In einer Boutique-Bäckerei in New York kostet ein Roggenbrot so viel wie ein Abendessen für Zwei in einem Restaurant. Das ist nicht jedermanns Sache.
In einer Boutique-Bäckerei in New York kostet ein Roggenbrot so viel wie ein Abendessen für Zwei in einem Restaurant. Das ist nicht jedermanns Sache.
Die Grazer Bäckerei von Martin Auer hat in New Yorks Stadtteil SoHo die Boutique-Bäckerei „Rye“ eröffnet. In dem Gebäude, in dem einst David Bowie lebte, wird ein 1,5 Kilogramm schweres Bio-Roggen-Sauerteigbrot nach österreichischer Rezeptur angeboten. Dies berichtet das Magazin „Falstaff“.
Der Leckerbissen hat seinen Preis: Der Laib kostet 60 US-Dollar (etwa 52 Euro). „Das Gefühl in ein frisch gebackenes Brot zu beißen. Wir finden, Glück trifft es ganz gut“, beschreibt Auer seine Teigwaren auf der Homepage. „Glückliches Brot sozusagen“.
Mit dem Konzept möchte sich Auer bewusst von den zahlreichen New Yorker Bäckereien abheben, die Baguettes, Croissants und Weizenbrot anbieten. Statt eines breiten Sortiments konzentriert sich „Rye“ auf das Produkt, in dem das Unternehmen seine besondere Stärke sieht: ein hundertprozentiges Roggenbrot. Die Rezeptur wurde laut „Falstaff“ gemeinsam mit einem Grazer Bäckermeister speziell für den New Yorker Markt entwickelt.
Die minimalistisch gestaltete Boutique in der Lafayette Street bietet neben dem Brot auch belegte Brote an, die an einem Hochtisch genossen werden können. Martin Auer setzte das Projekt gemeinsam mit seinem Sohn um und schulte das Team mehrere Wochen vor Ort.
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In den sozialen Medien sorgt der Brotpreis für Kritik. „Sorry, aber 60 Dollar für einen Laib Brot sind selbst für New York City eine bodenlose Frechheit“, schreibt einer.
„Als Bäcker bin ich ehrlich gesagt schockiert. 60 Dollar für ein Brot sind völlig realitätsfern. In einer Zeit, in der wir über Nachhaltigkeit, den respektvollen Umgang mit Lebensmitteln und deren Zugänglichkeit sprechen, wirkt es zutiefst falsch, ein Grundnahrungsmittel in einen überteuerten Luxusartikel für Wohlhabende zu verwandeln. Lebensmittel sollten Menschen ernähren und nicht zum Statussymbol werden“, lautet ein weiterer Kommentar.
Es gibt aber auch Zustimmung: „Ich verstehe die Verwirrung über den Preis. Aber wir sind so dankbar, ein echtes Brot ohne 29 Zutaten zu bekommen, mit Mehl, das nicht ‚angereichert‘ ist. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue. Und ein Laib Brot von einer guten Bäckerei kostet bei uns per se schon 20 bis 30 Dollar“, erklärt eine Userin.
Zum Vergleich: Je nach Bio-Qualität und Handarbeit bekommt kostet ein Roggenbrot in Deutschland 6,80 Euro. Bei der Hofpfisterei muss man für ein Roggenbrot mit 90 Prozent Roggenanteil etwa 8,70 Euro pro Kilo hinlegen.