Der Insolvenzverwalter der Signa Prime Capital Invest GmbH (SPCI) hat die Wiesbadener R+V Lebensversicherung auf Zahlung von 98 Millionen Euro zuzüglich Zinsen verklagt.
Der Insolvenzverwalter der Signa Prime Capital Invest GmbH (SPCI) hat die Wiesbadener R+V Lebensversicherung auf Zahlung von 98 Millionen Euro zuzüglich Zinsen verklagt.
Das sei die Summe, die den Gläubigern der SPCI entstanden sei. Der „Süddeutschen Zeitung“ liegt die Klage der Kanzlei Schönherr in Wien vor, die den Insolvenzverwalter der SPCI vertritt. „Weitere Klagen gegen andere deutsche Versicherungskonzerne sind in Vorbereitung“, sagte Christoph Lindinger, Rechtsanwalt der Kanzlei, der SZ.
SPCI ist eine von vielen insolventen Signa-Gesellschaften des inhaftierten Tiroler Immobilien-Unternehmers René Benko.
Nach Darstellung des Klägers soll die R+V aktiv und zum eigenen Vorteil am Aufbau einer fragwürdigen Finanzkonstruktion mitgewirkt haben. Der Versicherungskonzern R+V, der zur Finanzgruppe der Raiffeisenbanken und Volksbanken gehört, soll eine Ring-Finanzierung initiiert haben, von der er selber finanziell profitiert habe.
Der Versicherer bestätigte auf Anfrage, das fragliche Investment im Jahr 2020 getätigt zu haben. Es habe sich jedoch um ein „marktübliches Vorgehen“ gehandelt, bei dem alle regulatorischen Anforderungen berücksichtigt worden seien. Der Konzern zeigte sich „überzeugt, dass die Klage keine Aussicht auf Erfolg haben wird“. Zu Einzelheiten seiner Investments äußert sich die R+V nach eigenen Angaben grundsätzlich nicht.
Die Finanzaufsicht Bafin teilte auf Anfrage mit, die Finanzstruktur sei grundsätzlich nicht unzulässig gewesen. Sie wies aber darauf hin, dass eine solche Struktur das Risiko für die R+V deutlich erhöhen könne und dann mehr Eigenmittel sowie ein angemessenes Risikomanagement erforderlich sein könnten.