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Abfall | Berlin: Die Linke kümmert sich um jeden Müll

Дата публикации: 25-08-2026 16:18:00

Viele Berliner stören sich am Dreck in der Innenstadt. Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp stellt Fünf-Punkte-Plan für ein sauberes Berlin vor.

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Müll türmt sich nach einem langen Wochenende im Monbijoupark in Berlin-Mitte.

Müll türmt sich nach einem langen Wochenende im Monbijoupark in Berlin-Mitte.

Foto: dpa/Caroline Bock

Martha Kleedörfer wohnt in der Nähe. Auf dem Spielplatz an der Koloniestraße in Berlin-Wedding hat ihr kleines Kind seine ersten Matschkuchen gebacken. Aber leider ist es hier oft schmutzig. Zwar waren Beschäftigte des Grünflächenamts am Dienstagmorgen da und haben aufgeräumt. Doch an einen Straßenbaum gelehnt stehen immer noch oder schon wieder Holzteile von zwei Betten, die auf den Sperrmüll gehören. Im Sandkasten liegt diverser Verpackungsmüll, in der schmalen Grünanlage nur ein Haus weiter finden sich zusätzlich noch achtlos hingeworfene Zigarettenstummel, auf der Straßenseite gegenüber ließ jemand eine ausgetrunkene Mineralwasserflasche samt Kronkorken auf einem Stromverteilerkasten zurück.

Viele Kinder in dem alten Arbeiterviertel müssen sich ihr Zimmer mit zwei oder drei Geschwistern teilen und seien wegen derart beengter Wohnverhältnisse darauf angewiesen, draußen spielen zu können, berichtet Martha Kleedörfer, die bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September hier im Wahlkreis die Direktkandidatin der Linken ist. »Die Kinder in der Koloniestraße haben nicht verdient, zwischen Ratten und Dreck zu spielen«, beschwert sich die junge Mutter. Auch sei es kein Zeichen von Respekt, wenn Erwachsene nach einem schweren Arbeitstag auf einer Parkbank verschnaufen wollen und Sperrmüll darauf abgeladen ist.

»Die Kinder in der Koloniestraße haben nicht verdient, zwischen Ratten und Dreck zu spielen.«

Martha Kleedörfer Linke-Kandidatin

An 350 000 Haustüren habe ihre Partei geklopft und die Menschen gefragt, was ihnen zu schaffen mache, erzählt die Linke-Landesvorsitzende Kerstin Wolter. Abgesehen von den hohen Mieten und Preisen sei immer wieder geantwortet worden: »Der Müll nervt.« Wolter fasst zusammen: »Die Leute wünschen sich eine saubere Stadt und das tatsächlich über die Generationen hinweg.« Aufgeräumte Parks seien gerade für diejenigen wichtig, die sich keinen Sommerurlaub an der Ostsee leisten können und nicht einmal einen Ausflug raus nach Brandenburg. »Das hat nichts mit Spießigsein zu tun«, versichert Wolter. »Weniger Müll heißt mehr Berlin, ein gerechteres Berlin«, sagt sie am Nachmittag in der Koloniestraße.

Die Linke habe eine saubere Hauptstadt zu einer ihrer Kernforderungen gemacht, weil die Berliner sich das wünschen, erklärt Spitzenkandidatin Elif Eralp. Das sei »nicht nur eine Kleinigkeit«. Als Eralp noch nicht als Spitzenkandidatin nominiert war, ist sie mit ihrer Mutter mit dem Nachtbus M41 durch Kreuzberg gefahren, hat eine Frau auf Türkisch über den Schmutz schimpfen hören und ist mit ihr ins Gespräch gekommen. Die Politikerin hat die Frau Monate später wieder getroffen und da soll diese Frau gefragt haben, ob Eralp das »Müllchaos« beenden werde, wenn sie Regierende Bürgermeisterin wird. Eralp hat sich das zumindest vorgenommen.

An der Koloniestraße stellt die Hauptstadt-Linke am Dienstag ihren Fünf-Punkte-Plan vor. Zweimal im Jahr soll bei jedem Berliner Haushalt kostenlos der Sperrmüll abgeholt werden. Bei der Stadtreinigung BSR soll es keine Ein-Euro-Jobs geben, sondern anständig bezahlte Arbeitsplätze. Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften möchte Die Linke verpflichten, Hausmeister zu beschäftigen, die sich kümmern. Statt Müllsheriffs und hohe Strafen, worauf die CDU setze, versprechen die Sozialisten mehr Mülleimer und mehr Recyclinghöfe, die Sperrmüll, Schrott und andere Dinge annehmen, wie Elif Eralp erläutert. Auch soll es ein eigenes Berliner Pfandsystem für Kaffeebecher geben.

Zwar gibt es die Faustregel: Dreckiger Kiez, niedrige Mieten. Das bedeutet, wenn ein Viertel verschmutzt ist, wollen Vermögene dort nicht hinziehen und deshalb können sich arme Menschen die Wohnungen dort weiter leisten. Also lieber alles dreckig lassen? Für Elif Eralp ist das keine Lösung. »Jeden stört der Müll, auch mich«, sagt sie und will nicht tatenlos zusehen. Eralp verheißt, das Aufräumen durch eine Steuer auf Luxusvillen zu finanzieren und mit aller Macht zu verhindern, dass in endlich sauberen Wohnvierteln die Mieten steigen.

Auf Wahlplakaten der Linken ist zu lesen: »Müllchaos beenden. Die Linke räumt auf!« Dass der Abfall ein Wahlkampfthema ist, unterstreicht auch ein CDU-Plakat mit Finanzsenator Stefan Evers. In Anspielung auf die von dem Schriftsteller Hermann Hesse gedichtete Zeile »Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne« heißt es bei der CDU: »Jedem Anfang wohnt ein ›sauber‹ inne. Die CDU räumt auf.«

Die Linke will am Mittwoch berlinweit selbst Hand anlegen und Abfall einsammeln. Als Vorgeschmack darauf standen am Dienstag in der Koloniestraße zwei neue Besen bereit, die gut kehren, wie Landesgeschäftsfühler Bjoern Tielebein bestätigte. Es waren Besen mit vielen schwarzen und vereinzelten roten Borsten. Vier kleine Mädchen hätten um 16 Uhr am liebsten gleich zugegriffen und geholfen. Aber bis nach dem Termin zu warten, fehlte ihnen die Geduld.

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