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Trump-Dollar mit Geheimzeichen könnte wertvoll werden

Дата публикации: 02-09-2026 08:11:00

Zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit wagt die US-Mint einen historischen Schritt. Doch eine seltene Prägung macht den Trump-Dollar zusätzlich für Sammler interessant.

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Zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit wagt die US-Mint einen historischen Schritt. Doch eine seltene Prägung macht den Trump-Dollar zusätzlich für Sammler interessant.

Donald Trump kommt auf den Dollar – und sorgt damit gleich doppelt für Aufsehen. Zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten bringt die staatliche Münzprägestätte einen Ein-Dollar mit dem Porträt des amtierenden Präsidenten heraus. Schon das ist für amerikanische Verhältnisse höchst ungewöhnlich. Doch noch bevor der offizielle Verkauf beginnt, tauchte auf der größten Münzmesse der USA eine geheimnisvolle Variante auf. Inzwischen steht fest: Nur 250.000 Exemplare tragen das versteckte Sonderzeichen – und es könnte richtig wertvoll werden.

Sebastian Wieschowski ist leidenschaftlicher Münzsammler und Fachmann für Numismatik und Edelmetalle. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.

Nach 100 Jahren wieder ein Präsident auf der Münze

Es ist ein Bild, das Amerikaner auf ihrem Geld seit Generationen praktisch nicht mehr gesehen haben: ein lebender Präsident. Auf der Vorderseite des neuen Dollars blickt Donald Trump nach rechts, darüber steht „Liberty“, daneben der amerikanische Wahlspruch „In God We Trust“. Am unteren Rand erinnert die Doppeldatierung „1776 ~ 2026“ an den 250. Jahrestag der Unabhängigkeit. Die Rückseite zeigt das Präsidentensiegel und die Zahl 250.

Damit greift die US-Münzprägestätte zu einem Motiv, das in der amerikanischen Geldgeschichte seit einem Jahrhundert weitgehend tabu war. Zuletzt erschien 1926 mit Calvin Coolidge ein amtierender US-Präsident auf einer offiziellen amerikanischen Münze. Damals zeigte ein Half Dollar zum 150. Jahrestag der Unabhängigkeit George Washington gemeinsam mit Coolidge. Die U.S. Mint (die offizielle Bundesbehörde des US-Finanzministeriums, welche für die Herstellung und den Umlauf von offiziellen Münzen zuständig ist) bezeichnet dieses Stück selbst als die erste amerikanische Münze, die einen Präsidenten zu dessen Lebzeiten zeigte.

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Ein lebender Präsident auf dem Dollar

Inzwischen sind die Regeln deutlich restriktiver geworden. Beim 2007 gestarteten Presidential-Dollar-Programm schrieb der Gesetzgeber ausdrücklich vor, dass kein lebender ehemaliger oder amtierender Präsident abgebildet werden darf. Ein Präsident musste sogar mindestens zwei Jahre verstorben sein, bevor er für diese Serie berücksichtigt werden konnte.

Beim Trump-Dollar beruft sich das Finanzministerium allerdings auf eine andere Rechtsgrundlage. Der „Circulating Collectible Coin Redesign Act“ erlaubt für das Jubiläumsjahr 2026 eine besondere Ein-Dollar-Münze. Die für dieses Jubiläumsprogramm geltenden Vorschriften untersagen das Porträt eines lebenden Menschen ausdrücklich auf der Rückseite einer Münze. Trump befindet sich jedoch auf der Vorderseite. Die U.S. Mint nennt genau diese Sonderregelung als gesetzliche Grundlage ihrer Ausgabe. Der Vorgang hat deshalb eine Debatte über die Auslegung der amerikanischen Münzgesetze ausgelöst.

Ganz ohne historischen Präzedenzfall ist die Entscheidung also nicht – politisch und numismatisch ist sie dennoch ein außergewöhnlicher Schritt. Ausgerechnet zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten kehrt nach 100 Jahren wieder ein amtierender Präsident auf eine amerikanische Münze zurück.

