehren, wird kein leichter sein.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend
Ihre Julia Wehmeier
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