Rosina und Orlando betreiben eine kleine Bar im italienischen Biella. Dort kostet ein Espresso seit der Einführung des Euro genauso viel wie heute.
Rosina und Orlando betreiben eine kleine Bar im italienischen Biella. Dort kostet ein Espresso seit der Einführung des Euro genauso viel wie heute.
Im Café „Fante di Cuori“ in Cossato im italienischen Biella kostet eine Tasse Espresso seit der Einführung des Euro vor fast dreißig Jahren noch immer 70 Cent. Fast dreißig Jahre lang war der Preis praktisch gleich: 1999 mussten 1500 Lire bezahlt werden, mit der Umstellung auf den Euro waren es 70 Cent – und dieser Preis gilt bis heute. Dies berichtet die italienische Zeitung „La Stampa“.
Damit gibt es den kleinen Schwarzen deutlich günstiger als im italienischen Durchschnitt von rund 1,30 Euro in der Provinz Biella. Die Besitzer Rosina Furiati und Orlando Paldino bezeichnen ihren Preis als „politischen Preis“. Sie verstehen ihn als Zeichen der Gastfreundschaft und als Unterstützung für Beschäftigte, die frühmorgens auf dem Weg zur Arbeit sind.
Das Café ist eng mit der Industriegeschichte der Region verbunden. „Man muss bereit sein, diejenigen zufriedenzustellen, die dann die Fabrik betreten oder zur Firma gehen“, findet Rosina. Früher trafen sich dort Arbeiter vor Schichtbeginn, um sich über ihr Leben auszutauschen. Obwohl viele Fabriken geschlossen wurden und der lokale Handel unter Druck steht, sind zahlreiche Stammgäste dem Café treu geblieben.
„Die Lebenshaltungskosten haben sich radikal verändert, die hohen Rechnungen haben uns ebenfalls beeinflusst, aber wir haben nicht vor, den Preis zu ändern, ohne die Qualität zu opfern. Solange mein Mann und ich hier sind, bleibt der Preis unverändert“, macht die Barbesitzerin deutlich.
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In Italien gilt Espresso nicht nur als Grundnahrungsmittel - es ist ein Kulturgut. Mehr als sieben Milliarden Euro geben Italiener im Jahr für Espresso oder Cappuccino aus. Am liebsten im Stehen an der Bar. Doch auch hier müssen sie immer tiefer in die Tasche greifen. Seit 2021 ist der Durchschnittspreis für einen Espresso laut dem italienischen Portal „Stol.it“ um 24,2 Prozent gestiegen.
Nirgendwo in Italien ist der Espresso an der Bar derzeit teurer als in Bozen. Im Schnitt kostet die Tasse 1,51 Euro, gefolgt von Pescara mit 1,49 Euro; am günstigsten ist sie in Messina mit 1,06 Euro.
Ein Espresso in Deutschland kostet im Durchschnitt 2 bis 3 Euro. Der genaue Preis hängt stark von der Stadt, dem Ort des Verzehrs und der Art des Cafés ab. Günstigere Angebote gibt es vereinzelt unter 2 Euro, während in gehobenen Restaurants oder großen Städten auch über 3,50 Euro verlangt werden. Die Espresso-Zahlungsbereitschaft hat eine klare Obergrenze – und die liegt laut Falstaff bei 4,50 Euro.
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