Wer wegen der goldfarbenen Optik allerdings auf einen Schatz aus Edelmetall hofft, wird enttäuscht: Der Trump-Dollar enthält kein Gold. Er besteht überwiegend aus Kupfer sowie aus Zink, Mangan und Nickel. Das Stück wiegt 8,10 Gramm und hat einen Durchmesser von 26,49 Millimetern. Geprägt wird in Philadelphia.

Auf der Münzmesse fällt plötzlich ein winziges Detail auf

Doch dann bekam die ohnehin ungewöhnliche Neuerscheinung noch eine zweite Geschichte. Während der World’s Fair of Money in Pittsburgh, einer der wichtigsten Münzveranstaltungen der Welt, untersuchte Rene Alvarenga, Senior Numismatist beim Auktionshaus Heritage Auctions, eine bereits vor dem Verkaufsstart ausgelieferte Rolle mit Trump-Dollars. Dabei fiel ihm etwas auf, das bei der bis dahin bekannten Normalversion nicht vorhanden war: Links neben Trumps Porträt, unmittelbar oberhalb eines kleinen Sterns, standen winzige zusätzliche Zeichen. In zwei Zeilen war dort „July“ und „4th“ eingeprägt.

Das war bemerkenswert, denn die Variante war zu diesem Zeitpunkt öffentlich noch nicht erklärt worden. Der Bewertungsdienst CAC Grading zertifizierte das Stück mit dem Erhaltungsgrad MS 64. Auf dem Etikett wurde es als „July 4th Privy“, „Discovery Coin“ und „Advanced Delivery“ bezeichnet. Heritage kündigte an, das Entdeckungsstück der American Numismatic Association zu schenken. Noch am 26. August dokumentierten Fachmedien eine kuriose Situation: Während die physische Münze mit dem zusätzlichen Zeichen bereits fotografiert und zertifiziert worden war, führte die offizielle Informationsseite der U.S. Mint bei den technischen Daten weiterhin „Privy Mark: None“ auf. Die Sammler hatten also eine Variante in der Hand, deren Hintergrund noch nicht öffentlich bekannt war.

Nur 250.000 Stück wurden am 4. Juli geprägt

Einen Tag später löste die U.S. Mint das Rätsel auf. Insgesamt wurden exakt 250.000 Trump-Dollars mit dem „July 4th“-Privy-Mark hergestellt. Und das Datum auf der Münze ist wörtlich zu verstehen: Die Sonderstücke wurden tatsächlich am 4. Juli 2026 in der Münzstätte Philadelphia geprägt – am 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit.

Die Mint verkauft diese Variante jedoch nicht separat. Stattdessen werden die 250.000 Sonderstücke zufällig unter die regulären Rollen und Beutel gemischt. Eine Rolle mit 25 Münzen kostet 61 Dollar, ein Beutel mit 100 Stück 154,50 Dollar. Der Verkauf startet am 2. September um 12 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit. Für die normale Trump-Ausgabe gibt es keine festgelegte Gesamtauflage – für die „July 4th“-Variante dagegen schon.

Damit dürfte ab dem Verkaufsstart eine regelrechte Suche beginnen. Käufer wissen beim Bestellen nicht, ob sich unter ihren Trump-Dollars eines der 250.000 gekennzeichneten Exemplare befindet. Ausgerechnet ein winziger Schriftzug könnte damit aus einem ohnehin politisch außergewöhnlichen Dollar die begehrteste Variante der gesamten Ausgabe machen. Und so schreibt der Trump-Dollar schon Geschichte, bevor die meisten Sammler überhaupt ein Exemplar besitzen: Er bringt nach 100 Jahren wieder einen amtierenden US-Präsidenten auf eine amerikanische Münze – und liefert gleichzeitig eine moderne Schatzsuche nach 250.000 versteckten Sonderstücken.

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