Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) füttert große Fische mit kleinen Fischen.
Ein Hai schwimmt im wiedereröffneten Aquarium des Berliner Zoos.
Foto: dpa/Michael Brandt
Der Arapaima ist der größte in Süßwasser lebende Fisch der Welt. Er kann mehr als zwei Meter lang und über 130 Kilogramm schwer werden. Dieser Gigant tummelt sich in Südamerika im Amazonas und seinen Nebenflüssen – und in Europa unter anderem in einem riesigen Becken im Berliner Zoo.
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) fütterte diese großen Fische dort am Dienstag mit kleinen Fischen. Die Politikerin war am Morgen zur Wiedereröffnung des Aquariums gekommen. Drei Jahre lang war das 113 Jahre alte Gebäude saniert und modernisiert worden. Es verfügt nun unter anderem über neue Toiletten und eine neue Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Letzteres »war auch nicht billig«, wie Zoodirektor Andreas Knieriem erläuterte. Aber nun sei die Lüftung »auf dem höchsten technischen Stand«.
Rund zehn Millionen Euro hat alles gekostet. Die Senatswirtschaftsverwaltung schoss 2,7 Millionen Euro Fördermittel zu. Das Geld stammt aus einem Topf für die Wirtschaftsförderung und sei im Aquarium »gut investiert«, weil so ein Touristenmagnet Gäste in die Hauptstadt locke, sagte Senatorin Giffey. Bevor das denkmalgeschützte Haus für die Baumaßnahmen geschlossen werden musste, strömte jedes Jahr eine Million Besucher herbei. Während Knierim und Giffey im Erdgeschoss die Eröffnung zelebrierten, besprachen Beschäftigte eine Etage höher letzte Restarbeiten. »Hier musst du noch nacharbeiten«, sagte der eine zum anderen. Es sei schon sehr gut, aber noch nicht perfekt.
»Für mich ist es das schönste Aquarium der Welt.«
Andreas Knieriem Zoodirektor
Zoodirektor Knieriem ist beeindruckt, was die Belegschaft geschafft hat. »Für mich ist es das schönste Aquarium der Welt«, schwärmt er. Es sei ein ikonisches Gebäude. »So etwas baut heute kein Mensch mehr.« Vor allem auch nicht innerhalb von zwei Jahren, wie es damals geschehen sei. Das lasse die überbordende Bürokratie nicht mehr zu, bedauerte Knieriem. »Das gibt es nirgendwo sonst. Darauf können wir als Berlinerinnen und Berliner stolz sein«, freute sich Senatorin Giffey über das Aquarium. »Es ist einfach ein wunderbarer Ort«, sagte sie.
Am 18. August 1913 war das Aquarium einst eröffnet worden und bereits damals weltberühmt, wie Knierim versicherte. Im Zweiten Weltkrieg wurde es fast vollständig zerstört. Beim Wiederaufbau nach dem Krieg konnten prachtvolle Bleiglasfenster wieder eingesetzt werden, die im Keller geschützt Bombenangriffe überstanden hatten. Sie zeigen Fische, Krebse und Seesterne.
Die zahlreichen Aquarien im Haus sind mit insgesamt einer Million Liter Wasser befüllt. Über 20 000 Tiere leben hier – neben Fischen zum Beispiel auch Schlangen, Schildkröten, Quallen und Korallen. Nicht zum Bestand zählt eine gewöhnliche Stubenfliege, die sich am Dienstag ins Haus verirrte. Die ersten regulären Besucher des Tages erfreuten sich genauso wie die geladenen Gäste der Wiedereröffnung an den an der Budapester Straße präsentierten exotischen Unterwasserwelten aus verschiedenen Teilen der Erde. Knierim sprach von 100 Schaufenstern in die Natur.
Kurator des Aquariums ist der Biologe Markus Klamt – ein Fachmann, der aus dem Ostberliner Tierpark in den Westberliner Zoo wechselte. Es wird dieses Jahr nicht die letzte Eröffnung bleiben. Im Ostberliner Tierpark, der dem Westberliner Zoo angeschlossen ist, wird demnächst das zum größten Elefantenhaus der Welt um- und ausgebaute alte Dickhäuterhaus übergeben. Die für die Dauer der Baumaßnahme an andere Zoos abgegebenen afrikanischen Elefanten sind bereits im Juni zurückgekehrt.
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