Nach dem Tod seiner Frau entschied sich ein 72-jähriger Witwer aus Südkorea, in eine Seniorenwohnanlage zu ziehen. Eine kostspielige Entscheidung, die er jedoch nicht bereut.
Nach dem Tod seiner Frau entschied sich ein 72-jähriger Witwer aus Südkorea, in eine Seniorenwohnanlage zu ziehen. Eine kostspielige Entscheidung, die er jedoch nicht bereut.
Ein 72-jähriger Witwer aus Seoul entschied sich nach dem Tod seiner Ehefrau dafür, in eine Seniorenwohnanlage zu ziehen. Seine Tochter hatte ihm von diesen Einrichtungen berichtet. „Ich wollte meinen Kindern keine Sorgen mehr bereiten und zog deshalb in eine Seniorenwohnanlage“, zitiert ihn das südkoreanische Nachrichtenportal „Chosun Ilbo“. Der Schritt ist allerdings mit erheblichen Kosten verbunden.
In Südkorea steigt die Zahl der betriebenen Wohnanlagen für ältere Menschen kontinuierlich an. Die Zahl der Einrichtungen im Land liegt laut dem südkoreanischen Ministerium für Gesundheit und Wohlfahrt bei 47.
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Laut dem Mann ist für eine Seniorenwohnanlage in zentraler Lage oft mehrere hundert Millionen Won Kaution erforderlich. Er finanzierte sie mit seinen Ersparnissen, seiner Ruhestandszahlung und dem Geld aus seiner bisherigen Wohnung. Der 72-Jährige erklärt, dass sich die monatlichen Kosten in einer Seniorenwohnanlage in zentraler Lage in der Metropolregion Seoul auf mehr als drei Millionen Won (umgerechnet etwa 1920 Euro) belaufen können – etwa für Miete, Mahlzeiten, Strom, Wasser, Internet und Taschengeld.
Trotz der finanziellen Belastung rät er vor allem alleinstehenden Menschen zu diesem Schritt. „Man sollte nicht über lange Zeit gegen die Einsamkeit und das Alleingelassenwerden ankämpfen“, so der Witwer laut „Chosun Ilbo“, wo er weiter berichtet. „Es gibt eigentlich nichts, womit ich besonders zufrieden wäre, aber auch nichts, worüber ich mich beschweren könnte. Ich bin von Natur aus eher gleichgültig und lasse mich nicht so leicht aus der Ruhe bringen.“
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Nicht nur in Südkorea, auch für rund zwölf Millionen Menschen in Deutschland ist Einsamkeit Realität, darunter sind viele ältere Menschen. Im Interview mit der französischen Online-Zeitung „Le Populaire du Centre“ macht der Soziologe Arnaud Campéon deutlich, dass biografische Veränderungen wie der Tod des Partners, weit entfernt lebende Angehörige, nachlassende Freundschaften und eingeschränkte Mobilität entscheidend für Einsamkeit im Alter sind.
Dadurch werde der persönliche Lebensradius kleiner und das soziale Netz kann sich schleichend auflösen. Isolation betrifft demnach nicht nur die sozialen Kontakte, sondern kann sich auch negativ auf die körperliche und geistige Aktivität, den Gesundheitszustand sowie das Gefühl gesellschaftlicher Anerkennung und die eigene Identität auswirken.
Intakte Nachbarschaften und gegenseitige Unterstützung können diesen Risiken entgegenwirken. Campéon sieht auch inklusive Wohnformen als mögliche Lösung: Sie sollen älteren Menschen ein selbstständiges Leben in vertrauter Umgebung ermöglichen und zugleich Begegnung, Hilfe und soziale Einbindung fördern.